Dürre, Überschwemmungen, Wirbelstürme – aus nah und fern erreichen uns Nachrichten von Wetterkatastrophen, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind. Was tun? Was tun Christen?
Vom 1. September bis 4. Oktober begehen die christlichen Kirchen jedes Jahr die „Schöpfungszeit“: In diesen Wochen wird ausdrücklich gemacht, dass zum Christsein auch die Verantwortung für den Umgang mit der Schöpfung gehört, der Umweltschutz. Papst Franziskus hat 2015 darüber eigens eine Enzyklika mit dem Titel Laudato Si‘ geschrieben.
In jeder katholischen Diözese Österreichs sowie für die gesamte Bischofskonferenz gibt es inzwischen Hauptamtliche Umweltbeauftragte, die darauf achten, dass auf Kirche nicht nur öko draufsteht, sondern auch ökö drin ist: Sie lehren und ermutigen die Pfarren, ihre Gebäude auf umweltfreundliche Energieträger umzurüsten, Pfarrfeste mit regionalen Produkten und abfallarm durchzuführen, in den Gottesdiensten die Schöpfung vermehrt zu thematisieren, Pfarrfahrten möglichst umweltfreundlich durchzuführen u.v.a.m.
Ich selbst brenne seit meiner Jugend für Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung. Deshalb unterstütze ich auch gerne Fridays for future bzw. Religions for Future. Was mich am politischen Diskurs oft stört, ist die Engführung des Umweltthemas auf die Reduktion von CO2 zur Klimastabilisierung. So wichtig die Reduktion von Treibhausgasen ist, so sehr gehen mir andere Themen ab wie die horrende Bodenversiegelung in Österreich, der Umgang mit den Trinkwasservorräten, das Thema Müllvermeidung, der Erhalt naturnaher Lebensräume für Mensch, Tiere und Pflanzen, und vor allem die zentrale Frage nach dem Energieverbrauch: Wir werden die Herausforderungen nicht nur mit dem Einsatz von noch mehr Technik, sondern auch mit Bereitschaft zur Reduktion des Energieverbrauchs, das heißt mit Verzicht zu bewältigen haben. Das scheint mir noch viel zu wenig im Bewusstsein!
Ich bin dankbar für diese fünf Wochen im Jahr, in denen wir besonders ausdrücklich herausgefordert sind, uns mit dem Thema der Schöpfunsgverantwortung auseinanderzusetzen.
Es wäre schön, wenn am 4. Oktober, dem Festtag des heiligen Franziskus, jede/r Christ/in erzählen kann, welchen Beitrag er bzw. sie in der Schöpfungszeit geleistet hat.
+Stephan Turnovszky