Der heilige Martin (11. November) und der heilige Leopold (15. November) sind wohlbekannte Heilige. In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch die Bekanntheit vor allem aufs Martinigansl und auf den Landesfeiertag eingeengt. Ist das Heiligengedenken noch zeitgemäß?
Heilige sind so etwas wie Garanten (mit kirchlichem Gütesiegel) dafür, dass Leben gelingen kann. Heilige gibt es inzwischen in jedem Lebensalter, Lebensstand, aus jedem Kulturkreis und jeder Region der Erde. Ihre Botschaft heißt: Jedes Menschenlebens (auch Ihres und meines!) kann mit Gottes Hilfe in übergroßer Fülle fruchtbar werden. Heilige sind so wie erntereife Apfelbäume, deren Äste sich wegen der Last des ihres Obstes biegen. Sie sind Menschen, die ihre Freude darin gefunden haben, Kraft aus der Beziehung zu Gott zu beziehen, um so anderen Menschen Lebenskraft weiter zu schenken. Das nenne ich Fruchtbarkeit. Wer diese Lebensweise kennt, weiß, dass sie glücklich macht.
Ja, ich bin davon überzeigt, dass Heilige glückliche Menschen sind und waren. Natürlich nicht in jedem Moment ihres Lebens, aber in ihrer Grundstimmung. Wer mit dem einzigen und lebendigen Gott verbunden lebt und für andere Menschen da ist, der wird wie von selbst glücklich, reif und fruchtbar und vermag auch schwierige Zeiten durchzustehen.
Heilige gibt es viel mehr als von der Kirche Heiliggesprochene: Die meisten Heiligen lebten recht verborgen, zwar ihrem Umfeld als glückliche und fruchtbare Menschen bekannt, aber nicht der Weltöffentlichkeit oder dem Papst.
Alle diese Heiligen helfen mir, das Ziel meines Lebens im Blick zu behalten. Sie helfen mir zu glauben, und damit zu rechnen, dass auch ich heilig (glücklich und fruchtbar) werden kann, weil Gott es möglich macht: Ja, das möchte ich, heilig werden!