Die Begriffe „privat“ und „persönlich“ werden leider nicht präzise verwendet. Das führt zu Verwirrungen. Die Wahl des Bettzeugs ist eine sehr private Sache, aber nicht enorm persönlich, sie sagt wenig aus über die Persönlichkeit eines Menschen.
Mit Religion verhält es sich genau anders als mit dem Bettenüberzug: Religion ist höchst persönlich (weil die Persönlichkeit eines Menschen immer mit seiner religiösen Überzeugung in Zusammenhang steht) und gerade deshalb nicht rein privat. Sie hat Einfluss auf die Überzeugungen eines Menschen:
Sie beeinflusst sein öffentliches Engagement, seine Gewohnheiten und auch das, was er vermeidet. Sie beeinflusst seine Zuwendung zu armen und bedürftigen Menschen, seinen Umgang mit der Schöpfung, aber auch mit Schwierigkeiten (z.B. mit Stress) und seine Einstellung zur eigenen Sterblichkeit. Nein, Religion ist nicht nur private Angelegenheit, sondern vor allem eine, die ausstrahlt, und zwar nachhaltig und über Jahrhunderte:
Gläubige Menschen haben über Jahrhunderte unser Land und unsere Kultur geprägt. Kultur ist nie Privatsache, sie zeigt sich in Lebensrhythmus, Musik, Bildern und Bauwerken. Wir verdanken die meisten unserer Feiertage und Feste unserer Religion.
Scheuen Sie sich nicht, Ihren Glauben zu zeigen: mit äußeren Zeichen, aber vor allem durch Ihr christliches Leben, es soll anderen Menschen gut tun. Ich danke all den Vielen in unseren Dörfern und Städten, die sich – auch aus religiöser Überzeugung – für das Gemeinwohl einsetzen und in Vereinen und in der Politik engagieren.
Ich hoffe, Sie haben eine nette Bettwäsche, aber sie betrifft mich nicht. Aber wenn Sie ein gläubiger Mensch sind, dann soll das ausstrahlen und vielen anderen gut tun. Dafür bin ich dankbar.