Fragen der Kindererziehung berühren und erregen die Gemüter wie wenige andere Fragen. Einig sind sich alle nur darüber, dass Erziehung wichtig ist und möglichst gut gewährleistet werden soll.
In Bezug auf die katholischen Bildungs- und Erziehungsangebote fällt zweierlei widersprüchlich Wirkendes auf: Einerseits wird Kirche von vielen unter den Pauschalverdacht des (sexuellen) Machtmissbrauchs an Kindern und Jugendlichen gestellt. Andererseits haben katholische Privatschulen ungebrochen starken Zulauf.
Ich kann mir das nur so erklären, dass Menschen in ihrem eigenen Umfeld gute Erfahrungen mit katholischer Erziehung gemacht haben und deshalb der jungen Generation einen Zugang dazu ermöglichen möchten. Geschätzt wird vor allem das gemeinsame Bekenntnis aller Beteiligten zu christlichen Werten, die Verantwortung für das persönliche Wachsen eines jeden jungen Menschen, unabhängig von seiner Leistung und die Verbindung von Leben und Lernen, Feiern und Arbeiten.
Der Fragesteller schreibt von einer „Zurückhaltung“ der Kirche. Bildung und Erziehung sind geprägt von einer unaufgeregten und ruhigen Selbstverständlichkeit, die nicht primär in Medien oder Öffentlichkeit thematisiert wird. Wir wissen um die Stärke schulischer Bildungs- und Erziehungsinitiativen. In Bezug auf hochqualitative Angebote in unseren Schulen erlebe ich eine hohe Akzeptanz und Breitenwirkung.
So bleibt noch die Frage nach der katholischen Erziehung in der Familie, zu deren stärksten Anwälten die Kirche gehört. Wirkmächtig ist dabei aber weniger das Wort der Kirche als das persönliche Zeugnis des/der einzelnen für das, was er/sie einer katholischen Erziehung verdankt. Auch ich gehöre zu denen, die für ihre katholische Erziehung enorm dankbar sind. Sie hat mich zu einem reifen Menschen gemacht. Danke dafür.