Thursday 10. September 2026

Suche auf der Website

Schreibmaschine auf Holztisch
freepik.com / Schreibmaschine auf Holztisch

Blog

Hand streckt sich nach einem schwebenden Herz aus. Aquarellbild.
freepik.de / Hand streckt sich nach einem schwebenden Herz aus. Aquarellbild.
Über Vergleiche und unseren Platz im Leben
Ganz vorne dabei, mittendrin oder einfach genau richtig?

Wo war ihr bevorzugter Platz im Klassenzimmer? Erinnern Sie sich noch?

Ganz hinten? Möglichst weit vorne? Am Fenster mit direkter Aussicht auf alles, was interessanter war als Tafelanschriften?

 

Jedes Jahr mit Start des neuen Schul- und Arbeitsjahres beginnt das große Platz-Einnehmen von vorne: Schulkinder suchen ihren Platz im Klassenzimmer, Erwachsene wieder ihren Platz im Arbeitsalltag.

 

Mit dem Einnehmen unseres Platzes beginnt noch etwas: das Vergleichen mit anderen. Mit den Noten der anderen, mit den Leistungen der Kollegin, mit den Erfolgen des Kollegen, mit den Angeboten der Konkurrenzfirma.

Offenbar benötigen wir es ein Stück weit, uns zu vergleichen, um unseren Stand zu verifizieren, unseren Platz in Gesellschaft und Strukturen, unseren Standpunkt einzuordnen.

 

Doch genau hier lohnt sich ein zweiter Blick:

  • Worin begründen wir unseren Wert, worin die Achtung, die wir uns selbst entgegen bringen?
  • Und wonach streben wir, wenn wir uns vergleichen?
  • Welche Leistungen sind erstrebenswert?
  • Was ist der Leitstern, den wir uns und unseren Kindern vor Augen stellen?

Und was geschieht, wenn wir hier oder da ein gestecktes Ziel nicht erreichen? Weil es nicht zu uns passt. Weil es zu hoch gesteckt war. Weil das Leben sich quer stellt.

 

Gibt es etwas, wonach wir uns verlässlicher ausrichten könnten?

Der kanadische klinische Psychologe Jordan Peterson stellt in seinem Buch „12 Rules for Life“ einen anderen Zugang vor. Eine der bekanntesten Regeln lautet: „Vergleiche dich mit dem, der du gestern warst, nicht mit dem, der jemand anderes heute ist“.

 

Wenn wir mit diesem Blick in ein neues Schul- und Arbeitsjahr starten, statt uns auf Vergleiche im Außen zu fixieren, werden wir Mut schöpfen aus dem, was wir schon geschafft haben.

  • Aus dem, was ein Kind hinzugelernt hat.
  • Aus den Entwicklungsschritten, die ein Jugendlicher bewältigt.
  • Aus den Schritten in die Selbstständigkeit, die eine junge Erwachsene geht.
  • Aus dem, was uns gestern gelungen ist und heute sich entwickelt hat.

Wir richten unseren Blick auf Erfolge, statt auf noch nicht Erreichtes. Erfolge ermutigen weiterzugehen, uns weiter zu entwickeln, weiterzumachen.

Dieser Blick schärft das Bewusstsein, als Mensch in Ordnung zu sein. In Ordnung, einfach weil wir SIND.

 

Die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien wünscht Ihnen einen guten und zuversichtlichen Start ins neue Schul- und Arbeitsjahr.

Sonnenhut und Sonnenbrille in der Wiese
freepik.de / Sonnenhut und Sonnenbrille in der Wiese
Ferienzeit - Wochen zwischen Freiheit und Herausforderung
Ferienzeit - die schönste Zeit des Jahres! Die schönste Zeit des Jahres?

Endlich ist sie da, die Zeit, in der wir aus dem Hamsterrad unseres Alltages aussteigen können.

Die Wochen im Jahr, die Erwachsene, Kinder und Jugendliche in einem eigenen Rhythmus gestalten können.

 

Endlich ist sie da, die Zeit, in der Routinen und Funktionieren-Müssen eine Unterbrechung erfahren.

 

Endlich also ist sie da, die Zeit für Gespräche, für gemeinsame Unternehmungen, für Urlaubsreisen, für einfach einmal sein dürfen.

Die Zeit, in der wir auch einmal ohne einen steten Blick auf Uhr und Zeiterfassungssysteme unser Leben im eigenen Rhythmus gestalten können.

 

Die Zeit aber auch, in der soziale Unterschiede unserer Gesellschaft besonders deutlich zutage treten.

Während die einen voller Freude den Koffer packen, gibt es zahlreiche Menschen in unserem Land, die sich einen Urlaub nicht leisten können. 

Die Zeit, in der für viele Menschen alljährlich wieder die Frage im Raum steht: Wie organisieren wir die vielen Wochen der Kinderbetreuung?

 

Die Wochen auch, in der Konflikte, die sonst von den Routinen des Alltags abgefedert werden, besonders spürbar werden.

Weil wir mehr Zeit als gewöhnlich miteinander verbringen,

nehmen die Reibungsflächen für Unstimmigkeiten, Verschiedenheit, lange Übersehenes zu.

 

Ferienzeit - auch sie birgt das gesamte Spektrum unserer Lebenswirklichkeiten. Manchens darf ruhen, manches wird gerade erst jetzt besonders sichtbar. 

 

Vielleicht dürfen deshalb die Ferienwochen für uns alle auch eine Einladung sein, innezuhalten, und nachzudenken:

  • Wie werten wir unterschiedliche Wege, wie Ferien verbracht werden? Zählen vor allem weite und spektakuläre Urlaubsreisen, oder können wir auch den Wert gemeinsam verbrachter Zeit, einer Radtour, eines Spielenachmittags, eines Besuches bei einem lieben Menschen, eines Picknicks im Park gleichermaßen wertschätzen?
  • Wie gehen wir um mit der Zeit, die wir auf einmal füreinander haben? Kosten wir jede Minute um jeden Preis aus, oder lassen wir einander Freiraum auch für Momente alleine, Momente zum individuellen Sein?
  • Wie stellt sich unsere Gesellschaft als Ganzes zu Fragen der Kinderbetreuung, welche Entlastungen können wir auch individuell finden für Menschen, für die Betreuungspflichten in den Sommermonaten einen Engpass bedeuten?

Wir wünschen Ihnen vielfarbige Ferien mit Kraft-Tankstellen, frohmachenden Erlebnissen, Zeiten wohltuenden Miteinanders und Raum, dass Sie immer wieder auch zu sich selbst kommen können. 

Bleiben Sie behütet.

 

 

 

 

 

Erzdiözese Wien
Einladung zu einem neuen Format!

Am 18. Juni 2026 startet eine exklusive Dialogreihe, welche zweimal jährlich „Mamas Café“, einem Social Business der St. Elisabeth-Stiftung, stattfinden wird.

 

Ziel ist es, durch fundierte Gespräche mit Fachleuten auf pastoral-ethische Fragen aufmerksam zu machen und vor allem die Praxis und Seelsorge mit in den Blick zu nehmen.

 

zur Webseite