Ein Geburtsvorgang mit „Hilfe zur Selbsthilfe“
Zu einer „musikalischen Weltreise“ luden die Moderatoren des Abends, Agnes Beckmann und Stefan Schweinswaller etwas nervös die große Konzertschar ein. Ein Hauch von Neuem, Unvorhersehbarem war zu spüren, ähnlich wie es den Beteiligten bei der Geburt im Stall von Betlehem ergangen sein dürfte. Behutsam, etwas verhalten, kündigten sie das bayrisch-tirolerische Volks- und Schlaflied “Still O Himmel“ aus 1779 an, und schoben „In the bleak mid winter“, von Gustav Holst vertont, nach. Vom ungarischen „Adventi Enek“ Weihnachtslied des Zoltán Kodály ging es mit dem ukrainischen „Carol oft the „bells“ Volkslied weiter zum bekannten „Prayer of St. Francis“, musikalisch gefasst von Alan Pote, USA, und Roberto Delgado, Philippinen, ehe der erste Teil des Konzerts mit dem traditionellen Negro Spiritual „Sometimes I feel like a metherless child“ endete.
In der Verschnaufpause des dynamischen Geburtsvorgangs wurde blitzlichtartig über die vielfältige Famundi-Arbeit im bolivianischen Santa Cruz Tiefland berichtet, die besonders den Bildungsbereich und das gemeinschaftliche Leben aus dem christlichen Glauben im Blick hat. Da war von der Villa Kunterbunt, die obdachlosen Familien Unterkunft bietet, von Verbesserung der Wohnsituation, über Ausspeisung, Kindergarten-Ganztagsbetreuung, Gemeinschaft mit anderen Familien, Studienpatenschaften bis hin zur Ausbildung zum Sozialarbeiter zu hören.
Im ärmsten südamerikanischen Land fangen die Famundi MitarbeiterInnen Familien, die nicht mehr weiterleben können, auf, suchen nach Bezugspersonen, die Gemeinschaft bieten, und sorgen durch individuelle Hilfe für (Schul-)Ausbildung und Arbeit. Mit dem Durchlaufen eines Drei-Phasen-Systems will der in Gmunden ansässige Verein „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten. Mit „Come in and stay a while“ von Ronda Polay und „World for Christmas“ des schwedischen Real Group Basssängers Anders Edenroth ging die Weltreise weiter und führte über das Spiritual „Everytime i feel the spirit“ zu Billy Joels „And so it goes“, von Bob Chilcott, Tenor der King Sisters Band, arrangiert.
Gelebte Ökumene an der Basis erbrachte 1106,87 €
Die nächste Verschnaufpause informierte über den KHJ Chor, der nun schon 41 aktiv singende Mitglieder umfasst. Er trifft sich jeden Mittwoch von 19.30 – 22.00 Uhr in der Ebendorferstrasse, steht seit dem Wintersemester 2014 unter Julian Vana´s Leitung, und pflegt nach den Proben die Gemeinschaft bei einem Wirten ihres Vertrauens. Das jeweilige Chor-Wochenende – zuletzt im Eggenburger K-Haus – ist genauso ein Highlight, wie sonstige Benefizkonzerte, z.B. in der Votivkirche, die Mitgestaltung eine KAV Messe oder der Studentenmesse im Stephansdom am 18. 1.
Auf das funkige Hallelujah from „Handel´s Messiah: A Soulful Celebration“, von Mervyn Warren/ Quincy Jones arrangiert, folgte ein dreifacher Dank: an die langjährige Chorleiterin Karin Wagner, die berufsbedingt in Tirol weilte, die Organisatorin des Abends, KHJ-Diözesansekretärin Bettina Sohm, und den ebenso abwesenden Pfarrer und die Evangelische Pfarrgemeinde. Er hat den Studenten einfach den „Schlüssel in die Hand gedrückt“, so Pawluk, und ihnen damit alle Räume überlassen. Dass war „voll nett“, sagte Pawluk zu dieser gelebten Ökumene an der Basis. Mit dem vom Publikum mitgesungenen „Go tell it on the mountain“ fand der Geburtsvorgang einen krönenden Abschluss.
Für die Klavierbegleitung sorgte Anna Greil an dem Abend. Vom zarten Baby, den vielen Student/ Innen und den gestandenen Senioren – darunter KA Wien Präsident Walter Rijs – sind an freiwilligen Spenden „1106,87€ zusammen gekommen“ so Sohm. „Es ist traurig, es ist aus“, resümierte Pawluk über das zu Ende gegangene Konzert und begann damit, die BesucherInnen der Agape mit Getränken und Pizza zu versorgen. Mehr über den KHJ-Chor – siehe http://www.khjoe.at/wien/?page_id=90
Franz Vock