Unser neuer Pfarrer
Liebe Schwestern und Brüder der Pfarre Rossau!
Pater Romano ist mein Name.
Erzbischof Josef Grünwidl wird mich zum 1. September zu Ihrem neuen Pfarrer bestellen.
So darf ich mich hier kurz vorstellen, wobei (klar!) erst die persönliche Begegnung das nähere Kennenlernen ermöglichen wird.
Ich freue mich schon auf die ersten persönlichen Begegnungen mit Ihnen und das nähere Kennenlernen. Aber hier darf ich mich schon einmal kurz vorstellen.
Ich bin gebürtiger Schweizer. Das Licht der Welt habe ich südlich des Gotthardmassivs erblickt, in der Nähe des Sees von Lugano. Seitdem sind 66 spannende Jahre vergangen.
Immer noch trage ich das Staunen ob der Schönheit der Schöpfung im Herzen und bin zutiefst dankbar, dass der Herr auch mir das Leben geschenkt hat!
Noch tieferes Staunen und ergriffene Dankbarkeit erfüllen mein Herz und meinen Verstand, seit ich dem Herrn begegnen, Ihn immer mehr kennen und lieben lernen durfte. Das geschah in meiner Jugend durch Freunde der geistlichen Bewegung Gemeinschaft und Befreiung. Das miteinander geteilte Leben, die Vernunft des Herzens, das Wagnis der Freiheit bei der Vertiefung von Fragen und Erfahrungen haben mich geprägt und meinen Horizont erweitert.
Auf diesem Glaubensweg erreichte mich während meines Germanistikstudiums in Deutschland der Ruf Jesu in Seine Nachfolge. Das wertvollste Geschenk und die anspruchsvollste Lebensaufgabe bekam ich durch den Herrn in der Priesterweihe. In seinem Dienst stehen zu dürfen, macht mich jeden Morgen neu froh und dankbar.
In 34 Jahren als Priester durfte ich im Leben unzähliger Menschen viel Freude und Leid erfahren. Alles hat mich gezeichnet. Vielen edlen, ja heiligen Menschen bin ich begegnet, wie auch verwundeten und leidenden Herzen. Wie heilsbedürftig ist doch der Mensch und wie sehr muss sich die Gemeinschaft der Kirche immer wieder von innen her erneuern!
Als Glied am geheimnisvollen Leib Christi durfte ich ständig von anderen Gliedern lernen, durch sie korrigiert und gestärkt werden. Allen voran durch die Mitbrüder der Priesterbruderschaft der Missionare des Heiligen Karl Borromäus. Das ist meine Familie! Hinzu kommen buchstäblich Hunderte von Männern und Frauen, Kindern und Senioren, die mir entlang der verschiedenen Etappen meines pastoralen Dienstes als Weggefährten und Freunde geschenkt wurden.
Als Seelsorger war ich lange Jahre im Erzbistum Freiburg im Breisgau tätig, später im Erzbistum Köln, wo ich auch in der Priesterausbildung tätig war. Ich habe viele einzelne Charismen und geistliche Gemeinschaften kennen und schätzen gelernt. Für meinen Orden habe ich zeitweilig auch unsere Missionen in Taiwan und später in Russland begleitet.
Die Erfahrung der Krankheit ist mir nicht erspart geblieben: Zwei Krebserkrankungen haben mich heimgesucht. Von der letzten bin ich erst vor Kurzem dank einer guten onkologischen Therapie zwar nicht geheilt, wohl aber soweit gestärkt worden, dass ich jetzt nach einigen Monaten wieder meinen Dienst aufnehmen kann. Auch in den Tagen der Krankheit habe ich die Liebe Christi erfahren. Ich habe die Demut gelernt und zugleich die Leidenschaft für ein gelingendes Leben entwickelt: mein Leben und das aller Menschen.
So komme ich nun nach Wien: für mich Neuland! Ich setze ganz auf das Wirken des Heiligen Geistes. Die Liebe Gottes möge das Leben eines jeden von uns erreichen, es groß und frei machen. Mein Wunsch? Dass wir als Kirche immer mehr zusammenwachsen, so dass wir in unserem Alltag zum Werkzeug der Versöhnung und des Friedens werden.
Gott schenke uns Seinen Segen dazu!
P. Romano Christen FSCB



