Dienstag 18. Dezember 2018

Predigt Maria Empfängnis

 

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben eigentlich kein passendes Evangelium zum heutigen Fest. Es sollte eigentlich das Geschehen beschreiben, wo die Heilige Maria von den Eltern empfangen worden ist. Darüber spricht das Evangelium leider nicht. Beim Empfängnis Mariä hat niemand es geahnt, dass sie den Erlöser auf die Welt bringen soll. Sie wusste auch nichts davon bis der Engel, wie wir es im heutigen Evangelium gehört haben, ihr es verkündigt hat. Obwohl das heutige Evangelium das heutige Fest nicht beschreibt, passt es ganz genau zu Advent. Der Engel des Herrn hat Maria die Botschaft gebracht, dass Gott sie für die Mutter seines Sohnes gewählt hat. Aus diesem Ereignis stammt das bekannte, von vielen von uns oft gebetete Gebet „Der Engel des Herrn…“ Als Maria die Botschaft des Engels gehört hat, hat sie nicht alles verstanden, deswegen fragt sie den Engel: Wie kann das sein, sie hatte keinen Mann. In diesem Moment erklärt ihr der Engel, dass das Kind kein Kind von einem Mann wird, es wird ein Kind von Gott. Ein wichtiges, relevantes Gespräch, wo eindeutig betont wird, dass Jesus Sohn Gottes sein wird. Der ewige Sohn Gottes wird vom Vater auf die Erde gesandt,  um einer von uns in der menschlichen Gestalt zu sein, wie es auch die Bibel auf einer anderen Stelle betont: „Jesus Christus war uns allen gleich, außer Sünde.“ Deswegen sollte auch seine Mutter ohne Sünde sein, und wie die Kirche es auch in dem heutigen Fest betont, ohne Sünde empfangen worden sein. Das ist der Sinn des heutigen Festes. Wie es auch die heutige Präfation ausspricht: „Denn du hast Maria vor der Erbschuld bewahrt, du hast sie mit der Fülle der Gnade beschenkt, da sie erwählt war, die Mutter deines Sohnes zu werden. In unversehrter Jungfräulichkeit hat sie Christus geboren.“ Obwohl Maria wie wir alle ein Mensch war, hat sie etwas Besonderes von Gott bekommen. Erstens war sie von der Erbschuld frei. Wir kennen doch unsere Neigung zum Bösen. Wie oft haben wir uns schon vorgenommen, dies und das nicht mehr zu machen, und doch sind wir wieder in die alten Schienen geraten: wieder schlecht über andere gesprochen, wieder schlechte Laune gehabt, wieder Streit mit Personen gehabt, die man eigentlich liebt. Das ist die Konsequenz des Geschehens, von dem in der ersten Lesung die Rede war, wo die ersten Eltern statt Gott, dem Satan das Vertrauen geschenkt haben. Das ist die Neigung unserer Natur, die unsere Harmonie mit Gott zerstört hat und ständig zerstört. Die Heilige Maria war, durch Gottes Gnade, von der Neigung frei, und deswegen hat sie viel Platz für die Gnade Gottes. Deswegen beten wir in unserem Gebet: „Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade…“ Den Platz, der bei uns die Erbschuld besitzt, hat bei der Heiligen Maria Gott mit seiner Gnade gefüllt. Es ist auch unser Ziel, das Böse aus unserem Herz auszuleeren, um  Platz für die Gnade Gottes zu machen. Heilige Mutter Gottes Maria, bitte, hilf uns dabei. Amen.     

Pfarre Oberaspang
Pfarre Oberaspang
Kirchenplatz 6
2870 Aspang

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