Monday 19. August 2019

Predigt Osternacht 2019

 

Liebe Schwestern  und Brüder, mit dem Begriff“ Zuhause“ haben wir unser Triduum begonnen und mit diesem Begriff will ich es enden. Zu Hause fühlt man sich wohl, zu Hause fühlt man sich sicher. Man kann aber nicht ewig zu Hause bleiben. Ob es den Eltern gefällt oder nicht, die meisten Kinder gehen einmal von Zuhause weg. Einigen ist das Familienhaus zu eng, die anderen gründen eine Familie. Es war die letzten drei Tage angenehm in der Kirche. Es war schön mit euch die wichtigsten Geheimnisse zu zelebrieren und zu erleben. Wir können aber hier nicht ewig bleiben. Das war auch nicht das Ziel in den drei Tagen. Und was wäre das Ziel?

Zu Hause erlebt man schöne, aufbauende Dinge, zu Hause lernt man das, was wir im Leben einmal brauchen können. Etwas Ähnliches haben wir in den drei Tagen hier gemacht. Jetzt sind wir dran, nicht als Schüler, sondern als Lehrer. Viele von uns kommen noch morgen und übermorgen in die Kirche und dann gehen wir in unseren Alltag, in unsere Arbeitswelt und in unsere Gesellschaft, und da überall sollen wir Zeugen sein. Zeugen für das, was wir erlebt haben. Dann zeigt sich, ob alles, was wir hier erlebt haben, ein tiefes oder nur ein oberflächliches Erlebnis war. Wir sollen Zeugen des Gründonnerstags sein, wo uns die Anwesenheit Gottes helfen kann, nicht den Glauben zu verlieren, auch wenn die äußere Welt eine ganz andere Richtung geht und andere Prioritäten hat. Von Jesus, der den Jüngern die Füße gewaschen hat, können wir den Dienst der Diener leisten, obwohl es heutzutage nicht modern ist. Wir sollen Zeugen des Karfreitags sein. Seitdem Jesus gelitten hat wissen wir, dass er immer bei uns ist, besonders wenn wir leiden. Diesen Trost können wir jenen bringen, die keinen Sinn in ihrem Leiden sehen. Diesen Trost können wir jenen bringen, die mit dem eigenen Leid und Tod ihrer Nächsten konfrontiert sind. Das Leiden Jesu wirft ein Licht auf unser Leiden. Im Leiden sind wir nicht allein. Und zuletzt sollen wir Zeugen der heutigen Nacht sein, die voll Hoffnung und Zuversicht in Jesus ist.  Diese Hoffnung sollen wir den Menschen geben, die verzweifelt sind, die jede Hoffnung verloren haben, für die das Leben eine dunkle  Nacht ohne Ende ist. Die heutige Nacht war am Anfang auch dunkel. Jetzt ist es hell, nicht nur durch die Beleuchtung, sondern vor allem weil diese Nacht die Nacht der Auferstehung ist. Jesus  Christus hat durch seine Auferstehung die Dunkelheit dieser Nacht erleuchtet. Er erleuchtet auch die dunklen Seiten und Momente unseres Lebens, wo wir keine Hoffnung in Sicht haben. Diese Hoffnung sollen wir, liebe Schwestern und Brüder, den Menschen geben. Wenn wir es nicht machen, wer sonst soll es machen? Das ist unsere Aufgabe. Wenn du aber nach einiger Zeit müde und erschöpft bist, komm wieder  hierher. Hier ist die Quelle des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Der Auferstandene wartet auf dich. Er ist bereit, dich zu umarmen und zu trösten. Das leere Grab ist die Quelle der  Hoffnung und der Kraft, die nie austrocknet. Aus dieser Quelle sollen wir schöpfen und den anderen auch zu trinken geben. Amen.

 

 

 

 

Pfarre Oberaspang
Pfarre Oberaspang
Kirchenplatz 6
2870 Aspang

E-Mail schreiben
Datenschutzerklärung
Darstellung: Standard - Mobil