Gottesdienstordnung für die Woche
Der Herbst ist die Zeit der Reife, in der wir die Früchte ernten, die wir im Frühjahr gesät haben und über den Sommer gewachsen sind.
In unseren Pfarren feiern wir das Erntedankfest. Die geschmückten Altäre und die traditionelle Erntekrone erinnern uns daran, dass Fülle keine Selbstverständlichkeit ist. In einer Welt, in der alles jederzeit verfügbar scheint, rückt dieses Fest den Schöpfer wieder ins Zentrum. Wir sagen „Vergelt’s Gott“ für das tägliche Brot. Wir bringen aber auch den Dank für die „Ernte“ in unserem persönlichen Leben ein: für gelungene Begegnungen, für Bewahrung in Krisen und für das Wachstum im Glauben.
Doch der Blick im Herbst weitet sich über das Materielle hinaus. Mit dem Fest Allerheiligen schlagen wir die Brücke von der irdischen zur himmlischen Ernte. Wir gedenken jener Menschen, deren Leben reiche Frucht getragen hat – die Heiligen, die uns als Leuchttürme des Glaubens vorangegangen sind.
Allerheiligen erinnert uns daran, dass auch unser Leben auf eine „Ernte“ zugeht. Es ist ein Fest der Hoffnung. So wie die Saat in der Erde vergehen muss, um neues Leben hervorzubringen, so glauben wir an die Vollendung bei Gott. Wenn wir an den Gräbern unserer Verstorbenen stehen, tun wir dies nicht in Hoffnungslosigkeit, sondern im Vertrauen darauf, dass Gott alles Leben in seine liebenden Hände einsammelt.
Nutzen wir diese herbstlichen Wochen, um innezuhalten. Wofür bin ich in diesem Jahr besonders dankbar? Welche Spuren haben die „Heiligen“ meines Alltags in meinem Herzen hinterlassen?
Ich möchte Sie herzlich einladen, gemeinsam in die Haltung des Dankes und des gläubigen Gedenkens einzutauchen. Möge die Herbstzeit unseren Blick auch auf die „ewige Ernte“ lenken und uns voll Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft gehen lassen.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und lichtreiche Herbstzeit!
Ihr Pfarrer Wolfgang Brandner