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10.12.2017 · Weltkirche

Tag der Menschenrechte: Aktionen für verurteilte Christin Bibi

Das Internationale Katholische Missionswerk missio Aachen ruft zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember zum Gebet für die pakistanische Christin Asia Bibi auf. Die fünffache Mutter wurde wegen angeblicher Blasphemie 2010 zum Tod verurteilt und wartet vergeblich auf ihre Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof.

Missio zum "Tag der Menschenrechte" am 10. Dezember: Blasphemiegesetze weiterhin in 72 Staaten. Gebetsaktionen für pakistanische Christin Asia Bibi.

In 72 Staaten der Welt wird Blasphemie mit teils drastischen Strafen geahndet: Darauf weisen die katholischen Missionswerke "Missio" Aachen aus Anlass des "Tages der Menschenrechte" am Sonntag, 10. Dezember 2017 hin. Es sei dringend an der Zeit, sich verstärkt mit diesen Formen der Einschränkung von Meinungs- und Religionsfreiheit auseinanderzusetzen, so "Missio"-Aachen-Präsident Klaus Krämer. Gerade in Ländern, in denen es eine offizielle Staatsreligion gebe, würden die Menschenrechte auf Meinungs- und Religionsfreiheit häufig auf Grundlage dieser Gesetze verletzt. In Pakistan seien etwa religiöse Minderheiten massiv vom Missbrauch der Gesetze betroffen; bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil von 2,3 Prozent insbesondere die Christen.

Zu den bekanntesten Opfern gehört die Christin Asia Bibi, die 2010 wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt wurde und weiter auf ihre Berufungsverhandlung vor dem Obersten Gerichtshof wartet. Am Sonntag finden nach einem Aufruf von "Missio" deutschlandweit rund 70 Gottesdienste, Andachten und Gebetsveranstaltungen für Asia Bibi statt. Dies sei "ein wichtiges Zeichen, dass sie von der Welt nicht vergessen wird", betonte Krämer.

Die heute 51-jährige Landarbeiterin ist die erste Frau, die in Pakistan aufgrund des umstrittenen Blasphemiegesetzes zum Tode verurteilt worden war. Und ihres wäre das erste Todesurteil, das tatsächlich vollstreckt wird. Doch steht das immer wieder verschobene Berufungsverfahren an. Ansonsten bliebe nur ein Antrag auf Strafmilderung oder ein Gnadengesuch an den Präsidenten.

"Missio" und andere Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen haben zusammen mit hochrangigen Politikern und Kirchenvertretern aus aller Welt immer wieder die Freilassung der Mutter von fünf Kindern gefordert. 2015 hatte Papst Franziskus Bibis Ehemann und ihre jüngste Tochter empfangen. Franziskus hatte sich genau wie Benedikt XVI. schon mehrfach öffentlich und auf diplomatischem Weg für ihre Freilassung eingesetzt.

Das pakistanische Strafgesetzbuch sieht für die Verunglimpfung des Propheten Mohammed die Todesstrafe, lebenslange Haft oder Geldstrafen vor. Von 1929 bis 1982 waren in Pakistan allerdings nur neun Fälle vor Gericht verhandelt worden - seitdem in dreißig Jahren mehr als 1.200 Fälle.

erstellt von: red/kap
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