Sonntag 22. Februar 2026

Predigt 20.Sonntag, 14.08.2016

Liebe Schwestern und Brüder, immer öfter lesen wir in den Zeitungen und hören in den Nachrichten von den verfolgten Christen. Ich habe auch einen Teil meines Lebens im Kommunismus gelebt, wo es nicht gern gesehen war, ein Christ und noch schlimmer, ein praktizierender Christ zu sein. Es war nicht so schlimm wie zum Beispiel in Russland oder in Albanien, aber eine Karriere als deklarierter Christ zu machen, war  unmöglich. In den kommunistischen Ländern wollten die Regierungen die Religion ausrotten, weil sie gewusst haben, dass sie den Menschen eine Stütze war. Es war aber nichts Neues. Heute haben wir in der ersten Lesung von dem Propheten Jeremia gehört. Er hat im Namen Gottes die Wahrheit gesprochen. Sie war aber unbequem für die Regierenden und sie haben ihn verfolgt und das passierte in Israel, wo das Volk sehr stark mit Gott verbunden war. Wer denkt, dass er als gläubiger Mensch ein leichtes Leben haben wird, der kann sich täuschen. Das hat auch Jesus im heutigen Evangelium gesagt. Es passiert auch heutzutage, sei es bei einer Verfolgung wie bei Jeremia,  sei es auch in den demokratischen Ländern, wo oft die praktizierenden Christen verspottet werden oder ein gesellschaftlicher Druck ausgeübt wird. Das spürt besonders unsere Jugend, wenn man zum Beispiel niemanden von den Freunden in der Kirche sieht. Den Druck, den die jetzige Jugend aushalten muss, kann man nicht unterschätzen. Es ist ein langer Prozess, bis man als junger Mensch den Sinn des Glaubens an Gott versteht, nicht als eine Pflicht, sondern als eine Stütze und Hilfe im Leben. Trotz der Schwierigkeiten ist es wichtig den Glauben an Gott zu haben. Er hilft uns die schwierigen Momente im Leben zu überstehen, wenn wir das Gefühl haben wie der Prophet Jeremia, wo er in der Zisterne im Schlamm fast bis zum Hals versunken ist. In solchen Momenten ist Gott die einzige Chance auf die Rettung. Dann verstehen wir mehr die Worte des heutigen Psalms: „Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien. Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf den Fels, machte fest meine Schritte.“ Deswegen, wenn es uns schlecht geht, wenn wir im Leben den Eindruck haben, von allen verlassen zu werden und als Alleingänger bezeichnet sind, greifen wir  zu der Bibel, da finden wir schöne ermutigende Texte wie der heutige Psalm: „O Gott, komm mir zu Hilfe, Herr, eile, mir zu helfen. Ich hoffte auf den Herrn. Ich bin arm und gebeugt; der Herr aber sorgt für mich. Meine Hilfe und mein Retter bist du. Mein Gott, säume doch nicht!“ Verzichten wir bitte nicht auf die Möglichkeit, die wir bei Gott haben, die uns unser Glaube an Gott gibt. Bevor wir in Verzweiflung geraten denken wir daran, dass wir in Gott eine Stütze haben. Amen.  

Pfarre Oberaspang
Pfarre Oberaspang
Kirchenpl. 6
2870 Aspang Markt

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