Thursday 1. October 2020

Mechaye Hametim – Der die Toten auferweckt Bedenktage zum Gedenken der Novemberpogrome 1938

 

 

Zum 82. Mal jähren sich heuer die Gräuel der Novemberpogrome. Der „Fußspur, die sich mit Tod füllte“ gedenken heißt es in einem der „Gebete für den toten Bräutigam“ von Nelly Sachs. Seit vielen Jahren versucht die Gemeinde St. Ruprecht genau dies in Bezug auf die Schoa, der Judenvernichtung der NS-Herrschaft, zu tun. Auch im Pandemiejahr 2020 soll dies geschehen. Grundsätzlich ist heuer aber bei allen Veranstaltungen (mit Ausnahme des Gottesdienstes am 9. November) jeweils eine Anmeldung nötig (Infos dazu bei den einzelnen Terminen)

Otto Friedrich

 

Montag, 2. November 2020, 9.00 bis 16.00 Uhr

Besuch besonderer jüdischer Orte in Wien

Exkursion

Der Rundgang am Allerseelentag führt zuerst zum jüdischen Friedhof Währing. Er war nach seiner Eröffnung 1784 die Hauptbegräbnisstätte der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien. Die nächste Station ist der Stadttempel, die Hauptsynagoge von Wien, in der Seitenstettengasse. Erbaut von Joseph Kornhäusel, eröffnet 1826, musste sie, den damals geltenden Vorschriften entsprechend für nicht-katholische Gotteshäuser „verborgen“ werden und durfte nicht unmittelbar von der Straße aus sichtbar sein. Nach dem Mittagessen im Restaurant „Alef-Alef“ geht es zum Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Schoa am Judenplatz. Den Abschluss bildet der Besuch der Ausstellung des Jüdischen Museums Wien im Misrachi-Haus, dem ehemaligen Herz der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde. Die Ausstellungsräumlichkeiten sind gänzlich modernisiert und führen den Besucher u.a. zum Fundament der mittelalterlichen Synagoge.

 

Leitung: Mag. Annemarie Weinzettl

Treffpunkt: Jüdischer Friedhof Währing, 1180 Wien, Schrottenbachgasse 3, 8.55 Uhr

Infos & Anmeldung (bis 30. Oktober): Tel.: 01 - 51552-5100,

www.kav-wien.at, ka.akademikerverband@edw.or.at

Unkostenbeitrag: € 25,00 (Eintritt & Führungen); 3-Gänge-Menü: € 15,00

 

 

Mittwoch, 4. November 2020, 16.00 Uhr

Mein Vater, der Widerstandskämpfer

Kurt Hubers Texte aus den letzten Lebenstagen

Lesung

Kurt Huber war (1893-1943) Musikwissenschaftler, Philosoph, Psychologe und intellektueller Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Texte aus seiner letzten Vorlesung „Leibniz und seine Zeit“, die von den Studenten der Weißen Rose gehört wurde, Auszüge aus den Vernehmungsprotokollen der Gestapo, die Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof sowie Briefe und Gedichte aus der Haft in Stadelheim beleuchten die letzten Tage vor seinem Tod. Seine Äuße­rungen vor der Polizei und selbst seine Aufzeichnungen zu seiner Verteidigung sind eher Anklage als Rechtfertigung. Von Erinnerung und Abschied sprechen seine Gedichte, in denen er die Bilanz seines Lebens zieht: „Reinschrift meines Lebens / Ist nur der Tod – und der war nicht vergebens.“

 

Referent: Wolfgang Huber, em. Prof. f. Deutsche Sprachwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt

Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3

Infos & Anmeldung: Tel.: 01 - 4000-08114, www.theologischekurse.at

Unkostenbeitrag: € 14,00

 

 

Mittwoch, 4. November 2020, 18.30 Uhr

Innere Stimme und Widerstand

Kurt Huber, Mitglied der Weißen Rose

Vortrag

Vor 70 Jahren leistete Kurt Huber, Professor für Psychologie und Philosophie, zusammen mit seinen Münchner Studenten der Weißen Rose Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die Studenten Alexander Schmorell und Hans Scholl unternahmen eine Flugblattaktion, der sich Huber anschloss und zusammen mit Hans Scholl das fünfte und allein das sechste Flugblatt der Weißen Rose ver­fasste, das die Royal Air Force zusammen mit den Bomben millionenfach über Deutschland abwarf. Sein Flugblatt und seine Verteidigungsrede vor dem Volksgerichtshof gehören heute zu den meistzitierten Texten des deutschen Wider­standes. Was Huber als Wissenschaftler und Philosoph zum Widerstand zwang, kann uns heute Wege zu Verständnis und Engagement für die Demokratie auf­zeigen.

 

Referent: Wolfgang Huber, em. Prof. f. Deutsche Sprachwissenschaft an der Katholischen Universität Eichstätt

Ort: Theologische Kurse, 1010 Wien, Stephansplatz 3

Infos & Anmeldung: Tel.: 01 - 4000-08114, www.theologischekurse.at

Unkostenbeitrag: € 14,00

 

 

Samstag, 7. November 2020, 17.00 Uhr

„Das Heil kommt von den Juden“ (Joh 4,22)

Gottesdienst der Gemeinde St. Ruprecht

 

Ort: Ruprechtskirche, 1010 Wien

Infos: Tel: 01 - 5356003,

st.ruprecht@aon.at, www.ruprechtskirche.at

 

 

Montag, 9. November 2020, 19.00 Uhr

MECHAYE HAMETIM – DER DIE TOTEN AUFERWECKT

Ökumenischer Gedenkgottesdienst
am 82. Jahrestag der Novemberpogrome 1938

Worte des Gedenkens: Assoz. Prof. Dr. Regina Polak, Vorständin des Instituts für Praktische Theologie an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Wien

 

Ort: Ruprechtskirche, Wien 1

anschließend Schweigegang zum Mahnmal auf dem Judenplatz

Infos: Tel.: 01 - 5356003,

st.ruprecht@aon.at, www.ruprechtskirche.at

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 11. November 2020, 19.00 Uhr

Der lange Atem antisemitischer Verschwörungstheorien

Podiumsdiskussion

Verschwörungstheorien legitimieren Vorurteile und spalten die Gesellschaft. Viele von ihnen arbeiten mit versteckten oder sogar offensichtlichen antisemitischen Motiven. Woher kommen diese und warum sind diese heute noch verbreitet? Wie überlisten Verschwörungstheorien unsere Urteilskraft? Mit welchen Mitteln lassen sie sich am besten entlarven?

Es diskutieren:

Caroline Heinrich, Professorin für Philosophie und Ethik in Schule und Gesellschaft, Universität Wien
Armin Lange, Vorstand des Instituts für Judaistik, Universität Wien
Giulia Silberberger, Gründerin und Geschäftsführerin der Organisation „Der goldene Aluhut“

 

Ort: Albert Schweitzer Haus, 1090 Wien, Schwarzspanierstraße 13

Infos & Anmeldung: Tel: 01 - 4080695-22

www.evang-akademie.at

 

 

Montag, 16. November 2020, 20.00 Uhr

„Liebe war es nie“ (2020)

Filmmontag

„Liebe war es nie“ handelt von der unglaublichen und tragischen Liebes­geschichte zwischen der jungen Jüdin Helena Citron, Häftling in Auschwitz, und dem österreichischen SS-Offizier Franz Wunsch. Es war eine verbotene Beziehung, die das Leben beider täglich in Gefahr brachte. Rund 30 Jahre nachdem sich der Lebensweg der beiden am Tor in Auschwitz trennte, sehen sie sich in einem Wiener Gerichtssaal einander wieder – Franz als Angeklagter, Helena als Zeugin. Die israelische Regisseurin Maya Sarfaty erzählt diese Geschichte in ihrem Dokumentarfilm nach.

Einführung: Otto Friedrich/DIE FURCHE; Christian Rathner, Dokumentarfilmer und Religionsjournalist beim ORF. Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit Kurt Langbein (angefragt), dem Produzenten des Films statt.

 

Ort: Votivkino, 1090 Wien, Währinger Straße 12

Infos & Tickets: www.votivkino.at

Unkostenbeitrag: € 9,20

 

 

 

 

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von:

Gemeinde St. Ruprecht, Albert-Schweitzer-Haus – Forum für Zivilgesellschaft, Evangelische Akademie Wien, Evangelische Hochschulgemeinde Wien, Die Furche, Forum Zeit und Glaube – Katholischer Akademiker/in­nenverband der Erzdiözese Wien, Katholische Aktion Österreich, Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Theologische Kurse

 

Ruprechtskirche
Ruprechtskirche
Ruprechtspl. 1
1010 Wien

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