Mittwoch 11. Februar 2026

Geschichte einer Idee

Bereits 1895, zwei Jahrzehnte nach der Patentierung des Fernsprechers durch G. Bell, rief der Baptistenpfarrer Harry Warren in New York  so etwas wie eine erste Telefonseelsorge ins Leben. Er hatte einen Selbstmord nicht verhindern können, was ihn auf die Idee brachte, das Telefon zur Suizidverhütung einzusetzen.
1953 griff der Baptistenpfarrer Chad Varagh diese Idee auf. In der Times veröffentlichte er den Satz: "before you commit suicide, ring me up."

Von  England aus breitete sich die Idee rasch über ganz Europa aus und findet sich unter verschiedenen Namen verwirklicht, z.B. als „telèfono de la esperanza“ in Spanien, als „telefono amico“ in Italien oder die „Die dargebotene Hand“ in der Schweiz.

Mittlerweile gibt es weltweit Notrufdienste, die in verschiedenen Dachorganisationen zusammengeschlossen sind. Die Telefonseelsorge in Österreich gehört zu IFOTES (International Federation of Telefonic Emergency Services) www.ifotes.org

Seit 1967 gibt es die Telefonseelsorge in Wien. Seit Beginn an wird sie gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirche getragen.

Schon ein Jahr zuvor entstand eine Stelle in Linz, in den folgenden 20 Jahren wurde in jedem Bundesland eine Telefonseelsorge Dienststelle eröffnet.

Es zeigte sich in der Praxis, dass sie von sehr vielen, sehr verschiedenen Menschen genutzt wurde und wird. Die Erfahrung zeigt weiter, dass die telefonische Beratung auch und gerade bei „alltäglichen“ Problemen eine gute Hilfe sein kann. In diesem Sinn sind die Anrufe, in denen es akut um Suizid geht, deutlich in der Minderzahl (etwa in jedem 100. Anruf geht es dezidiert) darum, was aber nicht an einer veränderten Zielsetzung der Betreiber lag, sondern daran, wie die Anrufer und Anruferinnen die Telefonseelsorge tatsächlich genutzt haben.

Seit 2001 bietet die Telefonseelsorge in Wien Mailberatung und seit 2016 auch Chatberatung an www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

 

Philosophie..

Das Menschenbild der Telefonseelsorge in Wien geht davon aus, dass jeder Mensch auf Wachstum und Reifung hin angelegt ist und dass die Fähigkeiten ein selbständiges Leben zu gestalten in jedem selbst liegen.

 

Wenn es Schwierigkeiten und Krisen gibt, dann heißt helfen in diesem Sinn, Menschen dabei zu unterstützen, die eigenen Ressourcen, die im Moment blockiert oder schon lange verschüttet sind, wieder zu entdecken und Zugang zu den eigenen Kräften zu finden.

 

Die Mobilisation der Selbstheilungskräfte wird durch die Begegnung zweier Menschen in einer bewussten empathischen, wertschätzenden und authentischen Haltung möglich.
 

 

 

 

... und Grundsätze


Vertraulichkeit

Anrufende und Schreibende werden nicht nach dem Namen gefragt. Ein Telefonat scheint auf der Telefonrechnung nicht auf.

 

Verschwiegenheit

Alle Mitarbeiter*innen unterliegen der Schweigepflicht.

 

Erreichbarkeit rund um die Uhr

Die Telefonseelsorge ist Tag und Nacht, auch an Wochenenden und Feiertagen erreichbar.

 

Offenheit

Die Telefonseelsorge ist offen für alle Problembereiche, für alle Anrufenden und Schreibenden in ihrer jeweiligen Situation und achtet dabei auch auf die eigene Würde.

 

Ideologiefreiheit

Auf Anrufende und Schreibende wird weder konfessioneller noch politischer oder ideologischer Druck ausgeübt.

 

Kompetenz

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen der Telefonseelsorge sind sorgfältig ausgewählt, mindest ein Jahr ausgebildet und werden durch regelmäßige Supervision begleitet.

 

Kostenfreiheit

Die Telefongespräche sind österreichweit kostenlos. Mit der Notrufnummer 142 erreicht man die Telefonseelsorge im jeweiligen Bundesland.

(ACHTUNG: Gilt bei Mobilfunktelefonen für Teilnehmer*innen eines österreichischen Anbieters . Für Anrufe via Roaming aus einem ausländischen Netz können Kosten anfallen, je nach ausländischem Betreiber)

 

Telefonseelsorge
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