Saturday 11. July 2020

Innehalten

Anleitung zu einer spirituellen Übung mitten am Tag oder in einer stillen Stunde - von P. Bertram Dickerhof SJ

Foto: © Pezibear auf Pixabay

 

 

Wussten Sie, dass Innehalten eine "Waffe" ist? Mit ihr können Sie sich wehren, wenn Langeweile, Unruhe oder Sorgen sich Ihrer bemächtigen. Denn Innehalten schafft Distanz. Sie kommen aus Ihrer Stimmung heraus, die Ihre Gedanken prägt und Sie wie eine Wolke umfängt, zumindestens etwas. Gleichzeitig bekommen Sie mehr Kontakt mit sich selbst, und das tut gut und zentriert.

 

Wie Sie das Innehalten üben können?

Ich mache Ihnen einen Vorschlag für 20 Minuten, den Sie aber Ihren Bedürfnissen anpassen können:

  1. Setzen Sie sich entspannt und aufrecht auf einen Stuhl.
  2. Spüren Sie, wie Sie dasitzen: wie Ihr Becken auf dem Stuhl ruht, die Füße auf dem Boden stehen, der Oberkörper aufgerichtet ist, die Hände im Schoß ineinander liegen. Lassen Sie sich Zeit: 5 Minuten. Achtung!: Sie werden merken, dass Sie plötzlich in Gedanken sind und nachdenken. Das ist normal. Es ist nicht zu vermeiden. Nur: Wenn Sie es merken, lassen Sie das Denken und gehen Sie wieder ins Spüren und Wahrnehmen. Um Spüren, Fühlen und Wahrnehmen geht es.
  3. Beobachten Sie sich beim Atmen für weitere 5 Minuten. Am besten so: Sie atmen ganz normal und bemerken, wie sich dabei Ihre Bauchdecke oder Brust hebt und senkt oder die Atemluft einwärts bzw. auswärts an den Nasenlöchern vorbeistreicht. Sie brauchen nichts dabei zu erreichen. Schauen Sie unbeteiligt und aufmerksam zu, wie das Atmen sich auf den Körper auswirkt. Das hat eine entspannende und beruhigende Wirkung: der Atem ist da, ganz von selbst.
  4. 10 Minuten: Spüren Sie hin, was Sie von sich selbst merken. Nicht nachdenken: Spüren, Fühlen, Wahrnehmen: Wie bin ich gestimmt? Was spüre ich von meinem Körper: Tut er irgendwo weh...? In welcher Laune bin ich? Wie bin ich gerade drauf? ... Interessieren Sie sich für sich, wie ein Liebender für seine(n) Geliebte(n). Für die Frommen: Jesus hat die Menschen in die Mitte gestellt, zu ihnen aufgeschaut mit liebendem Blick: so in etwa schauen Sie sich an: mit Respekt und voller Barmherzigkeit, erst recht, wenn Sie es schwer mit sich haben. Und dann bleiben Sie in dieser Weise in der Wahrnehmung dessen, was Sie von Ihrem Körper, Ihrer Seele oder Ihrem Geist spüren.

 

 

Ich wünsche Ihnen gute Erfahrungen,

 

Ihr Bertram Dickerhof SJ

 

ashram-jesu.de

 

 

 

 

 

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