Wednesday 13. November 2019
Geschichte und Vision

Geschichte und Vision

[1] Im Jahr 1980 initiierte Weihbischof Helmut Krätzl die Umwandlung der diözesanen Kirchenmusikschule in ein Konservatorium für Kirchenmusik mit Öffentlichkeitsrecht.

Mit den drei Ausbildungszweigen Kirchenmusik (Hauptfach Orgel), Lied-Messe-Oratorium (Hauptfach Gesang) und Neues Geistliches Lied (Hauptfach Gitarre oder Klavier) wurde eine solide Struktur geschaffen, welche künftige Kirchenmusiker für ihre Aufgaben heranbildet.

Die Vermittlung des reichen Schatzes der klassischen und modernen Kirchenmusik, die auch an die Kirchenmusiker immer wieder neue Aufgaben stellt, bedeutet eine stets aktuelle Herausforderung der wir uns mit unserem Team gerne stellen.

 

Dass wir bei unserer Bildungsarbeit großen Wert auf Qualität legen, ohne uns in einen Elfenbeinturm zurück zu ziehen, sondern im kirchlichen Leben verankert sind, wird von unseren Schülern und Schülerinnen sehr geschätzt.

 

Das Wiener Diözesankonservatorium ist hinsichtlich der Schülerzahlen (derzeit ca. 200 Schüler aus 15 Nationen) österreichweit eine der größten Ausbildungsstätten für Kirchenmusik. Einzigartig ist der Standort am Stock-im Eisen-Platz: Im Herzen von Wien und der Erzdiözese befinden sich in der Dachetage des Palais Équitable die Unterrichtsräume mit 5 verschiedenen Orgeln, zusätzlich gibt es Kooperationen mit verschiedenen Wiener Kirchen, in welchen unterrichtet wird oder die gemeinsam gestalteten Gottesdienste und Klassenabende stattfinden.

 

Kirchenmusik aktuell

Im kirchlichen Leben stellt die Kirchenmusik einen entscheidenden Lebensnerv dar. Wo kann man eine lebendige Kirche erleben? - In all den vielfältigen Chören, Ensembles, und unterschiedlichen Gruppen, die den Lobpreis Gottes vokal und instrumental in ihren Pfarren erklingen lassen, und dies – wenn man an die vielen ChorleiterInnen und Organisten denkt, die das alles auf die Beine stellen - mit beeindruckender Treue.

Die Kirchenmusik bietet in ihren unterschiedlichen Stilrichtungen eine große Bandbreite, mit welcher sie Menschen zu erreichen vermag, und zwar auch jene, denen die liturgische Vertrautheit bereits abhanden gekommen ist.

Dabei ist es interessant festzustellen, dass die Kirchenmusik durch die Jahrhunderte quasi wie mit einer „Nabelschnur“ mit dem musikalischen Urwortschatz – der Gregorianik verbunden ist. Diese Klanglichkeit hat auch aktuell nicht an Faszination verloren und prägt weiterhin Neuschöpfungen.

Die Kirchenmusik spannt auch in der Bibel einen weiten Bogen, quasi vom Alpha zum Omega: zu den ältesten Texten der Bibel gehören Lieder (die Psalmen Davids) und die Offenbarung des Johannes berichtet vom Gesang des „Neuen Liedes“ vor dem Thron Gottes.

Die Kirchenmusik ist wie eine Antenne, die irdische und himmlische Liturgie verbindet und damit auch bedingt, dass kirchliches Leben mit (guter) Musik sich wirklich abhebt und unterscheidet von einem rein irdischen Verein, weil sie klingend über sich hinaus auf den verweist, der „im Lobgesang der Engel wohnt“.

 

Kirchenmusik und Jugend

Junge Menschen haben oft einen ausgeprägten Sensus für das „Mehr“, sie erfüllt eine Sehnsucht, den Dingen auf den Grund zu gehen, also im eigentlichen Sinn Gott zu suchen.

Die Musik, insbesondere die Kirchenmusik, ermöglicht in ihrer Unmittelbarkeit, mit welcher sie mitten ins Herz zu treffen vermag, Gottesbegegnung, sie öffnet quasi ein Fenster zum Himmel.

Junge Menschen für die Kirchenmusik zu gewinnen, heißt zunächst, junge Menschen gute Kirchenmusik und in Verbindung hiermit auch Gemeinschaft erleben zu lassen.

Wer die Möglichkeit hat, seine Talente und Fähigkeiten weiterzuentwickeln, wer die Schönheit des gemeinsamen Musizierens in der Liturgie einmal erleben durfte, den lässt diese Erfahrung und Begeisterung nicht mehr los. Der entscheidende Ausgangspunkt ist aber meines Erachtens die persönliche Begegnung mit Menschen, die ein authentisches, glühendes Beispiel geben - Bildung geschieht vor allem durch Vorbilder.

 

Mag. Mirjam Schmidt, Direktorin

 

[1] Vgl. Interview für Der Sonntag Nr.23, 6/2019

 

Diözesankonservatorium
Stock im Eisen Platz 3/IV
1010 Wien

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