Sonntag 17. Mai 2026

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Die Pfarrkirche »Hl. Jakobus der Ältere« in Kaltenleutgeben

Kirche Kaltenleutgeben von Osten

Der aus Salzburg stammende Baumeister Jakob Oeckhl (1670-1754) plante und errichtete die Pfarrkirche in Kaltenleutgeben und aufgrund eines Gelübdes finanzierte er den Bau auch selbst.

 

In den Jahren 1729 bis 1732 entstand so das für den damals recht bescheidenen Ort großzügig bemessene Gotteshaus.

 

An derselben Stelle befand sich zuvor eine kleinere Kirche, die wie die heutige den hl. Apostel Jakobus den Älteren zum Patron hatte – dieses Patrozinium wurde von der Pfarre Gaaden übernommen, zu der Kaltenleutgeben ursprünglich gehörte.

 

Um 1700 brachte ein Ordensgeistlicher das Bildnis der Schwarzen Madonna (eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes) nach Kaltenleutgeben. Bald ereigneten sich wunderbare Krankenheilungen und die ersten Wallfahrten kamen nach Kaltenleutgeben.

 

Für die Wallfahrer wurde auch die vor der Kirche liegende Jakobuskapelle errichtet, die mit einem Brunnen und einer Statue des Heiligen ausgestattet ist. 

Über eine zweiarmige Stiegenanlage gelangt man auf die Höhe des Kirchenfelsens, wo der imposante Glockenturm dem Ort zugewandt ist. Daran schließt sich auf kreuzförmigem Grundriss der eigentliche Kirchenbau.

 

Von den ursprünglich zwei Seiteneingängen, die dem Durchzug der Pilger dienten, blieb der südliche bis heute erhalten. Er führt in einen hohen und weiten Kuppelraum, in dem der herrliche Hochaltar die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Er wurde, was bei Landkirchen eine Seltenheit ist, zu einem großen Teil aus wertvollen Marmorsorten errichtet, wovon ein Teil – etwa die großen Säulen – aus den Marmorsteinbrüchen stammt, die einst in Kaltenleutgeben betrieben wurden.

 

Kirche Kaltenleutgeben von Süden

Schwarze Madonna von Kaltenleutgeben

Über dem vergoldeten Tabernakel thront in einem zierlichen Pavillon die Kaltenleutgebner Madonna (sie wird in einem eigenen Lied besungen). Darüber zeigt das Hochaltarbild die Erscheinung des Apostels Jakobus bei Clavijo – manche schreiben das Gemälde der Umgebung des Martino Altomonte zu. In der Höhe des Triumphbogens erblicken wir die aus Lindenholz geschnitzte Dreifaltigkeitsgruppe, deren Gestaltung vielleicht von Giovanni Giuliani beeinflusst ist, der wie Altomonte zur Erbauungszeit dieser Kirche im nahen Heiligenkreuz wirkte.

 

Robert Chlada

Schwarze Madonna von Kaltenleutgeben
Pfarre Kaltenleutgeben | Josef Dienst / Schwarze Madonna von Kaltenleutgeben
Kaltenleutgebner Madonna,
Kaltenleutgebner Frau,
auf uns alle hier im Tale
mütterlich herniederschau!
aus dem Lied »Kaltenleutgebner Madonna« von Hannelore Nics