Freitag 7. August 2026

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Pfarrchronik Palterndorf

1900

Der Winter des Jahres 1900 war ein sehr strenger und anhaltender. Am 10.Dezember begann es zu schneien und hörte 8 - 10 Tage nicht mehr auf, sodass der Schnee durchschnittlich gewiss meterhoch und höher zu liegen kam. Dieser Stand dauerte bis Mitte Februar. Dann trat Tauwetter ein, der Schnee verschwand sehr schnell und es zeigte sich da, dass die Wintersaaten durch das lange Liegenbleiben des Schnees ziemlich stark gelitten hatten.

Der Frühjahrsanbau wurde gegen Ende März vorgenommen und war schon zum Teil beendet, da trat gegen alle Erwartung wieder ein so großer Schneefall ein, dass am 1.April und einige Tage dazu jede Kommunikation zu Fuß oder zu Wagen respektive Schlitten unterbrochen war.

Zu den Osterfeiertagen (8.April) konnte man noch viele Schneewehen bemerken. Dieser Schnee hatte denn auch die Wintersaaten beinahe ganz zu Grunde gerichtet und die Fechsung von denselben war eine sehr geringe.

 

Desto reicher und gesegneter gedieh der Weinstock! Es kamen wohl zweimal (12. und 21.Mai) intensive Fröste, aber durch reichliches Rauchmachen wurde die schädliche Wirkung derselben verhindert und die Bauern sahen dann ein, wie nützlich die Organisierung der "Frostwehr" gewesen ist, der sie anfangs ein großes Misstrauen entgegengebracht hatten.

Die Qualität des Weines wurde auch eine derartige, dass der 1900er den besten Jahrgängen des Jahrhunderts beigezählt werden kann! Gesund, kräftig und süß!

 

Die Cerealienfechsung war aber, wie schon bemerkt wurde, sehr armselig, denn auch die Frühjahrssaaten konnten wegen des zu fest gewordenen Bodens zu keiner rechten Entwicklung kommen. Hackfrüchte gediehen auch schlecht.

 

Von den pfarrlichen Grundstücken wurden geliefert: 120 MC Roggen, 80 MC Hafer, 300 MC Zuckerrübe, weniger an Kartoffel und Mais, Futterrübe kaum für den Hausbedarf. Wein 80 hl.

 

Gelegentlich der Jahrhundertwende wurde am 31.Dezember ein feierlicher Segen mit Te Deum abgehalten und abends wurden alle Glocken eine Stunde lang geläutet.

 

Fräulein Dassatiel aus Wien hat in diesem Jahr 3 Stück sehr schön gestickte Antipendien und ein schönes seidenes Messkleid gespendet.

 

Die Ballei-Visitation wurde am 3.Juli vorgenommen. Die canon. Visitation fand am 21.Juni statt.

 

Das Eckzimmer gegen den Hof wurde gründlich renoviert.

 

33 Kinder wurden geboren, 17 Personen starben, 3 Paare wurden getraut.