Die Verknüpfung unseres Energiebedarfes mit der Thematik Krieg ist natürlich das extremste Beispiel für die Rolle der Energieversorgung – sie ist aber ein Beispiel dafür, dass unsere Energienutzung nun eben diverse Auswirkungen in unserer vernetzten Welt bedeuten. Was können wir also tun, um dieses Thema in Einklang mit unserer christlichen Schöpfungsverantwortung zu bringen? Ich glaube, dass die Antworten vor ein paar Jahren noch einfacher gewesen sind. Als Umweltteam gehörte es naturgemäß zu unseren Pflichtübungen, dafür zu plädieren, uns im Verzicht zu üben: Strom sparen, weniger Auto fahren, weniger fliegen, usw.. Sie kennen diese „Leier“ wohl zur Genüge... Mit den neuen Entwicklungen am Energiemarkt sowie technischen Fortschritten wird die Situation jedoch komplexer. Mit der erfreulichen Erhöhung des Anteils regenerativer Energiequellen steigt die Komplexität und Volatilität im Energiemarkt. In Hinblick auf die Stromversorgung wechseln sich Phasen mit Stromüberschüssen und Strommangel immer stärker ab. „Simples“ Strom sparen ist nur mehr ein Teil eines sinnvollen Handelns. Die steigende Komplexität macht es uns also schwieriger, umweltfreundlich zu handeln. Bis es „ideale“ Lösungen gibt, werden wir uns damit anfreunden müssen, keine einfachen Lösungen finden zu können und Abwägungen zwischen den geringeren Übeln zu finden. Bestandteile einer funktionierenden Energiewirtschaft im Wandel werden stetig neu zu bewerten sein. Stromerzeugung durch AKW, Hochspannungstrassen im Grünland, Wind- Wasser- und Gaskraftwerke sowie Pumpspeicherwerke gehören trotz ihrer negativen Eigenschaften oder Auswirkungen auf die Umwelt wohl noch eine Zeit lang zu einer stabilen und konkurrenzfähigen Stromversorgung in Europa. Eine Einschätzung, wie wir unsere Energieversorgung mit den geringsten negativen Auswirkungen und wirtschaftlich vertretbar gestalten können, erfordert immer mehr Wissen und Übersicht.
Was können wir also tun? Ein wichtiger Schritt bleibt sicherlich die Vermeidung von Energieverschwendung und besonders die unnötige Verbrennung fossiler Energieträger. Kann ich den Flug oder die Autofahrt durch die Nutzung des öffentlichen Verkehrs ersetzen? Muss ich die KI mit ihrem riesigen Strombedarf für simple Dinge verwenden, die ich bisher in ähnlicher Weise auch ohne sie geschafft habe? Ein weiterer Schritt ist aber auch, Offenheit zu bewahren oder zu finden, und sein Verhalten an neue Gegebenheiten anzupassen. Kann ich meine Stromnutzung an die Verfügbarkeit regenerativer Energieträger anpassen, auch wenn das Mehraufwand und weniger Bequemlichkeit bedeutet? Was kann ich mir leisten bzw. was ist mir der Umstieg auf umweltfreundlichere Systeme wert? Auf jeden Fall bedarf es Offenheit für die Anpassung an zukünftige Entwicklung und die Mühsal, unser Verhalten immer wieder mit Blick auf unsere Schöpfungsverantwortung neu zu bewerten.