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Macht und Ohnmacht der Mächtigen

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 20. November 2022.

20.11.2022
© de.wikipedia.org/wiki/Christus_König#/media/Datei:Monreale_photo_ru_Sibeaster14.jpg
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Eine Frage lässt mir keine Ruhe: Warum machen die Mächtigen nicht Frieden? Warum haben sich bis heute die Mächtigen nicht zusammengetan, um den geplagten Menschen in Syrien endlich ein Leben in Frieden zu ermöglichen? Ich habe die Not vor Ort gesehen. Nach wie vor ist fast die Hälfte der Bevölkerung als Flüchtlinge im eigenen Land und im Ausland. Wer spricht heute noch von diesem Elend? Warum haben die Mächtigen dieser Welt für die Ukraine auch nach Monaten dieses Überfallskrieges keinen Weg gefunden, dem täglichen Morden Einhalt zu gebieten?

 

So kommt die Frage auf: Sind die Mächtigen dieser Welt vielleicht gar nicht so mächtig? Sind sie selber Gefangene ihrer Interessen, ihrer Lobbyisten, ihrer Wahltermine, ihrer wirtschaftlichen Zwänge? Oder haben sie Angst, Macht zu verlieren, wenn sie sich auf Friedensverhandlungen einlassen?

 

Mich bewegt ein ganz einfacher Gedanke: Alle haben wir wenigstens ein bisschen Macht. Wie schwer fällt es uns im Kleinen, mit unserer Macht gut umzugehen! Wir wundern uns, warum Diktatoren an ihrer Macht hängen und tun uns schwer, das bisschen Macht, das wir haben, loszulassen, wenn die Zeit gekommen ist. Der Tod ist die unerbittliche Grenze aller menschlichen Macht. Wir können jede Nacht ein wenig das Sterben einüben, ist doch der Tod des „Schlafes Bruder“ (so der Titel des Romans von Robert Schneider).

 

Heute ist das Christkönigsfest, der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Pilatus stellt dem gefangenen und angeklagten Jesus die Frage: „Also bist du doch ein König?“ Jesus antwortet ruhig und klar: „Du sagst es, ich bin ein König.“ Als solchen lässt Pilatus ihn kreuzigen und über ihm eine Aufschrift anbringen: „Das ist der König der Juden.“ Ohnmächtiger kann ein König nicht sein als dieser Gekreuzigte. „Die führenden Männer des Volkes“, die sich selber für mächtig halten, verlachen ihn. Nicht anders die römischen Soldaten, die um die Macht ihres Kaisers wissen: „Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst.“

 

Wo ist da die Macht geblieben? Was ist überhaupt echte Macht? Ist das, was wir für Macht halten, nicht allzu oft eine Karikatur von echter Macht? Den spottenden „führenden Männern“ rutscht ein Wort heraus, das ein Licht auf den Sinn der Macht wirft: „Andere hat er gerettet, nun soll er sich selber retten.“ Andere retten! Gibt es eine schönere Kennzeichnung für das, wozu uns Menschen Macht gegeben ist? Nur allzu oft gebrauchen wir Macht, um uns selber zu retten, uns wichtig zu machen, unsere Position zu stärken, um herrschen zu können. Das ist seit eh und je das Drama des Machtmissbrauchs: zuerst alles daranzusetzen, um eine Position der Macht zu bekommen und dann die erworbene Macht vor allem dafür einzusetzen, weiter an der Macht zu bleiben. So ist es im Großen, nicht viel anders ist es im Kleinen.

 

Rechts und links von Jesus sind zwei Verbrecher gekreuzigt. Der eine verhöhnt Jesus: „Rette dich selbst und auch uns.“ Der andere weist ihn zurecht und sagt ein Wort zu Jesus, das ihn für alle Zeiten berühmt gemacht hat. Er weiß, warum ihn und seinen Kollegen das grausame Todesurteil trifft. Von Jesus aber sagt er: „Dieser hat nichts Unrechtes getan.“ Und an Jesus gewandt: „Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Alle drei werden bald tot sein. Von Jesus glaubt er, dass er wirklich ein König ist, dass aber seine Königsmacht mit dem Tod nicht zu Ende ist. So bekommt er von Jesus die Antwort, die keine irdische Macht geben kann: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Auf diese Macht ist Verlass. Sie täuscht nicht und geht nie unter.

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