„Wenn Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos.“ Ganz energisch schreibt Paulus diese Worte an die junge christliche Gemeinde in Korinth. Für ihn hängt alles am Glauben an die Auferstehung Jesu: „Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.“ Für Paulus steht hinter diesen Worten eine einschneidende Erfahrung, die sein Leben verändert hat: Auf dem Weg nach Damaskus ist ihm Jesus erschienen, hat ihn angesprochen. „Ich habe den Herrn gesehen!“ Kein Gespenst war da in sein Leben getreten, sondern Jesus selber, auferstanden, lebendig, wirklich. Und deshalb ist Paulus überzeugt, dass auch wir auferstehen werden. Der ganze Sinn des Lebens hängt für ihn an dieser Gewissheit: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sterben wir.“
Aber stimmt das? Muss ich wirklich an eine „Auferstehung des Fleisches“ glauben? Gehört es zum Glauben an ein Leben nach dem Tod, auch an eine leibliche Auferstehung zu glauben? Schon damals, am Anfang des christlichen Glaubens, plagte diese Frage die Christen in Korinth: „Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?“ Eine Fülle von Fragen stellt sich bis heute dem Glauben an eine leibliche Auferstehung in den Weg. Zum Beispiel: Wenn ein Kind stirbt, wird es ewig ein Kind bleiben? Oder: Kann ein leibliches Leben überhaupt unvergänglich sein? Oder: Der Leib ist räumlich. Wie sollen Milliarden von Auferstandenen beisammen sein in einer ewigen Lebensform? Diese Fragen zeigen, dass alle unsere Vorstellungen von einem Leben als Auferstandene daran scheitern, dass wir uns die Ewigkeit nicht vorstellen können. Trotzdem steht und fällt der christliche Glauben mit dem Glauben an die Auferstehung. Und das hat einen ganz handfesten Grund: das leere Grab in Jerusalem! „Am ersten Tag der Woche“, am dritten Tag nach dem Kreuzestod Jesu, findet Maria von Magdala sein Grab geöffnet. Es ist leer. Sein Leichnam ist weg. Anfangs meint sie, jemand habe ihn aus dem Grab weggenommen. Zur Trauer über den Tod Jesu kommt ein zusätzlicher Schmerz: Jetzt hat man auch noch seinen Leichnam gestohlen!
Alles ändert sich, als Maria von Magdala ihm selber begegnet, lebend, lebendig, wirklich Er, und doch nicht einfach ins irdische Leben zurückgekehrt. Das leere Grab Jesu in Jerusalem ist zwar kein Beweis für seine Auferstehung. Aber ohne das leere Grab „hätte sich die Botschaft von der Auferstehung Jesu in Jerusalem keinen Tag lang halten können, wenn nicht tatsächlich ein leeres Grab Jesu gezeigt worden wäre, das auch allgemein als das Grab Jesu anerkannt worden wäre“, schreibt der große Wiener Judaist Kurt Schubert (1923-2007), der vor wenigen Tage seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.
Das leere Grab alleine genügt freilich nicht, um den Glauben an die Auferstehung zu tragen. Die Erscheinungen Jesu sind entscheidend. Er hat sich als der Lebende gezeigt, seinen Jüngern, den Männern und Frauen, die das bezeugen und bestätigten können. Ihr Zeugnis bleibt das tragende Fundament des Glaubens. Und ebenso die bis heute immer neu gemachte Erfahrung, dass Jesus Wort gehalten hat, als er versprach: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“