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Der nahe Fernstehende

Evangelienkommentar von Kardinal Schönborn zum 30. Sonntag im Jahreskreis, 24. Oktober 2004 („Weltmissionssonntag“), (Lk 18,9-14)

24.10.2004
© Franz Josef Rupprecht

Wie stehe ich vor Gott? Um diese Frage geht es. Was die Menschen von mir halten, kann falsch sein. Was ich selber über mich denke, kann eine Täuschung sein. Wahr ist nur, wie ich vor Gott stehe. Ihn kann ich nicht täuschen, und Er täuscht sich nicht über mich, und Er täuscht mich nicht.

 

Jesus hält uns, wie so oft, einen Spiegel vor: Schau hinein! Wage es, dich selber anzuschauen, wie du bist, nicht was du oder andere von dir meinen. Schau in den Spiegel dieses Gleichnisses. In welchem der beiden Beter erkennst du dich selber? Im Pharisäer zeigt Jesus einen, der von sich selber überzeugt ist, dass er „gerecht“, also vor Gott und der Welt „o.k.“ ist.

 

Und tatsächlich: Sein Leben ist vorbildlich, und er weiß das auch und kann sich das nicht oft genug selber sagen: „Ich bin Gott sei Dank nicht so wie diese anderen, von denen ich täglich in der Zeitung lese, wie diese Verbrecher, die andere überfallen und ausrauben, oder wie diese Betrüger, die krumme Dinge drehen, bis alles auffliegt und sie hinter Schloss und Riegel landen, oder wie diese Ehebrecher, die Frau und Kinder sitzen lassen und mit einer anderen davongehen.“

 

Warum haben wir so oft die Neigung, uns mit anderen zu vergleichen? Meist geschieht es im Sinn des Pharisäers, dass wir Gründe suchen und finden, uns über andere zu erheben, uns im Vergleich mit ihnen für besser zu halten: „Gott sei Dank bin ich nicht so!“ Liegt in diesem Bedürfnis nicht eine Art Unsicherheit? Wenn ich mit mir selber in Frieden bin, brauche ich doch nicht andere zu verachten! Vielleicht verdränge ich meine Fehler und Versagen dadurch, dass ich auf andere herabschaue.

 

Der Pharisäer im Gleichnis Jesu kann gar nicht genug bekommen von dieser Art Selbstrechtfertigung. Er listet sorgfältig alle seine guten Taten auf: „Ich faste zweimal in der Woche“, weit mehr, als geboten ist. „Ich gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.“ Der Kirchenbeitrag beträgt in Österreich  1,1 % des versteuerbaren Einkommens. Er gibt das Zehnfache, wirklich ein vorbildlicher, „praktizierender“ Gläubiger.

 

Steht er deswegen vor Gott schon gut da? Ist das nicht oft unser Grundfehler, dass wir glauben: wenn ich brav und eifrig bin, hat mich Gott lieb? Der zweite Mann hält sich nicht für brav und „o.k.“. Im Gegenteil: Er weiß, dass er Gott nichts anzubieten hat. In seinem Leben, in seinem Beruf hat sich viel Ungutes angesammelt. Er redet sich nicht auf andere und anderes aus: auf „die Gesellschaft“, „die Umstände“, „die Sachzwänge“. Er anerkennt seine eigene Schuld. Und deshalb hat er nur eine schlichte Bitte: „Gott sei mir Sünder gnädig.“

 

Wie stehe ich vor Gott? Wie dieser „Fernstehende“, der um seine Armseligkeit weiß, oder wie dieser „Vornstehende“, der sich so sehr über sich selber täuscht? Gott ist dem Fernstehenden nahe. Der „Vornstehende“ ist fern von Gott, weil er im Grunde nur sich selber sieht.

 

Nichts ist abstoßender als eine Frömmigkeit, die sich mit Lieblosigkeit und Verachtung für die anderen paart. Gott liebt mich nicht, weil ich „brav“ bin, sondern weil ich Sein Erbarmen brauche.

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