Was hat sich seither geändert? Was hat Ostern anders gemacht? Jahr für Jahr feiern die Christen das Osterfest, heuer sogar alle gemeinsam am selben Sonntag (denn meistens haben wir Christen in Ost und West verschiedene Osterdaten). Verändert sich etwas an meinem Leben, wenn ich glaube, dass Jesus wirklich auferstanden ist? Denn warum soll ich etwas Unwahrscheinliches glauben, wenn es mir „nichts bringt“, meinem Leben nicht eine neue Dimension eröffnet?
Den ersten Zeugen der Auferstehung hat die Begegnung mit Jesus sehr wohl etwas gebracht. Da ist als allererste eine Frau, die erste Zeugin der Auferstehung, die erste, die Jesus als Lebendigen gesehen und erlebt hat; die Erste, die Jesus sozusagen „auf Mission“ geschickt hat!
Maria von Magdala hat besonders um Jesus getrauert. Darum geht sie auch in aller „Herrgottsfrühe“ zum Grab. Der Kummer um den Verlust, die Liebe zum Toten zieht sie hin. Ihr Schmerz wird noch viel größer: das Grab ist leer! Jemand muss die Leiche weggenommen haben!
Sie sucht den Toten – und begegnet dem Lebendigen! Sie sucht den Leichnam des geliebten Meisters – und begegnet Ihm selber, leibhaftig, lebendig – und doch nicht verfügbar. Sie darf Ihn nicht festhalten, sondern soll Ihn verkünden. So wird sie die erste Botin des Auferstandenen!
Was bringt Ostern? Was außer freien Tagen? Bringt es etwas wirklich Neues? Und wenn ja, woran merkt man es? Maria von Magdalas Leben wurde zum zweiten Mal verändert. Das erste Mal war es die Begegnung mit Jesus, der ihr, der öffentlichen Sünderin, eine Liebe geschenkt hat, die sie nie erlebt hatte. Sie hat dank Ihm zu leben begonnen, ein neues, ungekanntes Glück.
Aber dann kam sein grauenhafter Tod, den sie mutig beim Kreuz stehend mit Ihm durchlitten hat. Die zweite Begegnung durchbrach die letzte Schranke, die des Todes. Jesus ist nicht im Grab geblieben, als erster und einziger Mensch. Er ist nicht vom Scheintod erwacht, sondern aus dem wirklichen Tod auferstanden. Er war tot, das Grab verschlossen. Nun ist er nicht mehr dort. Aber auch nicht einfach in unser Leben zurückgekehrt. Sonst wäre er, vielleicht hochbetagt, längst gestorben.
Maria von Magdala hat ihn gesehen, Er hat mit ihr gesprochen. Sie hat davon anderen erzählt. Aber das war vor 2000 Jahren. Was habe ich heute davon? „Was bringt’s?“
Zuerst das: Der Tod ist wie eine Wand. Alle zerschellen wir daran. Keiner entkommt dem Tod. Doch seit Ostern hat die Mauer ein Loch, und niemand kann es wieder schließen: Der Tod ist nicht das endgültige „Aus“ und auch nicht der Anfang einer endlosen Kette von Wiedergeburten. Sterben heißt seit Ostern: ins Leben gehen, durch die Mauer-
bresche, die Jesus für immer geöffnet hat.
Und schließlich: Ob Ostern mir etwas bedeutet, das kann ich nur im Mitgehen erfahren, wenn ich Jesus suche wie Maria von Magdala, wenn Er mit mir geht wie mit den Jüngern von Emmaus. Das geschieht auch heute.