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Der Traum von der Einheit

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am 7. Sonntag der Osterzeit, 20. Mai 2012 (Joh 17,6a.11b-19)

20.05.2012
© archiv

„Dass alle eins sein!“ war Jesu Wunsch. Das war die Bitte an Gott, den er seinen Vater nennt. Das war sein Testament, sein letzter Wille vor dem bevorstehenden Tod. Dafür hat er sein Leben eingesetzt. Wie eine Mutter, die sterben muss, ihre Kinder bittet, eins zu sein, nach ihrem Tod die Einheit zu bewahren, so betet Jesus für seine Jünger, und für alle Menschen, „dass sie eins seien“.

 

Was ist aus Jesu Wunsch geworden? Ist aus dem Traum von der Einheit nicht ein Albtraum geworden? Die Welt ist heute „eine“ geworden wie es früher nicht vorstellbar war. Wir hängen alle voneinander ab. Wir wissen viel deutlicher, dass unser „Raumschiff Erde“ auf Gedeih und Verderb uns alle in einer Schicksalsgemeinschaft vereint. Die Klimafragen betreffen uns alle, auf jedem Fleck der Erde, ebenso die Wirtschaftsfragen, die Finanzmärkte. Keiner ist mehr eine Insel, alle sind wir aufeinander angewiesen

 

Bedroht uns nicht eine Art Einheitskultur, in der alle Unterschiede eingeebnet sind? Hat Jesus eine solche Einheit erhofft, erbetet? Ist die Schönheit des Lebens nicht die Vielfalt? Besteht der Reichtum der Schöpfung nicht in der Vielzahl der Arten, der Buntheit der Blumen, der zahlreichen Unterschiede der Sprachen und Kulturen? Jeder Mensch ist einmalig. Welche Einheit also erbittet Jesus vom Vater?

 

Ich sehe aber auch eine andere Gefahr. Nicht nur die weltumspannende Einheitszivilisation, sondern auch ihr Gegenteil: eine dramatisch wachsende Uneinheit! Die Kluft zwischen reich und arm wird immer größer, unaufhaltsam: einige Superreiche – und immer mehr Menschen am Rand der Armut. Die Religionen geben oft kein Bild des friedlichen Miteinanders. Im Islam bieten Sunniten und Schiiten einander blutige Fehden mit Selbstmordattentaten und Anschlägen. Die Christen sind in viele Konfessionen und Kirchen zersplittert, und wenn sie sich auch heute nicht mehr, wie in früheren Zeiten, blutig bekämpfen, so sind sie doch noch lange nicht eins, wie Jesus es wünscht. Sind die Religionen Spaltpilze? So fragen sich manche Kritiker.

 

So zeigt sich ein widersprüchliches Bild, widersprüchlich wie das Leben selbst: der Traum vom eins sein – und die schmerzliche Erfahrung der Uneinigkeit, im Persönlichen, in den Beziehungen, der Ehe, der Wirtschaft, den Religionen. Was wurde aus Jesu Bitte? Mir hilft es, genauer hinzuhören, worum Jesus gebetet hat: „Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, … damit sie eins sind wie wir“. Jesus weiß, dass die Seinen, solange sie auf dieser Welt leben, gefährdet sind. Deshalb vertraut er sie Gott, seinem Vater an: „Bewahre sie!“ „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern das du sie vor dem Bösen bewahrst“.

 

Das „Testament“ Jesu macht eines sehr klar: wir sind auf Gottes Hilfe und Schutz angewiesen. Zu groß sind die Gefahren in uns und um uns! Wir schaffen es nicht alleine. Zu schwierig sind die Herausforderungen unserer Zeit, als dass wir sie mit guten Willen allein bewältigen könnten. Aber mit Ihm, Jesus, mit Gott, seinem und unserem Vater, ist es möglich, sogar mit Freude!

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