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Schick die Leute weg!

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 2. August 2020, (Matthäus 14,13-21)

02.08.2020
Die Speisung der 5000 / wunderbare Brotvermehrung. Kleinmariazell.
© kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
Die Speisung der 5000 / wunderbare Brotvermehrung. Kleinmariazell.

Es war in den Sommerferien des Jahres 1979. Ich war damals Professor an der Universität Fribourg in der Schweiz. Ich verbrachte meinen Urlaub in einem kleinen Schweizer Bergdorf und vertrat den dortigen Pfarrer während seines Urlaubs. Ich erinnere mich genau an den Moment, als ich der kleinen Schar der Gläubigen das heutige Evangelium vorlas. Ich kam zu der Stelle, wo die Jünger am Abend zu Jesus sagten: „Schick die Leute weg!“ Plötzlich trafen mich diese Worte, als hörte ich sie zum ersten Mal. Ich vergesse nie den Schock, den sie bei mir ausgelöst haben. Auch heute, über vierzig Jahre später, erschüttert mich dieser kleine Satz immer noch. Warum war er mir vorher nie besonders aufgefallen? Warum lässt er mich seit diesem Sommermorgen in der Schweizer Dorfkirche nicht mehr los?

 

Mir wurde damals plötzlich der Gegensatz deutlich, der sich zwischen Jesus und seinen Jüngern auftat. Und dieser Gegensatz traf mich ganz persönlich und stellte mich vor die Frage: Wie ist es heute? Verhalten wir uns nicht ganz ähnlich wie die Jünger Jesu damals? Warum klafft oft so ein tiefer Graben zwischen Jesus und seinen Anhängern? 

 

Mir wurde bewusst, dass im heutigen Evangelium zwei gegenläufige Bewegungen stattfinden. Jesus zieht sich in die Einsamkeit zurück. Das hat er oft gemacht. Gerade jetzt, als er die Nachricht erhält, dass sein Verwandter, Johannes der Täufer, enthauptet worden war, ist sein Bedürfnis, alleine zu sein, besonders verständlich. „Aber die Volksscharen hörten davon und folgten ihm zu Fuß aus den Städten nach.“ Das ist die eine Bewegung. Jesus zieht sich zurück, aber er zieht umso mehr die Menschen an. Sie scheuen keine Mühe, sie strömen heran, sie wollen Jesus sehen, hören, berühren. Und Jesus ist von ihnen berührt. Er sieht ihre Not, er hört ihre Bitten. „Er hatte Mitleid mit ihnen und heilte ihre Kranken.“

Markus berichtet in seinem Evangelium, dass Jesus auch lange zu ihnen sprach, sie lehrte. Und offensichtlich wurden die Menschen nicht überdrüssig, ihm zuzuhören.

Die andere Bewegung steht in völligem Gegensatz zur ersten. Es wird Abend. Der Tag dauert schon lange. Eigentlich wollte Jesus doch alleine sein, ausruhen, und seine Jünger mit ihm. Was wird aus ihrem „Urlaub“ mit Jesus? Immer diese Scharen von Menschen, die sich an Jesus herandrängen! Wann denkt der Meister an uns, seine engsten Mitarbeiter?

 

„Schick die Leute weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.“ Das klingt doch ganz vernünftig! Aber war es wirklich Ausdruck des Mitleids Jesu mit den vielen von Sorgen bedrückten Menschen? Oder war es, ganz nüchtern betrachtet, das Selbstmitleid der Jünger, die schlicht ihre Ruhe haben wollten? Dieser Gedanke traf mich damals ganz plötzlich, als ich in der Schweizer Dorfkirche das Evangelium vorlas. Und seither verfolgt mich dieser Satz: „Schick die Leute weg…“

 

Zu Jesus drängen sich die Menschen hin. Was tun wir, seine Jünger? Drängen wir darauf, dass Jesus die Leute wegschickt, nur damit wir unsere Ruhe haben? Jesu Antwort brennt mir im Herzen: „Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen.“ Natürlich haben sie sich damals von diesem Wort Jesu völlig überfordert gefühlt. Sie hatten mit ihren fünf Broten und zwei Fischen eigentlich viel zu wenig für ihren eigenen Hunger. Immerhin: Sie geben Jesus alles, was sie an Vorräten dabeihaben. Und Jesus gibt es ihnen zurück in ihre Hände, damit sie es an die weit über fünftausend Menschen austeilen, und es bleibt für sie selber reichlich genug über.

 

Eine große Frage begleitet mich seit diesem Erlebnis in meinem damaligen Schweizer Urlaubsort: Was sagt Jesus mir, uns, jedem persönlich, mit seiner Antwort: „Sie brauchen nicht wegzugehen! Gebt ihr ihnen zu essen.“

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