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1998 - Der Kardinal im Dialog für Österreich

Das Jahr 1998 ist intensiv. Schönborn wird zum Kardinal erhoben, Papst Johannes Pail II besucht Österreich zum dritten  Mal, im Volk Gottes brodelt es

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Am 18. Januar 1998, nur wenige Tage vor seinem 53. Geburtstag, erreicht Christoph Schönborn eine Nachricht aus Rom: Papst Johannes Paul II. ernennt ihn zum Kardinal. Es ist ein Schritt, der seine Bedeutung in der Weltkirche sichtbar macht.

Doch die Freude darüber bleibt gedämpft. Fast gleichzeitig werden neue Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Hans Hermann Groër bekannt. Diesmal kommen sie aus dem Stift Göttweig, aus jenem Umfeld, dem Groër selbst lange angehört hat. Die Krise, die viele schon für überwunden hielten, beginnt von Neuem.

 

Im Kloster eskaliert die Situation rasch. Eine Gruppe von Mönchen verlässt aus Protest das Stift. Groër verliert sein Amt als Prior von Maria Roggendorf. Und wieder bleibt er bei seinem Schweigen. In der Öffentlichkeit wächst die Unruhe, die Diskussionen werden schärfer.

 

Umso irritierender wirkt es auf viele, als Groër wenige Wochen später in Rom beim Konsistorium erscheint. Am 21. Februar wird auch Schönborn zum Kardinal erhoben. Vier österreichische Kardinäle stehen nun nebeneinander – ein starkes Bild, das zugleich von den Spannungen dieser Zeit überlagert wird.

 

Ein Moment sorgt besonders für Aufmerksamkeit: Schönborn küsst öffentlich den Bischofsring Groërs. Für ihn ist es eine Geste des Respekts vor dem Amt, nicht vor der Person. Doch viele verstehen sie anders. Hinter den Kulissen spricht Schönborn Groër direkt an. Er fordert ihn auf, sich zu erklären, Verantwortung zu übernehmen und einen Weg der Klärung zu eröffnen. Ohne offene Worte, so ist er überzeugt, kann es keinen Neuanfang geben.

 

Wenige Tage später kommt Bewegung in die Situation.

 

Am 27. Februar 1998 veröffentlichen die österreichischen Bischöfe eine Erklärung, die zu einem Wendepunkt wird. Sie sprechen von einer „moralischen Gewissheit“, dass die Vorwürfe gegen Groër im Wesentlichen zutreffen. Es ist ein ungewöhnlich klares Wort – und eines, das nicht mehr zurückgenommen werden kann.

 

Gleichzeitig fordern sie Groër auf, Stellung zu beziehen: entweder seine Unschuld zu erklären oder um Vergebung zu bitten und sich aus allen Ämtern zurückzuziehen. Das Schweigen, das zuvor noch als möglich erschien, ist nun nicht mehr tragbar.

Die Erklärung löst breite Reaktionen aus – in Österreich ebenso wie im Vatikan. Kritik bleibt nicht aus, doch Schönborn bleibt bei seiner Linie. Er fordert, dass Groër bis zur Klärung keine bischöflichen Aufgaben mehr wahrnimmt. In Interviews spricht er von einem „Weg der Heilung“. Schuld müsse benannt werden, sagt er, nur so könne Versöhnung entstehen.

 

Im April wird die Lage auch in Rom besprochen. Schönborn reist gemeinsam mit anderen Bischöfen zum Papst. Johannes Paul II. hört zu, wägt ab und betont, dass seine Entscheidungen von Gerechtigkeit und Liebe geleitet sein sollen.

Kurz darauf setzt Schönborn selbst ein deutliches Zeichen.

 

Am 16. April entschuldigt er sich im Namen der Erzdiözese Wien öffentlich bei den Opfern. Es ist ein Schritt, der vielen wichtig ist – und der zeigt, dass die Kirche beginnt, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wird bekannt, dass Groër Österreich verlassen wird.

 

Im Juni richtet sich der Blick erneut nach Österreich – diesmal auf einen besonderen Besuch. Papst Johannes Paul II. kommt zum dritten Mal ins Land. Die Erwartungen sind hoch, doch die Stimmung ist zurückhaltend. Zu tief sitzt die Verunsicherung der vergangenen Jahre.

 

In Salzburg wird der Papst empfangen, wirkt aber bereits sichtbar gezeichnet. Die Begegnungen sind würdevoll, aber nicht unbeschwert. Viele hoffen auf klare Worte, doch Antworten bleiben oft indirekt.

 

In Wien hält der Papst seine viel beachtete Rede über Europa. Er spricht über Verantwortung, über Grenzen und darüber, dass Europa seine östliche Hälfte nicht vergessen dürfe. Es ist ein weiter Blick – und doch bleibt die konkrete Situation in Österreich im Hintergrund.

 

Der Höhepunkt des Besuchs ist die Messe am Heldenplatz. Tausende kommen zusammen. Drei Menschen werden seliggesprochen – jede ihrer Lebensgeschichten erzählt von Glauben unter schwierigen Bedingungen. Für einen Moment rückt die Krise in den Hintergrund. Und doch bleibt sie spürbar. Die offenen Fragen sind nicht verschwunden.

 

Kurz nach dem Papstbesuch übernimmt Schönborn eine weitere Aufgabe.

Am 30. Juni 1998 wird er zum Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz gewählt. Eine Position, die er über viele Jahre hinweg prägen wird – in einer Zeit, die alles andere als einfach ist.

 

Im August desselben Jahres reist er nach Ecuador.

Zehn Tage lang besucht er Gemeinden in der Erzdiözese Guayaquil. Dort arbeiten auch österreichische Priester, die sich besonders für arme und benachteiligte Menschen einsetzen. Schönborn begegnet ihnen auf Augenhöhe, spricht mit den Menschen, hört zu. Die Reise wirkt unspektakulär, fast leise. Und doch zeigt sie, was ihm wichtig ist: dass Kirche nicht an Grenzen endet, sondern weltweit Verantwortung trägt.

 

Zurück in Österreich verändert sich auch die Medienlandschaft.

Mit Radio Maria und Radio Stephansdom gehen zwei kirchliche Sender auf Sendung. Unterschiedlich in Stil und Ausrichtung, aber mit einem gemeinsamen Ziel: Glauben hörbar machen und Menschen erreichen, die vielleicht sonst keinen Zugang finden.

Schönborn setzt große Hoffnung in diese Projekte. Für ihn sind sie ein weiterer Versuch, Brücken zu bauen.

 

Gleichzeitig bleibt die Kirche im Inneren in Bewegung.

Mit dem „Dialog für Österreich“ starten die Bischöfe einen breit angelegten Gesprächsprozess. Viele Menschen bringen sich ein, diskutieren, stellen Fragen. Themen wie Armut, Migration, die Rolle der Frauen oder kirchliche Strukturen kommen zur Sprache.

 

Die Atmosphäre ist gemischt. Einerseits Aufbruch, andererseits Skepsis. Beim großen Delegiertentreffen sitzen Menschen unterschiedlichster Positionen nebeneinander – ungewohnt, manchmal auch anstrengend, aber oft überraschend fruchtbar.

Doch nicht alles trägt dauerhaft. Manche Projekte verlaufen im Sand, die Koordination bleibt schwierig. Und doch bleiben Spuren: neue Impulse, neue Kontakte, ein vorsichtig gewachsenes Verständnis füreinander.

 

Am Ende des Jahres zeigt sich noch einmal, wie angespannt die Situation ist.

Beim sogenannten Ad-limina-Besuch in Rom treten die österreichischen Bischöfe nicht als geschlossene Gruppe auf. Die Spannungen sind sichtbar, auch nach außen.

In dieser Lage fällt Schönborn eine besondere Rolle zu. Er versucht zu vermitteln, ruhig zu bleiben, Brücken zu halten. Es ist kein spektakulärer Weg – eher ein geduldiger.

 

weiter: Chronik 1999

 

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