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2000 - Das Hl. Jahr zwischen Zerrissenheit und Versöhnung

Das Hl. Jahr ist voller geistlicher Höhepunkte. Glaichzeitig ist Österreich erstmals in der nachkriegsgeschichte international isoliert- Ein jahr voller Herausforderungen auch für den Erzbischof von Wien.

© Rupprecht@kathbild.at, Franz Josef Rupprecht
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Das Heilige Jahr 2000 beginnt in Österreich nicht in ruhiger Stimmung. Die neue Koalition aus ÖVP und FPÖ sorgt im In- und Ausland für heftige Reaktionen. Die politische Lage ist angespannt, die Gesellschaft wirkt gespalten.

 

Christoph Schönborn versucht, in dieser Situation nicht Öl ins Feuer zu gießen, sondern Brücken zu bauen. Er sucht das Gespräch, auch über kirchliche Kontakte hinaus. Rückblickend wird ihm genau das zugeschrieben: Besonnenheit in einer Zeit, in der viele schnell Position beziehen.

 

Er vermeidet klare Parteinahmen, bleibt aber nicht stumm. Von der neuen Regierung erwartet er, dass sie sich am Schutz des Lebens orientiert – vom Anfang bis zum natürlichen Ende – und dass sie Themen wie Familie, Arbeit und Integration ernst nimmt. Für ihn geht es weniger um politische Lager als um das gemeinsame Fundament.

 

Gemeinsam mit Kardinal Franz König veröffentlicht er eine Erklärung. Darin sprechen beide von einer Zeit der Prüfung. Sie erinnern daran, dass Christen in allen Parteien engagiert sind, und rufen dazu auf, das Gemeinwohl über parteipolitische Interessen zu stellen. Vielfalt sehen sie nicht als Bedrohung, sondern als Chance – solange sie nicht in Gegensätze umschlägt.

 

Gleichzeitig lädt Schönborn zu einem einfachen, aber deutlichen Zeichen ein: einem wöchentlichen „Gebet für Österreich“ im Stephansdom. Es ist kein politisches Programm, sondern ein stiller Versuch, Hoffnung wachzuhalten.

 

Schon bei seiner Ankunft wird deutlich, wie sehr diese Reise von Begegnung lebt. Er besucht mehrere Diözesen, trifft Priester, spricht mit Gläubigen. Besonders im Mittelpunkt steht eine Diakonweihe in Ibadan, bei der er gemeinsam mit dem örtlichen Erzbischof neue Diakone weiht.

 

Ein Moment bleibt besonders in Erinnerung: die Eröffnung einer kleinen Klinik, benannt nach einem nigerianischen Priester, der in Wien ausgebildet wurde. Hier wird sichtbar, wie eng die Verbindungen über Kontinente hinweg sein können.

Am Ende der Reise nimmt Schönborn vor allem eines mit: die Überzeugung, dass Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika mehr sein muss als Hilfe aus der Distanz – sie soll ein gegenseitiges Lernen sein.

 

Kurz darauf führt ihn sein Weg in das Heilige Land.

Im März nimmt er an der Reise von Papst Johannes Paul II. nach Israel teil. Auf dem Berg der Seligpreisungen feiert der Papst mit tausenden jungen Menschen einen Gottesdienst. Die Worte der Bergpredigt stehen im Mittelpunkt – einfache, aber fordernde Sätze über Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden.

Für Schönborn ist es ein Moment, der über das Ereignis hinausweist: eine Erinnerung daran, worum es im Kern geht.

 

Ende März wird Wien selbst zu einem Ort solcher Begegnungen.

Unter dem Motto „Wien ist anders – Gott auch“ startet die Stadtmission 2000. Für zehn Tage verändert sich das Bild der Kirche in der Stadt. Junge Menschen sprechen Passanten auf der Straße an, laden zu Gesprächen ein, gehen in Cafés, öffnen Räume.

Es entsteht eine ungewohnte Mischung: Gospelmusik am Stephansplatz, Gesprächsrunden in Kaffeehäusern, stille Momente im Dom. Besonders eindrucksvoll ist ein Abend der Barmherzigkeit, bei dem viele Menschen das Gespräch suchen – oft nach langer Zeit der Distanz.

 

Für Schönborn ist diese Mission mehr als ein Projekt. Sie ist ein Versuch, die Kirche dorthin zu bringen, wo sich das Lebenabspielt

 

Im Frühsommer reist er nach Rumänien.

Dort erhält er ein Ehrendoktorat in Bukarest. In seiner Rede spricht er über die Schätze der Ostkirche – ihre Spiritualität, ihre Liturgie, ihre Tiefe. Für ihn ist klar: Europa kann nur dann zusammenwachsen, wenn Ost und West einander wirklich zuhören.

Doch es sind nicht nur die akademischen Begegnungen, die ihn prägen. Besonders bewegt ihn der Besuch bei Straßenkindern. Hier wird ihm noch einmal deutlich, dass Theologie ohne Blick auf die Wirklichkeit unvollständig bleibt.

 

Im Juni steht Rom im Mittelpunkt.

Beim Eucharistischen Weltkongress kommen Gläubige aus aller Welt zusammen. Schönborn hält eine Katechese über Eucharistie, Umkehr und Versöhnung. Themen, die in diesem Heiligen Jahr eine besondere Rolle spielen.

Wenige Wochen später kehrt er erneut nach Rom zurück – diesmal zum Weltjugendtag.

 

Dort erlebt er eine Kirche voller Energie. Junge Menschen aus vielen Ländern begegnen einander, feiern, beten, diskutieren. In seiner eigenen Pfarre spricht Schönborn zu einer internationalen Gruppe von Jugendlichen. Er ist beeindruckt von ihrer Offenheit und von ihrer Bereitschaft, sich auf den Glauben einzulassen.

Für ihn zeigt sich hier etwas, das Hoffnung macht: dass Glaube nicht nur Tradition ist, sondern auch Zukunft haben kann.

 

Im Herbst richtet sich sein Blick wieder stärker auf Europa.

Bei einer Wallfahrt nach Mariazell spricht er über die Erweiterung der Europäischen Union. Für ihn ist klar: Es geht nicht nur um Wirtschaft oder Politik, sondern um ein gemeinsames Verständnis von Kultur und Geschichte.

Mariazell wird für ihn zum Symbol – ein Ort, an dem sich seit Jahrhunderten Menschen aus verschiedenen Ländern begegnen.

 

Was er meint, wird kurz darauf konkret.

In Wien bringt er zwei Persönlichkeiten zusammen: den Präsidenten der EU-Kommission und den serbisch-orthodoxen Patriarchen. Es ist ein Treffen, das nicht selbstverständlich ist – zu groß sind die Spannungen der vergangenen Jahre.

Und doch gelingt es, ein Gespräch zu führen. Über Europa, über Versöhnung, über Zukunft. Für Schönborn ist das genau der Weg, den er gehen will: Menschen an einen Tisch bringen, auch wenn es schwierig ist.

 

Auch die Vergangenheit lässt ihn nicht los.

Bei einer Wallfahrt an die Grenze zu Tschechien spricht er über die Notwendigkeit, alte Wunden zu heilen. Es geht um Geschichte, um Erinnerung – und darum, nicht in alten Gegensätzen stecken zu bleiben.

 

In Rom eröffnet er später eine Ausstellung mit Werken eines Auschwitz-Überlebenden. Die Bilder zeigen das Unsagbare, und Schönborn spricht darüber, dass Erinnerung kein Selbstzweck ist. Ohne sie, sagt er, gibt es keine Zukunft.

 

Zum Ende des Heiligen Jahres kehrt er noch einmal zu einem stilleren Thema zurück.

Sein Buch über das Gebet erscheint. Es ist der Teil des Katechismus, der sich ganz dem Gespräch mit Gott widmet. Entstanden ist er in schwierigen Zeiten, geprägt von Krisen und Konflikten.

 

 

. Fortsetzung 2001

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