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2004 - Im Auge des Sturms

Mit Kardinal Königs Tod geht eine Ära zu Ende, der mitteleuropäische Katholikentag weckt Hoffnung, der Skandal um das Priesterseminar ist ein neuerliches Erdbeben in der Kirche Österreichs und das Jahr endet mit dem Tsunami im Pazifik.

© Rupprecht@kathbild.at, Franz Josef Rupprecht
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Im Jänner 2004 reist Christoph Schönborn nach New York. Dort trifft er mit katholischen Kardinälen und orthodoxen Rabbinern zusammen. Der Ort ist bewusst gewählt: das Museum of Jewish Heritage nahe dem Battery Park, nicht weit von Ground Zero entfernt. Das Thema der Gespräche wirkt auf den ersten Blick schlicht: „Was ist das wichtigste Gebot?“ Doch schnell zeigt sich, wie viel dahinter steht. Es geht um das Verhältnis von Glauben und Leben, um Verantwortung in der Gesellschaft. Schönborn betont in Gesprächen, dass Christen vom Judentum lernen können, wie eng Glaube und konkretes Handeln zusammengehören. Die Teilnehmer besuchen gemeinsam die Yeshiva University und gedenken der Opfer des 11. September. Die Stimmung ist ernst, aber getragen von gegenseitigem Respekt. Gleichzeitig werden auch Erwartungen ausgesprochen. Vertreter des Judentums wünschen sich ein stärkeres Engagement der Kirche gegen wachsenden Antisemitismus. Die Gespräche bleiben nicht nur theoretisch, sondern berühren die Gegenwart.

 

Im März erreicht Österreich eine Nachricht, die viele bewegt. Am 13. März stirbt Kardinal Franz König im Alter von 99 Jahren. Mit ihm endet für viele eine Epoche. Noch am selben Abend feiert Schönborn im Stephansdom eine erste Seelenmesse. In seiner Predigt spricht er von einem Mann, der aus dem Glauben gelebt habe. Er erinnert an Königs letzte Worte und beschreibt ihn als Seelsorger, der bis zuletzt für die Menschen da war. Viele kommen in den Dom, unter ihnen auch Bundespräsident Thomas Klestil. In den Tagen danach treffen zahlreiche Beileidsbekundungen ein, aus der ganzen Welt und aus unterschiedlichen Religionen. Sie zeigen, wie weit Königs Wirken gereicht hat. Beim Requiem Ende März wird der Stephansdom zu einem Ort internationaler Begegnung. Vertreter verschiedener Kirchen sind anwesend. Es wird sichtbar, wofür König stand: für Dialog und für Brücken zwischen Menschen. Für Schönborn ist der Verlust auch persönlich spürbar. Gleichzeitig betont er, dass es nun darum gehe, diesen Weg weiterzugehen.

 

Im Mai richtet sich der Blick nach Mariazell. Dort findet der Höhepunkt des Mitteleuropäischen Katholikentags statt. Menschen aus vielen Ländern kommen zusammen. Trotz wechselhaften Wetters ist die Stimmung von Hoffnung getragen.

 

Die Feier beginnt mit einer Prozession. Die Gnadenstatue wird aus der Basilika hinausgetragen, ein stilles und zugleich starkes Zeichen. Mehr als hunderttausend Menschen nehmen am Gottesdienst teil.

 

In seiner Predigt spricht Schönborn über Europa. Er erinnert an die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, an Leid und Zerstörung. Gleichzeitig betont er, dass aus diesen Erfahrungen auch neue Hoffnung wachsen kann.

 

Er ruft dazu auf, alte Vorurteile hinter sich zu lassen und ein Europa zu gestalten, das Vielfalt als Stärke versteht. Für ihn gehören dazu auch konkrete Werte: der Schutz des Lebens, Solidarität mit Schwächeren und Räume für Gemeinschaft.

Wenige Wochen später folgt ein weiterer Einschnitt. Am 6. Juli stirbt überraschend Bundespräsident Thomas Klestil. Die Reaktionen sind breit und über Parteigrenzen hinweg von Betroffenheit geprägt.

 

Beim Requiem im Stephansdom würdigt Schönborn ihn als Europäer und als jemanden, der sein Land in einer wichtigen Phase begleitet hat. Gleichzeitig erinnert er daran, dass jeder Mensch auch eine persönliche Geschichte hat, die nicht vorschnell beurteilt werden sollte.

 

Kurz darauf gerät die Kirche selbst erneut in eine schwere Krise. Aus dem Priesterseminar in St. Pölten werden erschütternde Vorfälle bekannt. Die Berichte lösen große Empörung aus. Viele Gläubige reagieren mit Unverständnis, auch innerhalb der Kirche wächst der Druck.

 

Der zuständige Bischof versucht zunächst, die Situation herunterzuspielen. Doch die Kritik wird lauter. Es geht nicht nur um einzelne Vorfälle, sondern um Verantwortung und um Vertrauen.

 

Schönborn äußert sich deutlich. Er zeigt offen seinen Unmut und macht klar, dass solche Zustände nicht hinnehmbar sind. Gleichzeitig wird sichtbar, dass die Probleme schon länger bekannt waren, ohne dass rechtzeitig gehandelt wurde.

Der Vatikan greift schließlich ein und ordnet eine Untersuchung an. In Österreich treffen sich die Bischöfe zu Gesprächen. Schritt für Schritt wird die Situation geklärt. Das Seminar wird geschlossen, und es kommt zu personellen Veränderungen.

Die Krise hinterlässt Spuren. Sie erschüttert das Vertrauen vieler Menschen und zeigt, wie schwierig der Umgang mit solchen Situationen ist.

Im Herbst gibt es auch ein anderes Zeichen.

 

Papst Johannes Paul II. spricht den letzten österreichischen Kaiser Karl selig. Für viele ist es ein Moment der Erinnerung an eine andere Zeit und zugleich ein Hinweis darauf, wie Geschichte weiterwirkt.

 

Das Jahr endet mit einer Katastrophe, die weit über Europa hinausgeht.

Am 26. Dezember trifft ein gewaltiger Tsunami den Indischen Ozean. Ganze Küstenregionen werden zerstört, unzählige Menschen verlieren ihr Leben.

Schönborn steht in engem Kontakt mit der Kirche in den betroffenen Regionen. Besonders bewegt ihn die Situation in Sri Lanka. Trotz der Ereignisse hält er an einer geplanten Reise nach Asien fest.

 

Er spricht von Solidarität und davon, dass Hilfe nicht nur in Worten bestehen darf. In Indonesien besucht er betroffene Gebiete und trifft Menschen, die alles verloren haben. Gleichzeitig nutzt er die Reise, um auch dort den Dialog zwischen den Religionen zu fördern.

 

Am Ende führt ihn der Weg nach Osttimor. In der Kathedrale von Dili feiert er einen Gottesdienst zum Jahresbeginn. Es ist ein stiller Moment nach einem Jahr voller Ereignisse, geprägt von Begegnungen, Krisen und dem Versuch, immer wieder Wege der Verständigung zu finden.

 

Fortsetzung 2005

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