Mitte März warnt Kardinal Christoph Schönborn vor einem „Verlust an Menschlichkeit“ infolge eines aktuellen OGH-Urteils. In der ORF-Pressestunde äußert der Wiener Erzbischof seine Besorgnis über die Entscheidung, einem Kärntner Ehepaar Schadensersatz für die Geburt eines behinderten Kindes zuzusprechen. Schönborn betont, dass Ärzte nun bei geringstem Verdacht auf eine Behinderung des ungeborenen Kindes zur Abtreibung raten. Dies führe zu einem tiefen Verlust an Humanität in der Gesellschaft. Der Kardinal verweist auf den drastischen Rückgang der Geburten von Kindern mit Down-Syndrom um zwei Drittel. Schönborn fordert „flankierende Maßnahmen“ zur Fristenregelung, um Schwangere besser zu unterstützen. Schönborn appelliert an die Gesellschaft, „ja zum Leben“ zu sagen und solidarischer mit behinderten Menschen umzugehen.
Der „Erste Apostolische Weltkongress der Barmherzigkeit“ zieht vom 2. bis 6. April 2008 Tausende von Teilnehmer nach Rom und setzt einen deutlichen Schwerpunkt auf die zentrale Botschaft der göttlichen Barmherzigkeit. Unter der Leitung von Kardinal Schönborn beginnt das Ereignis mit einem feierlichen Gedenkgottesdienst auf dem Petersplatz, zelebriert von Papst Benedikt XVI., zum dritten Todestag von Johannes Paul II. Der Wojtyla-Papst, der als „Apostel der göttlichen Barmherzigkeit“ bekannt ist, wird für seine Hingabe an das Thema geehrt. Am Nachmittag eröffnet Kardinal Schönborn die Kongressarbeit in der Basilika San Giovanni in Laterano. Vor über 3.000 Teilnehmern betont er die untrennbare Verbindung von Barmherzigkeit und gesellschaftlicher Gerechtigkeit als Grunddimension des Christentums. Die Teilnehmer erleben in den folgenden Tagen Vorträge, Gebete und Vertiefungen in Roms Kirchen. Höhepunkt ist die Abschlussmesse im Petersdom, zelebriert von Kardinal Schönborn, gefolgt vom Mittagsgebet mit dem Papst.
Mit einem feierlichen Gottesdienst endet die 50. Internationale Soldatenwallfahrt in Lourdes. Kardinal Christoph Schönborn fordert 25.000 Soldaten dazu auf, „Verteidiger des Lebens“ zu sein, insbesondere der Schwachen und Ungeborenen. Bei strömendem Regen zelebrieren 30 Bischöfe und 250 Priester die Messe, an der auch Ehrengäste wie Staatspräsidentin Mary McAleese und Verteidigungsminister Norbert Darabos teilnehmen.
Beim Weltjugendtag in Sydney treffen sich im Juli über 600 österreichische Pilger zum traditionellen „Österreicher-Treffen“ im „St. Scholastica’s College“. Kardinal Christoph Schönborn ruft die Jugendlichen im Gottesdienst dazu auf, „Oberflächlichkeit und Banalität“ zu meiden und den Geist lebendig zu halten. Er betont die Bedeutung dieses Erlebnisses für das persönliche Leben und Österreich. Auch Jugendbischof Franz Lackner und Botschafter Hannes Porias nehmen teil. Die Veranstaltung vereint Pilger und stärkt Solidarität, besonders durch Unterstützung sudanesischer Christen. Der Abend zeigt Einheit in Vielfalt und spiegelt die Botschaft von Frieden und Zusammenhalt wider, die auch Papst Benedikt XVI. in Sydney betont.
Kardinal Christoph Schönborn hält sich Mitte Oktober auf Einladung des Präsidenten des „Diyanet“, Prof. Ali Bardakoglu, drei Tage in der Türkei auf. In Ankara spricht er an der islamisch-theologischen Fakultät über das Verhältnis von Religion und Staat und betont die Kooperation zwischen weltlichem und religiösem Bereich. Er führt Gespräche mit islamischen Autoritäten, die großes Interesse am Christentum, Religionsunterricht und theologischer Forschung zeigen. Schönborn thematisiert die Religionsfreiheit und die Situation christlicher Minderheiten in der Türkei. Er verweist auf die Verantwortung der islamischen Gemeinschaft, Minderheiten zu schützen, und hebt den Wert religiösen Pluralismus hervor.
Kardinal Christoph Schönborn hält im Wiener Stephansdom ein Requiem für den am 24. Oktober verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk. Er würdigt dessen Einsatz als Publizist und Politiker, der „helfen, fördern und vieles ins Licht der Wahrheit stellen“ wollte. Er lobt Zilks offene Glaubenshaltung, besonders nach dem Briefbombenattentat, als Zilk das Kreuz hochhob und sagte: „Unser Leben ist in Gottes Hand“. Schönborn hebt die Bedeutung kleiner Gesten der Liebe hervor und betont Gottvertrauen als Grundlage. Schönborn begrüßt bei diesem Anlass auch Flüchtlingshelferin Maria Loley, die wie Zilk Opfer eines Briefbombenattentats war. Fortstezung 2009