Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

2009 - Ein Jahr voller Begegnungen

Das Jahr beginnt mit dem Konflikten: Dem Ärger um die Rehabilitation der Bischöfe der Piusbruderschaft aber auch einer schwierigen Bischofsernennung in der Diözese Linz. Er geht in sachen Lebensschutz aber auch auf Konfrontation mit der Stadt Wien. Der Höhepunkt des Jahres ist die erste Diözesanversammlung, eien Frucht der Stadtmission.

© kathbild.at/Rupprecht, Franz Josef Rupprecht
Bild herunterladen

Kardinal Christoph Schönborn unterstreicht die ökumenische Offenheit des neugewählten russischen Patriarchen Kirill I., der bereits als Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats Dialoge mit anderen christlichen Konfessionen fördert. Schönborn blickt auf eine lange persönliche Bekanntschaft mit Kirill zurück, geprägt durch zahlreiche Begegnungen, darunter Kirills Begleitung von Patriarch Aleksij II. 1997 in Österreich und Schönborns Gegenbesuch in Moskau. Beide tauschen sich über Religionsgesetze und ökumenische Anliegen aus. Weitere Treffen in Wien, darunter Beratungen zur Kosovokrise 1999 und die Einweihung der Lazaruskapelle 2006, stärken ihren Austausch. Schönborn sieht Kirill als Hoffnungsträger für den ökumenischen Dialog.

 

Auseinandersetzung um Traditionalisten

 

Papst Benedikt XVI. hebt die Exkommunikation der vier von Erzbischof Marcel Lefebvre geweihten Bischöfe auf, um eine Versöhnung mit der „Piusbruderschaft“ zu ermöglichen. Kurz darauf wird öffentlich, dass einer der Bischöfe, Richard Williamson, den Holocaust leugnet. Kardinal Christoph Schönborn kritisiert in diesem Zusammenhang die vatikanische Informationspolitik und betont in der ORF-Sendung „Zeit im Bild 2“, dass jemand, der den Holocaust leugnet, kein kirchliches Amt ausüben könne. Er zeigt sich erstaunt, dass diese Tatsache im Vatikan offenbar nicht berücksichtigt wurde, und spricht von Fehlern in der Vorbereitung. Schönborn stellt klar, dass die Aufhebung der Exkommunikation eine Geste der ausgestreckten Hand des Papstes war, aber keine Rehabilitierung der Bischöfe bedeutet. Sie bleiben ohne Amt und Würden und müssen nun beweisen, ob sie bereit sind, die ausgestreckte Hand zu ergreifen. Für eine vollständige Versöhnung fordert Schönborn die uneingeschränkte Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch die Bruderschaft, ohne Abstriche. Er lobt die deutliche Verurteilung der Shoah-Leugnung durch Benedikt XVI., der den Juden seine volle Solidarität versichert hat. Dennoch bewertet Schönborn die bisherigen Reaktionen der „Piusbruderschaft“ als unzureichend, um eine echte Versöhnung zu erreichen.

 

Krise um Bischofsernennung in Diözese Linz

 

Die Ernennung von Gerhard Wagner im Februar zum Weihbischof von Linz entfacht eine unerwartete Krise in der Kirche. Kurz nach der Bekanntgabe wird deutlich, dass das übliche Verfahren zur Bischofsernennung offenbar nicht eingehalten wurde, was für Irritationen sorgt. Die Entscheidung löst sowohl innerkirchlich als auch öffentlich massive Proteste aus. Der Linzer Bischofsvikar Wilhelm Viehböck weist darauf hin, dass bereits in der Vergangenheit Reformen bei Bischofsernennungen diskutiert wurden, diese jedoch nicht umgesetzt wurden. Theologe Paul Zulehner betont das Prinzip, dass niemand Bischof werden sollte, der nicht vom Kirchenvolk akzeptiert wird. Gleichzeitig lenkt er die Aufmerksamkeit auf die zentrale Rolle von Kardinal Christoph Schönborn, der durch seine Initiative eine Eskalation verhindert. In einer außerordentlichen Beratung treffen die österreichischen Bischöfe Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen. Wagner zieht schließlich seine Ernennung zurück, was als Wendepunkt wahrgenommen wird. Der Rückzug bringt spürbare Erleichterung, doch die Diskussion um Reformen bei Ernennungsverfahren und die stärkere Einbindung der Ortskirchen bleibt präsent.

 

Diözesanwallfahrt nach Rom

 

Kardinal Christoph Schönborn unterstreicht im Mai im Petersdom bei der Wiener Diözesanwallfahrt zum Paulusjahr die Bedeutung des Dienstes des Papstes. Vor mehr als 900 Pilgern betont er die Wichtigkeit, „mit Petrus und unter Petrus“ die Gemeinschaft des Glaubens zu leben. Die Wallfahrt soll einen Impuls für das Missionsprojekt „Apostelgeschichte 2010“ geben, um das Evangelium behutsam neu zu verkünden. Die Messfeier im Petersdom wird musikalisch von der Militärmusik begleitet, darunter das Werk „Benedikt-Entrade“ von Thomas Dolezal.

 

Die Anliegen der Laieninitiative werden ernst genommen

 

Anfang Juni empfängt der Kardinal Vertreter der „Laien-Initiative“ und verspricht, ihr „Memorandum“ sowie 46 Erlebnisberichte aus Pfarrgemeinden an Rom weiterzuleiten. Er zeigt Verständnis für deren Anliegen, insbesondere für die Sicherung der Pfarrseelsorge, und betont die Bedeutung von Pfarrgemeinden als soziale Netzwerke. Gleichzeitig ruft er dazu auf, die Ursachen des Priestermangels gründlicher zu analysieren. Schönborn erinnert an die große Tradition des Zölibats, zeigt aber Offenheit gegenüber verheirateten Priestern, wie sie im byzantinischen Ritus üblich sind. Der Kardinal fordert die Initiative auf, junge Männer zur Priesterausbildung unter den heutigen Bedingungen zu ermutigen, was von den Vertretern zugesagt wird.

 

Weinviertler Glaubensweg

 

Anfang August eröffnet der Erzbischof mit einer großen Wallfahrtsprozession vom Bildungshaus Schloss Großrußbach zur Wallfahrtskirche Karnabrunn feierlich die zweite Etappe des „Weinviertler Glaubenswegs“. Der seit 2008 angelegte Zyklus hat vier Etappen und gipfelt 2012 in einer Wallfahrt ins Heilige Land. Jedes Jahr im August wandern Gläubige eine Woche lang durch verschiedene Dekanate. Zu Mariä Himmelfahrt, am 15. August um 10 Uhr, feiern sie ihren Abschlussgottesdienst in Hollabrunn. Kardinal Schönborn betont in seiner Predigt, dass nur jene Gott wirklich erreichen, die ihr überflüssiges Gepäck ablegen und stattdessen Liebe, Barmherzigkeit und Vertrauen in ihren Pilgerrucksack packen.

 

1000 Jahre Bistum Pecs

 

Am 23. August, bekräftigt er bei der 1.000-Jahr-Feier der südungarischen Diözese Pecs die Aktualität des Missionsauftrags Jesu: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern." Er vertritt Papst Benedikt XVI. und überbringt dessen Segenswünsche an Bischof Mihaly Mayer und die Diözese.  Er erinnert Europa an seine christlichen Wurzeln und ruft zugleich auch heute zur missionarischen Erneuerung auf. Laut dem Wiener Erzbischof sind Demut und Offenheit für die Menschen entscheidend für eine glaubwürdige Kirche.

 

Kardinal fordert deutlicheres Bekenntnis der Stadt Wien zum Schutz des Lebens

 

Am 29. August wendet sich der Kardinal in einem Brief an Bürgermeister Michael Häupl und äußert seine Sorge über eine geplante Feier im Wiener Rathaus zum 30-Jahr-Jubiläum der Abtreibungsklinik „pro:woman“. Er sieht darin ein Signal, dass kein Konsens über den Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis an besteht. Die Kirche verlangt keine Strafen für verzweifelte Frauen, betont aber, dass Abtreibung Unrecht bleibt. Schönborn erinnert an Papst Benedikts Ruf zu konkreter Hilfe für Schwangere. Statt einer Feier fordert er einen „Runden Tisch“ zu jenen „flankierenden Maßnahmen“, die Kanzler Kreisky 1974 zusagt. Zudem kritisiert er das Gedenken an Marie Stopes als Vorkämpferin eugenischer Ideen.

 

Jägerstätter-Gedenken

 

Am 31. August äußert er sich zur Ausstellung „Was damals Recht war… Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“, die im Nestroyhof beginnt. Er übernimmt den Ehrenschutz, um Opfern Respekt zu zollen und Angehörigen Mitgefühl zu zeigen. Aus seiner Sicht gibt es kein „damals Recht“, nur Unrecht. Er erinnert an den seligen Franz Jägerstätter und betont die Gewissensfreiheit. Auch seine Mutter, Eleonore Schönborn, berichtet, wie ihr Mann Hitler ablehnte und desertierte. Die Ausstellung thematisiert Urteile der NS-Militärjustiz und das späte Ringen um Rehabilitierung. Der Erzbischof betont Mitgefühl statt neuer Verurteilung und hofft auf Sensibilität.

 

Was macht Europa aus?

 

Kardinal Christoph Schönborn diskutiert Mitte September in Passau mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus über die Frage „Gibt es eine gemeinsame Idee Europas?“. Er betont, Europa brauche die Kraft des Christentums und zugleich den Einspruch der säkularen Gesellschaft. Wo das Christentum für Menschenwürde und Solidarität eintritt, müsse jeder theokratischen Versuchung widerstanden werden. Schönborn verweist auf die christliche Wurzel Europas und sieht die Menschenrechte zutiefst vom biblischen Menschenbild inspiriert. Auch das soziale Netz beruht auf der Botschaft des Evangeliums. Die Idee Europas zeigt sich in der Überwindung des Nationalismus und der freien Mobilität junger Menschen. Vaclav Klaus entgegnet, Europa sei keine Nation und brauche keine gemeinsame Idee.

 

Mit Pro Oriente in Griechenland

 

Wenige Tage später hält er sich mit einer „Pro Oriente“-Delegation in Griechenland auf, wo er mit dem orthodoxen Erzbischof von Athen, Hieronymos, zusammentrifft. Beide betonen die Notwendigkeit einer gemeinsamen Antwort aller Christen auf den steigenden Säkularismus in Europa. Schönborn sieht im gemeinsamen Einsatz für die Neu-Evangelisierung ein verbindendes Element zwischen Ost- und Westkirche und verweist auf konkrete praktische Taten statt zusätzlicher Dokumente. Auch der Wiener Metropolit Michael Staikos hebt die Bedeutung des Dialogs hervor und nennt die Situation in Österreich „ausgezeichnet“. Später reist Schönborn nach Saloniki und trifft den Metropoliten Anthimos. Dieser räumt zwar Schwierigkeiten in der Ökumene ein, bekräftigt aber, dass es keine Alternative zum Dialog gebe.

 

Priesterwallfahrt nach Ars

 

Anfang Oktober ist der Wiener Erzbischof in Ars, dem Wallfahrtsort des heiligen Pfarrers Jean-Marie Vianney, wo sich über 1.200 Priester aus fast 90 Ländern zu Exerzitien, als Höhepunkt im weltweiten „Jahr des Priesters“ versammeln. Kardinal Schönborn hält mehrere Hauptvorträge und unterstreicht die Bedeutung von Mut und Vertrauen auf Gottes Wirken in einer zunehmend säkular geprägten Welt. Beeindruckend ist das breite Spektrum an Glaubenszeugnissen: Priester aus unterschiedlichen Kulturen und oft schwierigen Seelsorgebereichen berichten von ihren Erfahrungen. Dabei zeigt sich besonders in Frankreich, wo einzelne Priester bis zu 30 kleine Gemeinden betreuen, wie herausfordernd die pastorale Arbeit sein kann.

 

Erste Diözesanversammlung in Wien

 

Im Wiener Stephansdom beginnt am 23. Oktober 2009 die erste Wiener Diözesanversammlung unter dem Motto „Apostelgeschichte 2010“. Festliche Musik erfüllt das weite Kirchenschiff, während Delegierte aus zahlreichen Pfarren und Gemeinschaften auf den Bänken Platz nehmen. Die Stimmung ist zugleich gespannt und hoffnungsvoll, denn alle wissen: Hier entsteht etwas Neues. Schon die Auftaktansprache von Kardinal Christoph Schönborn, der die Anwesenden begrüßt und zum gemeinsamen Nachdenken auffordert, lässt aufhorchen. Er ruft die Kirche dazu auf, sich von manchem zu verabschieden, das lange lieb und teuer war, um in einer sich verändernden Welt neue Wege zu gehen. In 48 Gesprächsrunden, die sich auf Stephansdom und umliegende Gebäude verteilen, diskutieren die Delegierten offen über zentrale Themen: Liturgie und Gottesbild, die Zukunft der Pfarrgemeinden, Nächstenliebe, Berufung und Kirche als Gewissen der Gesellschaft.

 

Unerschrocken greifen einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die „heißen Eisen“ auf: Den Priestermangel, die Frage nach verheirateten „viri probati“, die Rolle von Frauen in Leitungspositionen und den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Mit spürbarem Elan fordern Delegierte, angesichts des Mangels an Priestern mutig neue Leitungsmodelle zu entwickeln und Laien stärker einzubinden. „Wir dürfen uns nicht vor strukturellen Veränderungen fürchten“, betont eine Wortmeldung, die im gesamten Plenum auf breite Zustimmung stößt. Gleichzeitig verweisen viele auf positive Entwicklungen: Neue geistliche Gemeinschaften entstehen, die Hospizbewegung wächst, und Allianzen wie jene für den freien Sonntag zeigen, dass die Kirche gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Auch Kinder und Jugendliche sollen wieder mehr angesprochen werden, wofür eine zeitgemäße Sprache unerlässlich ist. Die Pastoraltheologin Regina Polak erinnert daran, dass ein offener und angstfreier Umgang mit Fehlern in der Kirche nötig ist, um Menschen in ihren Brüchen und Lebensgeschichten wirklich zu begleiten.

 

Kardinal Schönborn hört mit großem Interesse zu und bekräftigt, dass Mission nur auf Augenhöhe stattfinden kann. „Wer anderen begegnet, darf nie von oben herab sprechen“, sagt er. „Wahrhaftige Verkündigung geschieht face to face.“ Mit Blick auf finanziell notleidende oder benachteiligte Menschen verweist er auf die immer wichtigere Rolle der Caritas. Als große Geste der Offenheit kündigt er an, manche Gotteshäuser eventuell an orthodoxe Gemeinden zu übergeben, die dringend Räume benötigen. Im Informationszelt auf dem Stephansplatz sind alle Ergebnisse der Gesprächsgruppen sichtbar; ab November stehen sie auch online. Die erste Wiener Diözesanversammlung zeigt sich damit als lebendiger Prozess, der neue Hoffnung weckt und die Kirche in Wien ermutigt, ein klarer Leuchtturm des Glaubens und der Nächstenliebe zu sein.

 

Kardinal Schönborn plädiert dafür, die Bedeutung der Pfarrgemeinden weltweit stärker in den Blick zu nehmen. Bei der 1. Wiener Diözesanversammlung im Rahmen des Vorgangs „Apostelgeschichte 2010“ kommen zahlreiche Sorgen und Anliegen im Blick auf die Pfarrgemeinden zur Sprache, bestätigt der Kardinal am Samstagvormittag im Stephansdom. Er kündigt einen intensiveren Austausch mit Bischöfen der Weltkirche an, hebt aber hervor, dass bestimmte Reformen nicht in seiner Hand liegen. Der Dialog soll fortgesetzt werden. Fortsetzung 2010

 

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen