Am 15. Jänner 2014 ernennt Papst Franziskus Kardinal Christoph Schönborn überraschend in die Kardinalskommission zur Aufsicht über die Vatikanbank IOR, gemeinsam mit Thomas Christopher Collins, Santos Abril y Castello und Pietro Parolin. Schönborn bekräftigt seine Unterstützung bei der Kurienreform und der Beseitigung problematischer Elemente in der Bank, die aufgrund finanzieller Skandale umstrukturiert wird, um transparenter und internationalen Standards zu entsprechen.
Ende Jänner äußert Schönborn in der ZiB 2, dass die Kirche unter Papst Franziskus menschlichere Wege im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen finden werde, wobei Barmherzigkeit und Vergebung im Mittelpunkt stehen. Er verweist auf eine Umfrage, bei der 95 % der Befragten die Sakramente für Wiederverheiratete unterstützen, und erwartet Reformen durch die Bischofssynode im Herbst 2015. Er ist der Überzeugung, dass Franziskus durch seine persönliche Art mehr zur Kirchenerneuerung beitrage als durch strukturelle Reformen. Schönborn zeigt sich zuversichtlich hinsichtlich der IOR-Reform und beschreibt die österreichische Kirche als im Wandel von einer Volks- zu einer Entscheidungskirche.
Am 6.Februar findet im St. Pölten Dom das Requiem für Bischof Kurt Krenn statt, geleitet von Bischof Klaus Küng mit Schönborn als Konzelebrant. Am selben Tag wird Schönborn in den Päpstlichen Rat für die Laien berufen und tritt weiteren vatikanischen Kongregationen bei, um das Laienapostolat im Rahmen der Kurienreform zu fördern.
Schönborn widerspricht Medienmeldungen im März Berichten über die Schließung von 300 Wiener Pfarren, da die Katholikanzahl stark schrumpft. Das Reformprogramm „Pfarre neu“ setzt auf Zusammenarbeit und neue Partnerschaften, unterstützt durch Eigenmittel und Förderungen aus Niederösterreich, um Kirchen zu erhalten.
Während einer Diözesanwallfahrt im April appelliert Schönborn für die Christen in der Türkei zu beten und stellt ein Ehepaar vor, das die katholische Gemeinde in Istanbul stärkt. Die neuntägige Wallfahrt thematisiert das Leben der Christen im Nahen Osten und ende in Athen. Diözesanwallfahrt vom 2.-11. April 2014 auf dem Schiff durch die Ägäis. Schifffahrt mit einer Kombination aus Bibelschule, Wallfahrt, Freizeit und Kultur - zusammen mit Kardinal Dr. Christoph Schönborn und Vertretern der Diözesanleitung.
Am 27. April 2014 werden Johannes Paul II. und Johannes XXIII. von Franziskus heiliggesprochen. Schönborn lobt Johannes Paul II. für seinen Einsatz für Menschenwürde und Familienwerte, während Vizekanzler Spindelegger dessen Einfluss auf den Kommunismus anerkennt. Die Heiligsprechung würdigt beide als bedeutende Kirchenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Schönborn zeigt sich positiv zu Conchita Wurst und betont Toleranz, kritisiert jedoch bestimmte Ausdrucksformen wie das Life-Ball-Plakat. Er verteidigt die traditionelle Geschlechteridentität und fordert Respekt trotz unterschiedlicher Überzeugungen.
Am 27. Mai übergibt Schönborn die Neulerchenfeldkirche an die serbisch-orthodoxe Eparchie Österreich-Schweiz, was die ökumenische Zusammenarbeit und kulturelle Vielfalt Wiens stärkt. Die Übergabe erfolgte nach Widerstand eines Geistlichen und symbolisiert die Wiedervereinigung benachbarter Pfarrgemeinden.
Ende Mai betont Schönborn auf dem Pfarrgemeinderätekongress die zentrale Rolle der Pfarrgemeinderäte und fordert einen missionarischen Aufbruch der Kirche. Mitte Juni kritisiert er die „Gender-Ideologie“ in seiner Kolumne und plädiert für traditionelle Familienbegriffe, um die Stabilität der Gesellschaft zu sichern.
In Bogota leitet Schönborn den dritten Weltkongress der Barmherzigkeit, der den Versöhnungsprozess in Kolumbien und die Armutsbekämpfung fokussiert. Er hält Vorträge zur göttlichen Barmherzigkeit und fördert globale Beteiligung durch eine virtuelle Kunstausstellung.
Schönborn überrascht im November mit seinem ersten „Selfie“ auf sozialen Netzwerken, das positiv aufgenommen wird und seine Präsenz in den Medien stärkt. Im August fordert er im „Heute“ mehr Disziplin bei Österreichs Staatsverschuldung und schlägt Investitionen in Bildung und Kinderunterstützung vor.
Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass die Bischofssynode zur Familienpastoral im Oktober eine neue, evangeliumsgemäßere Sicht der Kirche auf die Lebenssituationen der Menschen fördert. In einem Interview mit österreichischen Kirchenzeitungen sagt er, dass die Kirche lernen müsse, aufmerksam, liebevoll und gemäß dem Evangelium auf die konkreten Lebenslagen der Menschen zu schauen. Schönborn vertritt die österreichische Bischofskonferenz bei der außerordentlichen Synodenversammlung im Vatikan und ist Mitglied des vorbereitenden Synodenrats. Bis zur ordentlichen Bischofssynode im Oktober 2015 wünscht sich Schönborn, dass die Bischöfe Augen und Ohren für die vielfältige Realität von Beziehungen und Familien öffnen. Einige wichtige Themen, wie Kinder, die „unschuldig zum Spielball in Rosenkriegen“ werden, oder übrig gebliebene Partner nach Trennungen, wurden bisher nur marginal angesprochen. Gleichzeitig hält der Kardinal fest, dass die Bischofssynode eine „dauerhafte Einrichtung der bischöflichen Kollegialität und kein Organ des Vatikans“ ist. Erwartet wird, dass die Synode intensive Debatten über die Wichtigkeit der Familie für eine zukunftsfähige Gesellschaft führt und pastorale Begleitung ohne Urteil fördert.
Kardinal Christoph Schönborn besucht vom Mitte November den Libanon und spricht in einem Interview über die aktuelle Nahost-Krise. Er würdigt die außerordentliche Leistung der Bewohner und Kirchen des Libanons, die trotz der großen Zahl an Syrien- und Irakflüchtlingen Hoffnung und Solidarität zeigen. Schönborn appelliert an die Staatengemeinschaft und die Weltkirche, die humanitäre Katastrophe nicht hinzunehmen und Unterstützung zu leisten. Er betont, dass die Bewohner des Libanons als Zeugen der „Kraft der Hoffnung“ fungieren und fordert, die internationale Gemeinschaft möge nicht aufgeben, sondern aktiv zur Verbesserung beitragen.
Papst Franziskus ernennt Kardinal Christoph Schönborn zum päpstlichen Sondergesandten. Der Wiener Erzbischof nimmt am 10. Dezember an den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der offiziellen Wiedererrichtung der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine teil. In Österreich ist Schönborn zudem Ordinarius für die katholischen Gläubigen des byzantinischen Ritus. Die „unierte“ ukrainisch-katholische Kirche, die 1946 unter Stalin verboten und zwangsintegriert wurde, lebt heute in der mehrheitlich orthodoxen Ukraine weiter. Etwa jeder zehnte Einwohner der Ukraine gehört dieser Kirche an. Schönborn unterstützt den Wiederaufbau und die Stärkung der kirchlichen Gemeinschaft in Kiew. Er sieht Hoffnung für eine freie, demokratische und unabhängige Ukraine, fordert jedoch mehr Solidarität vom Westen und kritisiert, dass westliche Unterstützung oft nicht eingehalten wird. Fortsetzung 2015