Das Jahr startet mit der feierlichen Übergabe der Schlüssel zur neu gegründeten Pfarre "zur Frohen Botschaft" an Pfarrer Gerald Gump durch Kardinal Schönborn. Diese Gründung ist Teil des fortlaufenden Reformkurses der Erzdiözese Wien, der seit dem 1. Januar 2017 drei „Pfarren Neu“ etabliert hat. Ziel ist eine strukturelle Verschlankung und eine missionarische Belebung der Kirche, um sich den dynamischen gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Pfarrer Gump betont, dass die Reform keine Zentralisierung bedeutet, sondern neue pastorale Schwerpunkte setzt. Im Herbst folgt die nächste Pfarre im 20. Bezirk Wien. Insgesamt betreut die Erzdiözese Wien, einschließlich Niederösterreich, 1,22 Millionen Katholiken mit 462 Diözesanpriestern und 186 Diakonen.
Kardinal Schönborn ehrt Ari Rath posthum als leidenschaftlichen Friedensstifter und bedeutenden Journalisten, der trotz Holocaust-Erfahrungen die Beziehungen zwischen Israel und Österreich förderte. Ebenfalls spricht er sein Beileid zum Tod von Erzbischof Mesrob Krikorian aus, würdigt dessen Beitrag zur Verständigung zwischen katholischen und orientalisch-orthodoxen Kirchen und betont Krikorians Rolle bei der Beilegung theologischer Streitigkeiten.
Zum 70-Jahr-Jubiläum der „Kathpress“ hebt Schönborn die Bedeutung verlässlicher Information hervor. In der Festrede betont Pater Federico Lombardi den Spagat zwischen katholischer Identität und journalistischer Objektivität. Chefredakteur Paul Wuthe lobt die Kathpress als internationales Leitmedium, das objektiv über Kirche und gesellschaftliche Entwicklungen berichtet.
In einem Interview lehnt Schönborn ein generelles Kopftuch-Verbot ab und plädiert für eine differenzierte Diskussion über Religionsfreiheit. Er erkennt die Notwendigkeit spezifischer Regelungen für bestimmte Berufsgruppen, betont jedoch die Wichtigkeit der individuellen Kleiderwahl. Auch zur Burka-Debatte fordert er differenzierte Ansätze vor pauschalen Verboten und verweist auf Österreichs christliche Prägung als Grundlage für respektvollen Umgang.
Anlässlich des Gedenkens an die Märtyrer des Kommunismus würdigt Schönborn die Standhaftigkeit der Christen in Mitteleuropa. Er betont die zentrale Rolle Wiens als Zufluchtsort und die Unterstützung durch Persönlichkeiten wie Kardinal Franz König. Die Dokumentation „La Chiesa cattolica e il Communismo in Europa centro-orientale“ unterstreicht die Bedeutung dieser Glaubenszeugen für das heutige Europa.
Schönborn bekräftigt, dass religiöse Vielfalt Österreich bereichert. Nach einem interreligiösen Dialog im Bundeskanzleramt appelliert er, das positive Klima zwischen den Religionen zu bewahren und warnt vor pauschalen Verurteilungen, insbesondere des Islams. Er betont die zentrale Bedeutung von Toleranz, Respekt und Religionsfreiheit.
Im Konflikt um die Flüchtlingsrettung vor Libyen fordert Schönborn Solidarität und betont die Notwendigkeit, Helfer nicht für das Verhalten von Schleusern verantwortlich zu machen. Er unterstützt die Zusammenarbeit zwischen NGOs und dem Staat und warnt vor Entsolidarisierung und einem Wahlkampfmodus in der Flüchtlingspolitik.
In einer Podiumsdiskussion mit Gery Keszler betont Schönborn die Notwendigkeit, Vorurteile abzubauen und verstärkte Maßnahmen gegen HIV/Aids zu ergreifen. Er unterstützt Initiativen wie den „Life Ball“ als Ausdruck von Lebensbejahung und fordert Dialog und gemeinsame Verantwortung im Kampf gegen die Krankheit.
Schönborn sieht dringenden Bedarf, Frauen stärker in kirchliche Ämter einzubinden und erkennt den „starken Eindruck einer Männerkirche“. Er unterstützt die laufende Strukturreform in der Erzdiözese Wien, die Zusammenarbeit und ein lebendigeres Gemeindeleben fördert. Dabei verteidigt er traditionelle Werte wie den Zölibat und die Sakramente, behandelt aber wiederverheiratete Geschiedene einfühlsam.
Im Interview mit „Academia“ betont Schönborn, dass Reichtum Verantwortung bedeutet. Er fordert eine soziale Marktwirtschaft und faire Handelsabkommen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheit und warnt vor den negativen Auswirkungen der Globalisierung auf lokale Kulturen und schwächere Volkswirtschaften. Europäische Grundwerte wie Würde, Freiheit und Pluralismus müssen verteidigt werden.
Schönborn startet die „Akademie am Dom“ als Nachfolger der Wiener Katholischen Akademie. Die Akademie bietet Vorträge und Veranstaltungen zu theologischen und gesellschaftlichen Themen, mit dem Schwerpunkt „Wege aus der Angst“. Sie kombiniert Wissenschaftlichkeit mit lebens- und glaubensrelevanten Inhalten und erweitert ihr Profil durch Angebote für Kunst, Kultur und junge Erwachsene.
Zum 50-jährigen Jubiläum der Katholischen Charismatischen Erneuerung findet ein großer Kongress in Rom statt, an dem Schönborn teilnimmt. Der Kongress umfasst Gottesdienste, ökumenische Gebetsvigil und Seminare, die auf Inklusion und Jugendansprache abzielen. Die Bewegung zählt weltweit 120 Millionen Mitglieder und hat großen Einfluss in Lateinamerika, Afrika und Asien.
Schönborn begleitet Patriarchen zu Gesprächen in Washington, um die Anliegen verfolgter Christen im Nahen Osten vorzutragen. In Treffen mit US-Politikern sichert er Unterstützung zu und betont die Bedeutung von Frieden und Dialog. Er setzt sich für die Rechte religiöser Minderheiten und die Rückkehr von Flüchtlingen aus IS-befreiten Gebieten ein.
Schönborn plädiert für Geduld bei der Umsetzung von "Amoris laetitia" und betont die Notwendigkeit individueller Unterscheidung bei wiederverheirateten Geschiedenen. Er sieht in dem Dokument eine Chance zur Gewissensstärkung und fordert eine pastorale Herangehensweise, die individuelle Lebensumstände berücksichtigt.
Zum Tod von Altbundeskanzler Alois Mock würdigt Schönborn dessen Beitrag zum EU-Beitritt und den symbolischen Akt des Durchtrennens des Eisernen Vorhangs. Er hebt Mocks Engagement für den Dialog zwischen Österreich und dem Iran hervor und würdigt dessen tiefen Glauben und die Verdienste von Mocks Gattin Edith.
Auf Einladung der Irischen Bischofskonferenz hält Schönborn Vorträge zu "Amoris laetitia" und dem Weltkatechismus. Diese Veranstaltungen stehen im Kontext des Weltfamilientreffens 2018 in Dublin und betonen die Bedeutung des Katechismus als zentrales Werk der Familienlehre.
In einer Messe im Stephansdom betont Schönborn die anhaltende Bedeutung des Christentums in Österreich trotz wachsender religiöser Vielfalt. Er warnt vor einem populistischen Umgang mit Vielfalt und fordert einen offenen Dialog zwischen den Religionen. Die wachsende Zahl muslimischer Schüler sieht er als neue gesellschaftliche Herausforderung, betont jedoch die starke Präsenz des Christentums und die Bedeutung des Dienstes an den Mitmenschen.
Schönborn appelliert für Frieden durch Überwindung von Feindschaften und betont die Kraft der Gewaltlosigkeit und des Dialogs. Er verweist auf Vorbilder wie Martin Luther King und Mahatma Gandhi und unterstreicht die Bedeutung von Toleranz und gegenseitigem Respekt für eine friedliche Gesellschaft.
Zum 25-jährigen Jubiläum des Katechismus der Katholischen Kirche lobt Schönborn dessen Wirkung als Referenzwerk für Lehramt und Katechese. Er bedauert die geringe Verwurzelung im deutschsprachigen Raum und betont die Bedeutung des Katechismus als umfassende Darstellung des katholischen Glaubens. In Bezug auf "Amoris laetitia" sieht er keine Diskrepanz zum Katechismus, sondern eine ergänzende pastorale Perspektive.
Schönborn bezeichnet den neuen Bischof von Innsbruck, Hermann Glettler, als einen Bischof „ganz im Profil von Papst Franziskus“. Er hebt Glettlers Engagement für die Armen und seine Bereitschaft hervor, sich für Menschen am Rande der Gesellschaft einzusetzen, und sieht ihn als großen Gewinn für die Diözese Innsbruck und die österreichische Kirche.
In einer Stellungnahme äußert die österreichische Kirche Bedenken gegenüber der neuen VP-FP Regierung. Schönborn betont die Bedeutung des Gemeinwohls und fordert eine Politik, die die Bedürfnisse aller berücksichtigt. Er kritisiert mögliche Kürzungen sozialer Programme und eine abweisende Haltung gegenüber Migranten, appelliert jedoch gleichzeitig an christliche Werte und die Achtung der Menschenwürde.
In seiner Silvesteransprache warnt Schönborn vor der Entmenschlichung von Flüchtlingen und betont, dass "Asyl" kein Schimpfwort werden dürfe. Er verweist auf die globale Flüchtlingskrise und appelliert an die Menschlichkeit und Solidarität der Österreicher. Er betont die Bedeutung von Nächstenliebe und sieht Österreichs Geschichte als Vorbild für Zusammenhalt und Unterstützung in Notlagen. Fortsetzung 2018