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Wer von euch ohne Sünde ist …

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 3. April 2022

03.04.2022
© https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Christ_and_the_Woman_Taken_in_Adultery_by_and_after_Pieter_Bruegel_(I)?uselang=de#/media/File:Brueghel_II,_Pieter_-_Christ_and_the_Woman_Taken_in_Adultery_1600.jpg

Wer kennt nicht die berühmten Worte Jesu im heutigen Evangelium? „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Da steht sie, die Frau, die auf frischer Tat des Ehebruchs ertappt worden ist, und rings um sie die frommen Männer, die Gesetzeshüter und Moralapostel, die Schriftgelehrten und die Pharisäer, alle in anklagender Geste, mit verurteilenden Worten. Sie fordern von Jesus, dass auch er diese Frau verurteile. Sie tun es freilich nicht aus ehrlicher Absicht. Sie wollen Jesus eine Falle stellen, ihn in eine Zwickmühle bringen: Stimmt er zu, dass die Frau nach dem Gesetz gesteinigt werden muss, dann widerspricht er seiner eigenen Predigt von Gottes Barmherzigkeit. Lehnt er die Steinigung ab, dann können sie ihm vorwerfen, er sei ein Gegner von Gottes Gesetz.

 

Die Antwort Jesu ist kein schlauer Ausweg aus der Zwickmühle, in die sie ihn bringen wollen. Er lehnt das Gesetz nicht ab. Er spricht schlicht und einfach das aus, was wir alle bedenken müssen, wenn wir über die Fehler und Sünden der anderen urteilen: Bist du selber ohne Sünden? Dann werfe die Steine des Richtens auf die anderen. „Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten.“ Keiner von ihnen konnte ehrlich sagen: Ich bin fehlerlos! Mir kann niemand eine Sünde vorwerfen.

 

Am Schluss bleibt Jesus mit der Frau allein. „Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?“ „Keiner, Herr“. Die Antwort Jesu ist das Herz dieses Evangeliums: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ „Urteilt nicht!“ hat Jesus gesagt. „Wer bist du, dass du deinen Nächsten richtest?“ hat Paulus geschrieben. Spätestens hier rühren sich freilich Einwände. Ist dann nicht alles erlaubt? Gilt nicht mehr Gut und Böse? Ist Jesus damit gar der Zerstörer der Moral? Müssen wir alles verzeihen? Wozu gibt es dann Gerichte und deren Urteile? Bis 1977 war in Österreich Ehebruch ein Straftatbestand, und wenn er es seither nicht mehr ist, so bleibt doch bis heute Ehebruch der häufigste Grund, warum vom Richter eine Scheidung ausgesprochen wird. Es ist offensichtlich nicht egal, ob in einer Ehe ein Partner fremdgeht.

 

Muss ich mich nach diesem Evangelium jedes moralischen Urteilens enthalten, nur weil ich auch selber ein sündiger Mensch bin? Dazu zwei Bemerkungen: Erstens hat Jesus nicht behauptet, Ehebruch sei egal. Der Frau sagt er, was er jedem von uns sagt: „Ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Er nennt die Sünde beim Namen. Aber er verurteilt den Sünder nicht. Er warnt nur vor der Heuchelei derer, die sich zu Richtern über die anderen erheben. Das zeigt die zweite Bemerkung: Diese Männer haben die Frau beim Ehebruch ertappt. Doch wo ist der Mann geblieben, mit dem sie Ehebruch begangen hat? Zum Ehebruch gehören immer zwei. Haben diese Moraleiferer ein Auge zugedrückt und den Mann laufen lassen? Nach dem strengen Gesetz des Mose müssten beide gesteinigt werden. So erweist sich die „Moral“ der Ankläger als heuchlerisch. Nichts ist Jesus mehr zuwider als scheinheilige Heuchelei. Lassen wir doch die Steine fallen, die wir auf andere werfen wollen!

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