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Wie finden wir nach Hause?

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 18. September 2022 (Lukas 16,1-13).

18.09.2022
Das Kreuz ist das Symbol des Christentums schlechthin. Am Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) wurde das Kreuz offiziell Symbol für das Christentum. Für Christen ist das Kreuz Zeichen unserer Zugehörigkeit zu Jesus und der Liebe Gottes zu den Menschen. D
© Erzdiözese Wien/ Wolfgang Seper, Wolfgang Seper
Das Kreuz ist das Symbol des Christentums schlechthin. Am Konzil von Ephesus (431 n. Chr.) wurde das Kreuz offiziell Symbol für das Christentum. Für Christen ist das Kreuz Zeichen unserer Zugehörigkeit zu Jesus und der Liebe Gottes zu den Menschen. D
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Einmal geht das Leben zu Ende. Bei Königin Elisabeth hat es bewundernswert lange gedauert. Bei anderen kommt das Ende viel zu früh. Allen Menschen ist gemeinsam, dass wir sterben müssen. Und immer steht die große Frage im Raum: Was ist der Tod? Ich liebe den etwas altertümlichen Ausdruck, mit dem der Tod bezeichnet werden kann: Heimgang! Wenn ich Angehörigen eines Verstorbenen mein Beileid ausdrücke, verwende ich gerne dieses Wort, denn für mich ist der Tod nicht der Absturz ins Nichts, sondern die Heimkehr zu Gott. Wie die aussieht, was uns da erwartet, weiß ich nicht. Aber das Wort „Heimkehr“ vermittelt mir eine Ahnung davon.

 

Im heutigen Evangelium sagt Jesus: „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es zu Ende geht.“ Beides spricht Jesus klar an: Einmal geht dieses Leben zu Ende. Und doch ist es nicht einfach das völlige Aus.

 

Kurz vor seinem eigenen Tod hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt: „Ich gehe, euch eine Wohnung bereiten.“ Damit will er die Seinen trösten, die er jetzt verlassen muss. „Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“

 

Doch vorerst sind wir noch hier auf Erden. Das Leben geht weiter. Die Toten werden begraben. Sie sind die Sorgen los. Wir müssen zurück in den Alltag. Verändert der Tod eines geliebten Menschen unser Verhalten? Jesus hofft das. Er ist zuversichtlich, dass wir uns besinnen und unser Leben ändern. Wie so oft erzählt er dazu ein Gleichnis. Es ist freilich höchst anstößig. Es handelt von einem betrügerischen Verwalter, der jahrelang das ihm anvertraute Gut seines Herrn verschleudert. Als der reiche Chef ihm auf die Schliche kommt, beschließt er, ihn zu entlassen. Um seine Zukunft zu sichern, versucht der Verwalter mit einem raffinierten Betrug, sich Freunde für später zu schaffen, damit er nicht auf der Straße landet. „Der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt handelt.“

 

Seit es die Evangelien gibt, haben Generationen darüber gerätselt, warum dieser Gauner vom Herrn gelobt wird. Jesus hat aber recht klar gesagt, worauf sich sein Lob bezieht: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ Wir haben alle eines gemeinsam: Wir sind nur Gast auf Erden! Wir sind Verwalter, nicht Eigentümer, und was wir besitzen, können wir nicht mitnehmen. Was wir als einziges Gut hinüberbringen „in die ewigen Wohnungen“, ist das Gute, das wir hier getan haben. „Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen.“ Wenn wir so viel Energie für das Gute aufwenden, wie der untreue Verwalter in seine Betrügereien investiert hat, dann werden wir sicher nach Hause finden, dorthin, wo unsere wahre Heimat ist.

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