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Zwei Berge – zwei Wege

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom  29. Jänner 2023

28.01.2023
© Public Domain
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Zwei Berge spielen in der Bibel eine wichtige Rolle: der Berg Sinai und der Berg der Seligpreisungen. Auf dem Berg Sinai hat Mose die Tora, das Gesetz Gottes empfangen, das in den Zehn Geboten zusammengefasst ist. Auf dem Berg der Seligpreisungen hat Jesus seine Lehre verkündet, die er in den acht Seligpreisungen in Kurzform dargeboten hat. Beide zeigen Wege zu einem gelungenen menschlichen Leben. Über diese beiden Wege will ich ein wenig nachdenken. Ohne gangbare Wege ist es schwer, die Orientierung zu finden und zu behalten. Wir brauchen Wegweiser im Leben.


Im Religionsunterricht mussten wir zu meiner Zeit die Zehn Gebote auswendig können. Damals war es üblich, wichtige Texte, Gedichte, Balladen oder auch Gebete auswendig zu lernen. In Zeiten von Internet und Handy haben wir das weitgehend verlernt. Es tröstet, dass die Zehn Gebote trotzdem im Wesentlichen bekannt geblieben sind. Sie brauchen nicht gelernt zu werden. Sie sind in das Herz jedes Menschen eingeschrieben. Die Gebote sind vor allem als Verbote formuliert: „Du sollst nicht töten“ (5. Gebot); „Du sollst nicht ehebrechen (6. Gebot); „Du sollst nicht stehlen“ (7. Gebot); „Du sollst nicht lügen“ (8. Gebot). Vielleicht bin ich naiv, aber ich bin überzeugt, dass jeder Mensch durch eine innere Stimme weiß, dass diese Verbote richtig und notwendig sind. Alle Religionen, alle Kulturen kennen diese Weisungen. Sie sind die Grundlage für ein erträgliches Zusammenleben. Sie sind wie Warnsignale, die uns klar sagen: Tu das nicht! Es ist nicht in Ordnung! Ein junger Mann hat einmal Jesus gefragt, was er tun muss, damit er das ewige Leben erlangt. Jesus hat ihm einfach geantwortet: „Halte die Gebote!“


Das Leben ist freilich mehr als nur das Vermeiden von Unfällen. Jesus hat auf einem Berg, einer Anhöhe über dem See Genesareth, eine neue Lebensorientierung gelehrt. Sie setzt die Zehn Gebote voraus, geht aber über sie hinaus. Sie enthält keine Warnungen vor Irrwegen, sondern gibt Verheißungen des Glücks. Jesus nennt acht Verhaltensweisen, die „selig“ machen, überaus glücklich.
Er beginnt mit einer Haltung, die die Voraussetzung für alles Weitere ist, gewissermaßen die Grundhaltung, die „selig“ macht: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Die eigene Armseligkeit wahrnehmen und anerkennen: Damit will Jesus den Menschen nicht klein machen, sondern ihn frei machen von der Täuschung, nichts und niemanden zu brauchen. Es genügt ein Blick in die Intensivstation eines Spitals. Da liegt ein Mensch, ganz ausgeliefert, an vielen Schläuchen und Instrumenten, in der Hand der Ärzte und Pflegekräfte, die um sein Leben ringen. Arm vor Gott und vor den Menschen, so sind wir im Grunde, und das zu wissen und anzunehmen, nennt Jesus selig sein. Wer so ohnmächtig ist, kann nichts anbieten, nichts leisten. Alles wird zum Geschenk: das Leben, die Gesundheit, das Vertrauen in Gott, der Glaube an Ihn und an Seine Liebe.


Wieso aber nennt Jesus die Trauernden selig? Jesus hat sich von der Trauer der Menschen berühren lassen. Mit Trauernden zu trauern ist ein Trost für die Betroffenen. Wer von der Trauer anderer unempfindlich bleibt, dem fehlt es an Menschlichkeit. Sanftmütig nennt Jesus die Menschen, die keine Gewalt anwenden. Sie erreichen mehr als die, die ihr Ziel erzwingen wollen. Hungern und Dürsten nach der Gerechtigkeit, das tun die, denen es nicht egal ist, wenn anderen Unrecht geschieht. Die Barmherzigen gehen nicht an fremder Not vorbei. Rein sein im Herzen ist deshalb selig, weil es den Menschen vor Falschheit bewahrt. Wie selig es ist, Frieden zu stiften, das spüren wir in diesen schrecklichen Kriegszeiten. Wer diese Haltungen lebt, wird nicht nur Lob ernten, sondern auch Ablehnung. So ging es Jesus selber. Aber sein Weg hat unvergleichlich viel Gutes in unsere Welt gebracht. Selig, wer ihn geht!

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