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Jesus in schlechter Gesellschaft

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 11. Juni 2023

11.06.2023
© https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Jesus_Christ_and_Zacchaeus?uselang=de#/media/File:Niels_Larsen_Stevns-_Zak%C3%A6us.jpg
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Unter diesem Titel erschien 1971 ein Buch des Wiener Priesters Adolf Holl (1930-2020). Es wurde ein großer Erfolg und zugleich ein ziemlicher Skandal. Holl war ein begnadeter Schriftsteller. Seine 33 Bücher bezeugen es. Er war auch ein Rebell. Er kam immer wieder mit der kirchlichen Obrigkeit in Konflikt. Daran war er selber nicht unschuldig. Er liebte die Provokation und hing doch mit seinem ganzen Herzen und mit seinem scharfen Verstand an dem, was der Kirche heilig ist. Es war wohl unausweichlich, dass es zu einem Bruch kam. Holl wurde aus dem priesterlichen Dienst entlassen, blieb aber sein Leben lang leidenschaftlich an Religion, Mystik, Glaubensfragen interessiert. Ich bewahre ihm ein herzliches Gedenken. Bei aller Lust an anstößigen Äußerungen war er ein aufmerksamer, liebevoller Mensch, der eigentlich nie verletzen, sondern nur wachrütteln wollte.

So wundert es nicht, dass Adolf Holl sein Leben lang von Jesus fasziniert war. Ihn bewegte die Frage, warum Jesus sich offensichtlich in schlechter Gesellschaft wohlfühlte.

 

Das heutige Evangelium ist dafür ein besonders schockierendes Beispiel. Es ist die Geschichte des Zöllners Matthäus und seiner Berufung zum Apostel. Wir wissen wenig über den Lebensweg des Matthäus. Die Tatsache, dass er von Beruf „Zöllner“ war, reiht ihn ein in eine Gruppe von Menschen, die jedem frommen Juden verhasst war. Die Zöllner hatten das Recht, Steuern und Abgaben zu kassieren, und das auf eigene Faust. Dem Landesherren hatten sie das Geld abzuliefern, dabei aber versuchten sie genug für ihre eigene Tasche zu behalten. Dieses Steuer- und Abgabensystem war weit davon entfernt, einer rechtlichen Kontrolle zu unterliegen. Besonders die Ärmeren litten unter der Wehrlosigkeit gegenüber der Willkür der Zöllner.

 

Jesus sammelt von Anfang an Menschen um sich, die er an seiner Mission teilnehmen lässt. Die ersten vier waren Fischer: Simon Petrus und Andreas, Jakobus und Johannes. Andere kamen dazu: Philippus und Natanael, auch einer aus der Partei der Zeloten namens Simon. Die Zeloten waren militante Juden, bekannt für ihre Terroranschläge auf die römische Besatzung und auf deren jüdische Kollaborateure, wie etwa die Zöllner. Und nun beruft Jesus ein solchen verhassten Mann in den Kreis seiner zwölf Apostel. Wie haben die anderen Apostel ihn aufgenommen? Schlimmer noch: Jesus gibt für den Neuankömmling Matthäus ein Festmahl, und „siehe, viele Zöllner und Sünder kamen und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern“. Der Skandal ist groß. Nicht umsonst kritisieren die Pharisäer, die frommen und gesetzestreuen Juden, Jesu Verhalten: „Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?“

 

Die Antwort Jesu ist so einfach, dass sie alle Kritik an seinem Verhalten entwaffnet: „Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken.“ Jesus hat nie die Geldgier und Grausamkeit der Zöllner gutgeheißen. Er nennt sie krank. Gerade deshalb wendet er sich ihnen besonders zu. Seine Arznei, die er anwendet, ist nicht die Verurteilung, die Ablehnung und der Hass, sondern die Barmherzigkeit. Das haben die Zöllner gespürt. Das hat ihr Herz geöffnet. Keine Frage: Jesus betrachtet sie als Sünder, denn sie sind es. Aber dazu ist Jesus gekommen, um sie zu sich zu rufen. An uns stellt er die Frage: Hältst du dich für so gerecht, dass du keiner Heilung bedarfst? Bist du nicht selber auch ein Sünder wie die Zöllner? Jesus scheut nicht die schlechte Gesellschaft. Wir alle sind ein Teil von ihr! Wir müssen es nur zugeben.

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