Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Nicht vom Brot allein

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 4. August 2024 (Johannes 6,24-35).

03.08.2024
Hände halten einen Laib Brot mit Kreuz.
© iStock/fabiomax
Hände halten einen Laib Brot mit Kreuz.
Bild herunterladen

In der Bibel heißt es: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.“ Doch ohne Brot, ohne Nahrung stirbt der Mensch. Daher die tägliche Sorge um das tägliche Brot. Hungersnöte hat Europa schon länger nicht gekannt. Andere Teile der Welt erleben sie eben jetzt, wie etwa der Sudan.

 

Sorgen wegen der Lebensmittelpreise drücken auch bei uns nicht wenige Menschen. Jesus hat immer wieder ermahnt und ermutigt: „Macht euch keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.“ Gleichzeitig lehrt uns Jesus, im „Vaterunser“ Gott zu bitten: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Will er uns nur daran erinnern, dass es nicht selbstverständlich ist, genug zu essen zu haben? Ich bete diese Bitte oft ganz bewusst in dieser Haltung und stelle mir vor, dass auch ich eines Tages die Hände ausstrecken könnte, die um Brot betteln.

 

Die Bitte um das tägliche Brot im „Vaterunser“ hat noch eine andere Seite. Von ihr spricht Jesus heute im Evangelium. Nach dem Wunder der Brotvermehrung, als Jesus fünftausend Menschen mit nur fünf Gerstenbroten reichlich gesättigt hatte, suchen ihn die Leute. Sie finden ihn schließlich am anderen Seeufer, in Kapharnaum. Jesus empfängt sie mit nüchternen Worten: „Ihr sucht mich … weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.“ Es klingt wie ein Vorwurf: Geht es euch nur darum, satt zu werden? Ist das alles, wonach ihr verlangt? Jesus selber: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt.“

 

Immer wieder wird gegen Jesus die kritische Frage gestellt: Ist das nicht billige Vertröstung auf ein besseres Jenseits? Was hilft die Speise, die bis ins ewige Leben genügt, wenn Menschen hier Hunger leiden? Bertold Brecht bringt in seiner „Dreigroschenoper“ (1928) diesen Vorwurf einprägsam zum Ausdruck. Zwei Bettler singen die Ballade über die Frage: Wovon lebt der Mensch? Darin das oft zitierte Wort: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.“ Die Begründung folgt: „Erst muss es möglich sein auch armen Leuten, vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.“

 

Der große Wiener Psychotherapeut Viktor Frankl (1905-1997), bei dem ich noch studieren durfte, war vom Gegenteil überzeugt. Er hat als Jude das Konzentrationslager überlebt und seine Erfahrungen niedergeschrieben. Sie haben ihn gelehrt, dass es das Wichtigste zum Überleben ist, im Leben einen Sinn zu sehen. Geht dieser verloren, dann fehlt auch die Kraft, die das Brot alleine nicht geben kann.

 

Das tägliche Brot, um das wir Gott bitten sollen, ist sicher immer auch das leibliche Nahrungsmittel. Mindestens so lebenswichtig ist aber die Zuwendung, die Wertschätzung, kurz: die Liebe. Ich erinnere mich an den Roman von Thyde Monnier „Liebe – Brot der Armen“ (1961). Der Titel sagt, was das lebenswichtige Brot ist. Wo es fehlt, verkümmert das Leben. Es ist das einzige Brot, das nicht schimmelt oder hart wird. Von diesem Brot spricht Jesus zu den Menschen, die ihn in Kapharnaum gesucht haben. Er selbst wird es geben. Dazu hat Gott ihn gesandt: „Das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“ Der Streit wird sich daran entzünden, dass Jesus zu sagen wagt: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Dieser Konflikt wird nächste Woche Thema sein.

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen