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Warum ich nicht protestiert habe

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag, 11. August 2024 (Johannes 6,41-51).

10.08.2024
Paris - Olympische Spiele 2024
© iStock/Alexandros Michailidis
Paris - Olympische Spiele 2024
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Heute enden die Olympischen Spiele in Paris. Das große Sportereignis hat faszinierende Leistungen gezeigt. Sport verbindet Menschen rund um die Welt. Faires Verhalten, gegenseitige Achtung, strenge Regeln der Wettkämpfe: All das trägt dazu bei, dass Menschlichkeit gefördert wird. Mit der grandiosen Eröffnung und der Schlussfeier sind die Olympischen Spiele immer auch ein bewegendes Schauspiel.

 

Bei einem solchen Großereignis kann es nicht ausbleiben, dass die eine oder andere Panne passiert. Von einer kleinen las ich in der Presse: Einem brasilianischen Surfer wurde verboten, seine Surfbretter zu benutzen, weil sie Embleme von Jesus, dem Erlöser, zeigen. Diese Symbole, so die Begründung, widersprechen den Olympischen Regeln. Eine große Panne stand auf dem Programm der Eröffnungsfeier: eine Persiflage auf das Letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci. Ich erspare mir die Einzelheiten dieser Geschmacklosigkeit. Viele haben sich gefragt, was diese Verspottung der christlichen Religion mit den Regeln der Fairness der Olympischen Spiele zu tun hat. Ich bekam Anfragen, warum ich nicht laut dagegen protestiert habe. Das heutige Evangelium gibt mir Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie Jesus selber mit Ablehnung, ja Verspottung seiner Lehre und seiner Person umgegangen ist.

 

Tatsache ist, dass Jesus mit Kritik, Ablehnung, Feindseligkeit gerechnet hat. Er wusste, dass er ein Stein des Anstoßes ist. Seine Botschaft ist für viele ein Ärgernis. Die Leute murrten gegen Jesus, „weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“. Zugegeben: Es ist eine Zumutung, von einem Menschen mit Fleisch und Blut anzunehmen, dass er ein himmlisches Wesen sein soll: „Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel herabgekommen?“

 

Die Antwort Jesu macht mich sehr nachdenklich. Sie lässt mich zögern, lautstark gegen die peinliche Panne von Paris zu protestieren. „Murrt nicht! Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.“

 

Entschuldigt Jesus damit alle die Verhöhnungen, Verspottungen seiner Person und seiner Botschaft? Sind die, die da auf einer Brücke in Paris das heilige Abendmahl Jesu ins Lächerliche gezogen haben, von Jesus selber in Schutz genommen? Wie sollen sie verstehen, was Jesu Abendmahl bedeutet, wenn nicht Gott selber sie zum Glauben an Jesus „hingezogen“ hat? Wer soll verstehen können, dass der einfache Mann aus Nazareth „das Brot des Lebens“ ist?

 

„Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen“, sagt Jesus. Wie soll jemand zu Jesus kommen, wenn es ihm nicht geschenkt wird, an Jesus zu glauben? Daher bin ich so vorsichtig, über Menschen zu urteilen, denen es (noch) nicht möglich ist, zu glauben, was Jesus von sich selber sagt: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ habe ich es verdient, das glauben zu dürfen? Ist es meine Leistung, dass ich schon früh in meinem Leben erfahren durfte, zu Jesus hingezogen zu sein, und dass er meinem Leben Sinn und Richtung gegeben hat? Deshalb habe ich nicht lautstark gegen die traurige und respektlose Posse von Paris protestiert, auch wenn sie mich und viele Gläubige geschmerzt hat.

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