Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT
Hauptmenü:

  • YouTube
  • twitter
  • facebook
  • Instagram
  • A: Schriftgröße: normal
  • A: Schriftgröße: groß
  • A: Schriftgröße: sehr groß
  • A: Standardfarben
  • A: Gelb auf Schwarz
  • A: Schwarz auf Gelb
  • A: Weiss auf Blau
  • A: Blau auf Weiss
Hauptmenü:
  • Home
  • Curriculum Vitae
  • 30 Jahre Erzbischof
    • Erzählen
    • Fotos
    • Lesen
  • Archiv
    • Stellungnahmen
    • Ansprachen
    • Briefe und Impulse
    • Chronik
  • KONTAKT

Hauptmenü:

Hauptmenü anzeigen
Inhalt:

Grenzen der Toleranz

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 29. September 2024

29.09.2024
© https://www.google.com/search?client=firefox-b-e&q=Giotto+j%C3%BCngstes+Gericht#vhid=oD2F6vQIPA3s0M&vssid=l
Bild herunterladen

Toleranz kommt vom lateinischen Wort „tolerare“, „ertragen“. Was müssen wir tolerieren, also ertragen, stehen lassen? Wo müssen wir aufstehen und sagen: Das geht zu weit? Das ist unerträglich! Hier ist eine Grenze erreicht, die nicht überschritten werden darf! Die Frage der Toleranzgrenze stellt sich in allen Lebensbereichen, vom Alltag der Familie über die Spannungen in der Arbeitswelt bis hin zu den internationalen Konflikten. Intoleranz anderen gegenüber gilt zu Recht als ein Zeichen der Schwäche und Enge. Sie verursacht viel Leid in den Beziehungen. Paulus sagt: „Ertragt einander!“ Aber wann sind die Grenzen des Ertragbaren erreicht? Es braucht auch den Mut und die Kraft zu sagen: Bis hierher und nicht weiter!


Beim Betrachten des heutigen Evangeliums ist mir aufgefallen, dass Jesus genau diese Spannung anspricht: Wo ist Toleranz angebracht? Wo hat sie klare Grenzen? Johannes, einer der zwölf Apostel, will in seinem Eifer für Jesus und seine Sache klare Grenzen ziehen. Er hat beobachtet, wie einer, der nicht zum Jüngerkreis Jesu gehört, den Namen Jesu gebraucht, um „eine Machttat“ zu vollbringen, Menschen vom Bösen zu befreien. „Wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.“ Die häufigste Form der Intoleranz ist es, alle die auszuschließen, die „nicht zu uns gehören“, die „Anderen“, Fremden, die nicht dieselbe Religion, Hautfarbe, politische Einstellung haben. Dahinter steht oft die (uneingestandene) Überzeugung, selber zu den Besseren zu gehören, die eigene Religion oder Partei, die eigene Familie oder das eigene Land für besser zu halten.


Dieser Eifer für das Eigene ist an sich nicht etwas Schlechtes. Johannes ist ein begeisterter Jünger Jesu. Muss er deshalb alle, die es nicht sind, ausschließen? Jesus sagt ein Schlüsselwort für echte Toleranz: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“ Man muss ja nicht mit allem einverstanden sein, was andere denken und tun, aber ein echtes Wohlwollen ihnen gegenüber ist die Basis für jedes gute Miteinander. Wer hat mehr und größeres Wohlwollen uns allen gegenüber als Jesus? Ihn sollen wir darin nachahmen.


Toleranz hat für Jesus freilich eine scharfe Grenze: das Ärgernis! Das Bild ist äußerst hart: Wer „einem von diesen Kleinen“ Ärgernis gibt, der sollte mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen werden. Dieses und die folgenden Bildworte sind Zuspitzungen, die den Ernst der Sache deutlich machen sollen. Ärgernis geben, skandalisieren (so heißt es wörtlich im griechischen Text): Da hört sich die Toleranz auf. Wann ist das erreicht? Darüber wird immer wieder debattiert. Die „Liberalen“ werfen den „Frommen“ vor, dass sie zu empfindlich seien und gleich „Skandal“ rufen, wenn etwas ihnen Heiliges angegriffen wird. Jesus gibt hier eine klare Weisung mit den drei schockierenden Bildworten vom Abhauen der eigenen Hand, des eigenen Fußes, vom Ausreißen des eigenen Auges: Was sagt es? Intolerant sollst du vor allem gegen deine eigenen Versuchungen und Fehler sein! Gegen sie darfst du schärfste Maßnahmen ergreifen. Denn seien wir ehrlich: Die Grenzen der Toleranz ziehen wir meist sehr viel enger den anderen gegenüber als gegen uns selbst. Das ist das eigentliche Ärgernis, der schlimme Skandal.

zurück

Sitemapmenü:
  • Social Media
    • Bluesky
    • X (Twitter)
    • Facebook
    • Instagram
  • Home
    • Curriculum Vitae
    • Kolumne
    • Gedanken zum Evangelium
    • Predigten
    • Katechesen
    • Frag den Kardinal
    • Bibliographie
    • Archiv

Erzdiözese Wien

Erzbischöfliches Sekretariat

Wollzeile 2

1010 Wien

Tel.: +43 1 51552 - 3726


Impressum
Datenschutzerklärung
Barrierefreiheitserklärung
Cookie-Einstellungen
nach oben springen