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Alle Reiche dieser Welt

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 24. November 2024

24.11.2024
Christus selbst bezeichnet sich in den Evangelien mehrmals als König (Mt 25,31-40, Joh 18, 36-37). Eingeführt wurde das Christkönigsfest 1925 als Antwort auf die antikirchlichen Bewegungen der Zeit. Besondere Bedeutung erlangte es zur zeit des Nation
© Erzdiözese Wien/ Stephan Schönlaub, Stephan Schönlaub
Christus selbst bezeichnet sich in den Evangelien mehrmals als König (Mt 25,31-40, Joh 18, 36-37). Eingeführt wurde das Christkönigsfest 1925 als Antwort auf die antikirchlichen Bewegungen der Zeit. Besondere Bedeutung erlangte es zur zeit des Nation
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„Also bist du doch ein König? – Du sagst es, ich bin ein König!“ Dieser Dialog zwischen Pontius Pilatus und Jesus steht im Zentrum des heutigen Christkönigsfestes. Der Statthalter des mächtigsten Mannes der damaligen Zeit, des römischen Kaisers, und der Gefangene aus Galiläa stehen einander gegenüber. Macht und Ohnmacht begegnen sich. Es ist eine völlig ungleiche Situation. Wohl nie ist das Thema „Macht“ so klar angesprochen worden wie im Gespräch zwischen Pilatus und Jesus.


In der Zeit, in der wir leben, verändern sich die Machtverhältnisse in der Welt massiv. Uns allen muss bewusst sein, dass Europa deutlich an Macht verliert. Die Zeit, da Europas Reiche die Welt beherrschten, ist vorbei. Was blieb vom Habsburgerreich, in dem einmal, wie man sagte, „die Sonne nicht untergeht“, so weltumspannend war es? Das „British Empire“ ist Vergangenheit, und ebenso die Kolonialreiche der Franzosen, Portugiesen, Belgier, Deutschen, Holländer. Alle Reiche dieser Welt vergehen. Als Jude ist Jesus Zeuge dieser Vergänglichkeit. Das kleine jüdische Volk ist im Lauf der Jahrhunderte durch eine lange Serie an Großreichen gegangen und hat sie alle überlebt, bis heute, oft unter schweren Verfolgungen, Deportationen, bis hin zur Shoah, dem Plan seiner völligen Vernichtung.


Ich empfehle die Lektüre des Propheten Daniel im Alten Testament. In seinen Visionen schaut er in Bildern das Schicksal seines Volkes. Für mich ist es eine hilfreiche Meditation über die Vergänglichkeit der menschlichen Macht. Wer die Geschichte der Juden bedenkt, verfällt sicher nicht dem Irrtum, an die ewige Dauer irdischer Machtverhältnisse zu glauben. Die Großmächte des Alten Orients haben, eine nach der anderen, die Region und damit auch das jüdische Volk beherrscht. Die Assyrer haben als erste Juden deportiert. Ihr Reich wurde von den Babyloniern abgelöst. Es war die Zeit der „Babylonischen Gefangenschaft“ der Juden. Befreiung kam, als die Perser die Macht eroberten. Jerusalem wurde wieder aufgebaut. Doch folgten die Siege Alexanders des Großen und seiner Nachfolger: die Zeit der griechischen Herrschaft mit ihrer Religionsverfolgung des Judentums, bis schließlich die Römer ihr riesiges Reich auch auf das Heilige Land ausdehnten.

Für Jesus war es klar, wie vergänglich alle irdische Macht ist, so machtvoll sie sich auch gebärdet. Wie verstand er selber sein Königtum? „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.“ Seine Leute würden sonst für ihn kämpfen. Petrus weist er zurecht, der sein Schwert gezückt hat, um ihn zu verteidigen. Nach dem Wunder der Brotvermehrung spürt Jesus, dass die Leute ihn zum König machen wollen. Er entzieht sich ihnen. Jetzt, da er vor Pilatus als Gefangener steht, kann er klar sagen, worin sein Königtum besteht: „Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe.“ „Was ist Wahrheit?“, fragt ihn darauf Pilatus. Die Antwort gibt ihm Jesus, als Pilatus ihm sagt, er habe die Macht, ihn kreuzigen zu lassen oder freizulassen: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben gegeben wäre.“ Damit sagt Jesus die Wahrheit über alle Macht auf Erden: Sie ist immer nur anvertraut, nie zum eigenen Besitz, zum Herrschen über andere. Wer an der Macht ist und das vergisst, missbraucht sie und wird für alle zur Gefahr. Das Christkönigsfest zeigt, warum Christus wirklich ein König ist.
 

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