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Lasst die Steine fallen!

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 6. April 2025

06.04.2025
© Stephan Schoenlaub
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Zum Ehebruch gehören immer zwei. Er mit ihr, sie mit ihm. Es gibt nie nur die Ehebrecherin. Wo ist der, mit dem sie die Ehe gebrochen hat? Erstaunlicherweise ist von ihm im heutigen Evangelium nicht die Rede. Angeklagt ist nur sie: „diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt“, so beschuldigen „die Schriftgelehrten und die Pharisäer“ die namenlose Frau. Wo bleibt der Mann? Er muss ja dabeigewesen sein, als sie „auf frischer Tat ertappt“ wurde. Haben die strengen Sittenwächter ihn laufen lassen? Haben sie ein Auge zugedrückt und ihm ermöglicht, sich aus dem Staub zu machen? Wie dem auch sei, sie fordern von Jesus die strenge Anwendung des Gesetzes, das Mose vorgeschrieben hat. Bis 1969 war auch in Österreich Ehebruch strafbar, immerhin ohne die Steinigung.

 

Den Sittenwächtern ging es in Wirklichkeit gar nicht um die strengen Sitten und Gesetze, sondern darum, Jesus anklagen zu können. Schon diese Tatsache gibt mir zu denken. Ist es nicht auch heute oft so, dass die Moralapostel nicht die Reinheit der Sitten im Sinn haben, sondern ganz andere, unlautere Absichten verfolgen, denen sie das Mäntelchen der Moral umhängen? Der Übereifer im Beschuldigen der anderen sollte uns stutzig machen. Er ist nur allzu oft ein Zeichen der Heuchelei.

 

Jesus hätte den Anklägern dieser Ehebrecherin mit ihren Waffen antworten können. Er hätte nur an das erinnern müssen, was wortwörtlich im Gesetz des Mose steht: „Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, hat den Tod verdient, der Ehebrecher und die Ehebrecherin.“ Er hätte damit die Schriftgelehrten der Verfälschung der Schrift überführen können. Er hätte aus den Anklägern Angeklagte machen können. Dieses Spiel spielen wir bis heute oft genug. Angriff ist die beste Verteidigung, sagt man dann.

 

Jesus wählt einen anderen Weg: Er antwortet nicht! Er schaut die Ankläger der Frau nicht einmal an. Er tut, als wären sie nicht da. Sie lassen nicht locker. Sie dringen auf ihn ein, bis er sich aufrichtet und sie ansieht. Er sagt nur ein Wort, und dieses wurde für alle Zeiten zum Sprichwort: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie.“ Jesus diskutiert nicht mit ihnen. Er lässt sich nicht auf rechtliche Spitzfindigkeiten ein. Einer nach dem anderen lässt den Stein fallen, den er schon wurfbereit in der Hand hält.

 

In einem Gespräch über dieses Evangelium sagte mir jemand ganz betroffen: Sind wir heute überhaupt noch bereit, die Steine fallen zu lassen? Das macht mich nachdenklich: Wie steht es heute mit dem Steinigen der anderen? Wir leben in einer Zeit der ständigen öffentlichen Steinigung derer, die angeklagt werden. Wer ist bereit, die eigenen Fehler und Sünden an die erste Stelle zu setzen, wenn er andere beschuldigt? Ein einfacher Hinweis hat mich beeindruckt: Zeige mit dem Zeigefinger auf jemanden und beobachte, was die drei anderen Finger dabei machen: Sie zeigen auf dich selber zurück! Schau also zuerst auf deine eigenen Fehler!

 

Doch Jesus geht noch einen Schritt weiter: „Frau, hat dich keiner verurteilt? – Keiner, Herr!“ Jesu Wort gilt nicht nur ihr, sondern ausnahmslos uns allen: „Auch ich verurteile dich nicht.“ Wenn wir das begreifen könnten! Die bedingungslose Annahme, die uns hier zugesagt ist, öffnet das Herz zu einem echten Neuanfang: „Geh, und sündige von jetzt an nicht mehr!“

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