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Beten – Atmen der Seele

Gedanken zum Evangelium, am Sonntag, 27. Juli 2025, von Kardinal Christoph Schönborn (Lukas 11,1-13).

27.07.2025
Frau kniet und betet.
© iStock/asiandelight
Frau kniet und betet.
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Ich glaube, dass viel mehr Menschen beten, als sie selber glauben. Ich bin überzeugt, dass das Beten so etwas wie das Atmen der Seele ist. Beten ist für die Seele das, was der Atem für den Leib ist. Natürlich erheben sich gleich viele Einwände gegen diese Aussage. Der Leib kann nicht ohne Atem leben. Deshalb müssen wir pausenlos atmen, bis zum sprichwörtlichen letzten Atemzug, der den Tod des Leibes anzeigt. Wir können sehr wohl ohne Beten leben. Obwohl das Beten zu meinem Beruf als Priester und Bischof gehört, bete ich nicht ununterbrochen, so wie ich ständig atme.

 

Oft plagt mich der Vorwurf, den ich mir selber mache, dass ich zu wenig bete. Vor Jahren habe ich in einem Gespräch mit einer befreundeten Philosophin diese Klage zur Sprache gebracht. Darauf antwortete sie mir: „Die Seele betet doch immer!“ Seither habe ich oft über dieses Wort nachgedacht. Das heutige Evangelium ist dazu angetan, im Licht der Worte Jesu zu fragen, ob die inzwischen verstorbene Philosophin recht hatte. Unser Leib atmet immer. Tut es auch unsere Seele? Betet sie immer?

 

Sicher ist, dass Jesus oft gebetet hat. Es war ihm offensichtlich eine innere Notwendigkeit. Häufig zieht er sich zurück, um alleine zu beten, manchmal die ganze Nacht. Seinen Jüngern muss es vertraut gewesen sein, ihn beten zu sehen. Sie trauen sich nicht, ihn zu unterbrechen. Sie warten, bis „er das Gebet beendet hatte“. Sie sind davon angezogen, wollen es von ihm lernen: „Herr, lehre uns beten!“ Sie glauben also, dass sie das Beten lernen können. Das Atmen müssen wir nicht lernen. Und doch hat mir eine Atemtherapie sehr geholfen, weil mein Atem zu oberflächlich war. Fast alle Menschen können und sollten lernen, besser zu atmen.

 

Jesus lehrt also, wie wir besser beten lernen. Er tut es in zwei Schritten. Zuerst bringt er seinen Jüngern ein Gebet bei, dann zeigt er ihnen, in welcher Haltung sie beten sollen. Viele von uns haben noch Kindergebete in Erinnerung, falls zu Hause zum Beispiel ein Gute-Nacht-Gebet oder ein Tischgebet gesprochen wurde. Das Beten hat seine eigene Sprache, sie darf nur nicht ganz fremd klingen und von unserer Alltagssprache weit entfernt sein. Am bekanntesten ist unter allen Christen das Vaterunser, das auch „das Gebet des Herrn“ genannt wird. Im Lukasevangelium steht eine Kurzfassung, bei Matthäus die bekanntere Langfassung. Das Erstaunliche ist, dass Jesus nur zu bitten lehrt: „Bittet und es wird euch gegeben!“ Sollten wir nicht zuerst danken? Ich glaube, dass im Bittgebet immer auch schon ein Dank und ein Lob enthalten ist. Wenn ich jemanden um etwas bitte, anerkenne ich im Anderen, dass er helfen kann und dass ich Hilfe brauche. Ob Bitt- oder Dankgebet, beides drückt das Vertrauen aus, dass ich Gott alles anvertrauen kann. Kein Wort drückt das besser und schöner aus als das schlichte: „Vater!“

 

Mich bewegt im Vaterunser immer mehr die zweite Bitte: „Dein Reich komme!“ Was erbitten wir damit? Ich höre darin die tiefe Sehnsucht nach all dem, was uns so sehr fehlt: eine Welt, in der nicht mehr Gewalt und Krieg, Ungerechtigkeit und Not und schließlich der Tod herrschen. Diese Sehnsucht lebt, so wage ich zu denken und zu hoffen, in jedem Menschen. Ein Kirchenlied sagt es so: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns …“ Die Seele betet immer! – das Wort der befreundeten Philosophin meint wohl diese Sehnsucht, die Gott in jede Seele gelegt hat, die Sehnsucht nach Ihm und Seinem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.

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