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Gerangel um Rang und Ehre

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium vom 31. August 2025.

31.08.2025
© Von © José Luiz Bernardes Ribeiro, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52229172
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Rangordnungen gibt es überall. Sie sind an sich nichts Schlechtes. Und doch: Sind wir nicht alle gleich? Wieso sind die einen vorne und die anderen hinten? Warum gibt es solche Unterschiede? Zählt nur, was „Rang und Namen“ hat? Das heutige Evangelium thematisiert diese ewige Frage. Gibt Jesus auch eine Antwort, die für die Praxis taugt?

 

Der Ausgangspunkt sagt schon viel: Jesus kommt in das Haus eines führenden Pharisäers. Es gibt also Unterschiede! Einige sind führende Persönlichkeiten, andere nicht. Woher kommen die Unterschiede? War dieser Pharisäer gebildeter als die anderen? Hatte er ein besonderes Amt oder besondere Verdienste? All das gibt es in unserer und in jeder Gesellschaft. Auf jeden Fall hatte er als Gastgeber den Vorsitz beim Mahl, es sei denn, er hätte einen besonderen Ehrengast eingeladen. Niemand findet es ungehörig, dass unser Bundespräsident den ersten Platz hat. Es steht ihm nicht deshalb zu, weil er besser wäre als alle anderen Gäste, sondern weil er das höchste Amt im Staat innehat. Er maßt sich also nichts an, wenn er den Ehrenplatz einnimmt. Bei einem Hochzeitsmahl wäre es seltsam, wenn das Brautpaar an einen Nebentisch gesetzt würde. Manche Sitzordnungen sind einfach vorgegeben. Sie haben nichts mit Eitelkeit zu tun.

 

Das Gerangel um die Ehrenplätze beginnt erst dann peinlich zu werden, wenn die Sitzplätze nicht durch den Gastgeber vorweg entschieden wurden. Jesus gibt einen ganz praktischen Rat: Setze dich besser nicht auf einen Ehrenplatz! Nimm vorsichtshalber den untersten Platz ein! Wenn der Gastgeber es merkt, wird er dich ehrenvoll weiter hinaufrücken lassen. Das wird für dich vor allen eine Ehre sein. Doch Vorsicht! Was, wenn der Gastgeber dich übersieht und du am untersten Ende sitzen bleibst? Jesus verspricht zwar: „Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“ Hat er dafür auch eine Garantie gegeben? Kann man eine Karriere so aufbauen? Musst du nicht selber alles daransetzen, um höher zu kommen? Jeder soll doch angeblich „seines eigenen Glücks Schmied“ sein.

 

Unweigerlich stellt sich immer neu die Frage: Ist der Weg Jesu, die Praxis des Evangeliums nicht doch allzu lebensfremd? Wer sucht schon von sich aus, freiwillig, den letzten Platz im Leben? Ich frage mich selber: Wie oft habe ich den Rat Jesu an den Gastgeber in meine Praxis umgesetzt? „Lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden sie dich wieder ein und dir ist es vergolten.“ Unsere Gesellschaft funktioniert doch anders: sehen und gesehen werden! Dazugehören und mitspielen! Daher das Gerangel um die Ehrenplätze!

Trotzdem erlebe ich immer wieder, wie sehr Jesu Rat das Leben positiv verändert. Geht es mir beim Einladen nur um die Frage: Was bringt mir das? Das werden die anderen bald merken und mich nicht mehr einladen. Wer nur vom eigenen Nutzen ausgeht, gehört zu denen, von denen Jesus sagt: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt“. Wer nur an seine eigene Karriere denkt, wird bald alleine dastehen. Das passiert dem sicher nicht, der Jesu Rat folgt und Arme, Lahme, Blinde einlädt, „denn sie haben nichts, um es … zu vergelten“. Echte Freundschaften entstehen nur, wenn wir einander von Mensch zu Mensch begegnen, nicht von Nutzen zu Nutzen.

 

So begegnet uns Jesus! Er hat vorgelebt, was er uns empfiehlt. Er, der Sohn Gottes ist, hat den letzten Platz für sich gesucht. Er hat gedient statt zu herrschen, hat den Seinen die Füße gewaschen und freiwillig den Kreuzweg gewählt. Im Blick auf sein Beispiel ist unser ganzes Gerangel um Ränge und Ehrenplätze lächerlich und peinlich. Der Rat Jesu ist nicht leicht, doch zeigt die Erfahrung: Er macht einfach froh.

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