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Verdunstet bei uns der Glaube?

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn zum Sonntagsevangelium am 19.10.2025

18.10.2025
© Georg Schimmerl
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Was für eine Frage, die Jesus heute im Evangelium stellt! „Wird der Menschensohn, wenn er kommt, den Glauben auf der Erde finden?“ Hat Jesus ernsthaft mit der Möglichkeit gerechnet, es könnte eine Zeit kommen, in der der Glaube einfach von der Erde verschwunden wäre? Eine Welt ohne Glauben, ohne Gott, ohne „etwas Höheres“ als uns selber? Das 20. Jahrhundert war wohl das erste in der langen Geschichte der Menschheit, in dem Menschen sich vorgenommen haben, den Glauben vollständig auszurotten. Sie planten eine Gesellschaft, in der es einfach keine Religion mehr geben sollte. Sie gingen dabei ganz systematisch vor. Karl Marx hatte die Religion als das Opium des Volkes bezeichnet. Der Glaube an Gott und an ein ewiges Leben sei eine Art Betäubungsmittel, um das Unerträgliche des täglichen Lebens erträglich zu machen. Religion sei das Instrument der Mächtigen, um die Ohnmächtigen still zu halten. Die Revolution sollte das ändern, und dazu musste vor allem die Religion bekämpft werden. Die Sowjetunion sollte frei von allem Glauben werden. Chruschtschow versprach, am Fernseher bald den letzten Popen vorzuführen. All das sollte eine glückliche Zukunft ermöglichen.

 

Die andere große Weltanschauung des 20. Jahrhunderts, der Nationalsozialismus, wollte den Glauben, von dem Jesus spricht, völlig umdeuten. Die deutsche Rasse sollte die Welt beherrschen, und dazu mussten die Juden vernichtet werden. Beide, der Kommunismus und der Nationalsozialismus, sind zusammengebrochen und haben Millionen Tote hinterlassen. Beiden gelang es nicht, Gott und den Glauben auszulöschen. Würde es dem nie zuvor gekannten Wohlstand der wirtschaftlich erfolgreichen westlichen Welt gelingen? Werden Gott und Glauben sich einfach von selbst erledigen, wenn es den meisten Menschen gut geht? Das Leben genügt sich selbst. Wir haben alles, was wir brauchen. Gewiss, der Tod stellt vieles in Frage, doch schaffen wir es recht gut, ihn aus unserem Leben zu verdrängen.

 

Ein einziges Ereignis kann alles ins Wanken bringen: Ein einziges Gebet stellt alle Selbstgenügsamkeit in Frage. Jemand, der nie ans Beten gedacht hat, entdeckt sich plötzlich mit einem Gebet auf den Lippen. Wer betet, hat schon einen Schritt des Glaubens getan. Etwas hat sich in ihm geändert. Keinem Diktator wird es je gelingen, das persönliche Gebet zu verbieten. Religion kann verfolgt werden, man kann sie verspotten und belächeln. Niemand kann das menschliche Herz daran hindern, plötzlich für das eigene kranke Kind zu beten. Die Religion ist unausrottbar, weil Menschen zu beten anfangen. Wer es einmal erfahren hat, wird es nicht mehr vergessen: Beten hilft! Wer betet, und sei es nur ein Hilferuf in der Not, hat schon den Glauben. Zumindest ist er auf dem Weg zum Glauben.

 

Besteht also keine Gefahr, dass bei uns der Glaube verdunstet? Doch, sie besteht! Deshalb erzählt Jesus das ernste und auch ein wenig humorvolle Gleichnis von der Witwe und dem bösen Richter. Die Witwe zeigt, warum wir „alle Zeit beten und darin nicht nachlassen sollen“. Sie ist dem üblen Richter so lange lästig, bis er ihr zu ihrem Recht verhilft, nicht weil er Gott fürchtet, sondern „sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht“. Ein komischer Vergleich: Der menschenverachtende Richter und der menschenliebende Gott! Er zeigt nur eines: Auch im Gebet dürfen wir nicht nachlassen. Wird also Jesus bei uns noch Glauben vorfinden? Ja, in dem Maß, in dem wir beten. Wo Menschen beten, lebt der Glaube.

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