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Herz und Handschlag

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn am Sonntag, den15. Februar 2026.

15.02.2026
© Erzdiözese Wien
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War Jesus ein Rigorist? So bezeichnet man Menschen, die es mit der Moral ganz genau nehmen. Sie können nicht streng genug sein, vor allem den anderen gegenüber, denen sie gern die Leviten lesen. Genau diese Haltung hat Jesus den Pharisäern vorgeworfen: Sie schnüren schwere (moralische) Lasten, laden sie den Leuten auf, rühren aber selber keinen Finger, um sie zu tragen. So lautet eine scharfe Kritik Jesu an den „Moralaposteln“. Heute scheint Jesus die Rollen umzukehren: Den Schriftgelehrten und Pharisäern wirft er vor, dass ihre Gerechtigkeit zu klein ist.

 

Seinen Zuhörern schärft er ein: „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“

Eine dramatische Verschärfung der Moral? Ist das der Weg, der zum Himmel führt? Müssen die Gesetze strenger, die Strafen schärfer werden, um mehr Moral unter uns Menschen durchzusetzen? Mehr drohen, mehr Angst machen – verbessert das unser Verhalten? Sieht so das Christentum aus? Viele Menschen haben es so erlebt und sich deshalb von ihm abgewandt. Haben die Rigoristen mit ihrer strengen Moral Jesus richtig verstanden? Gerade das heutige Evangelium (hier in der Kurzfassung wiedergegeben) kann auf diesen häufigen Vorwurf eine Antwort geben.

 

Drei klassische Fragen der Moral spricht Jesus an – das fünfte, das sechste und das achte der zehn Gebote: „Du sollst nicht töten“, „Du sollst nicht die Ehe brechen“, „Du sollst keinen Meineid schwören“ oder allgemeiner „nicht lügen“. Jesus sagt in allen drei Fällen, dass es nicht genug ist, diese Gebote einzuhalten, die den „Alten gesagt worden“ sind. Dreimal verschärft er die Moral „der Alten“ durch ein deutliches „Ich aber sage euch“. Was sagt er Neues?

 

„Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Öfters habe ich als Unschuldsbeteuerung gehört: „Ich habe ja niemanden umgebracht!“ Ich kann das auch von mir sagen. Das genügt Jesus nicht. Schon im Alten Testament der Bibel steht: „Viele sind gefallen durch ein scharfes Schwert, noch mehr sind gefallen durch die Zunge.“ Es gibt nicht nur den körperlichen Mord, auch der Rufmord tötet, ohne dass man es merkt. Papst Franziskus sagt: „Klatsch und Tratsch sind keineswegs ein unschuldiges Laster: eher eine Pest, die nur Entzweiung und Leid mit sich bringt.“

 

„Du sollst nicht töten“ – das hat viele Bedeutungen. Blicke können töten. Hass kann andere und einen selber vergiften. Manchmal genügt ein einziges böses Wort, um das Leben eines anderen zu zerstören. Nicht eine strengere Moral fordert Jesus, sondern ein aufmerksames Herz. Deutlich wird es auch beim sechsten Gebot: „Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.“ Wie Blicke töten können, so können Blicke auch Ehebruch bedeuten. Ein solcher Blick betrachtet die Frau als Gegenstand und nicht als Person. Missbrauch des anderen beginnt im Herzen. Lust und Leid sind oft nahe beieinander. Ein Verzicht auf momentane Lust kann anderen und uns selber manches Leid ersparen. Jesus ist kein unbarmherziger Moralprediger. Er spricht ehrlich die Erfahrung an, zu unserem Wohl.

 

Davon handelt auch das achte Gebot. Warum ist Jesus nicht nur gegen die Lüge, sondern sogar gegen das Schwören von Eiden? Unsere Gesellschaft lebt vom gegenseitigen Vertrauen. Die Lüge untergräbt es. Deshalb versuchen wir mit „Ich schwöre dir!“ das Vertrauen abzusichern. Weil es uns an Liebe fehlt, brauchen wir so viel Absicherung. Wie schön, wenn einfach das Wort gilt. Dann gilt auch der Handschlag!

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