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Mt 13,44-52 - Glückstreffer

Gedanken zum Evangelium, von Kardinal Christoph Schönborn, am Sonntag 26. Juli 2026.

26.07.2026
Ein Haufen MÜnzen in einem Feld.
© iStock/Tinnakorn Jorruang
Ein Haufen MÜnzen in einem Feld.
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Das Glück ist ein Vogerl, sagt man. Es kommt geflogen und ist auch schnell wieder weg, zumindest in diesem Leben. Ewiges Glück ist eine Verheißung. Gesucht wird aber ein Glück, das hier und jetzt schon zu haben ist. Damit rechnen alle Glücksspiele. Das kostet vielen Menschen viel Geld, manchen sogar alles. Und sollte einer im Lotto das große Los, den Glückstreffer schlechthin machen, ist das noch nicht die Garantie für ein bleibendes Glück. Trotzdem ist das Streben nach Glück aus unserem Leben nicht wegzudenken. Ist es eine angeborene Verlockung der Natur, damit wir das Unglück besser ertragen?

 

Jesus hat dem Glück einen Namen gegeben: das Himmelreich oder auch Reich Gottes. In ihm sieht er die Erfüllung aller Sehnsucht. Damit es nicht leere Worte sind, hat er versucht, es uns mit Bildern und Gleichnissen nahezubringen, mit einfachen Beobachtungen aus dem Alltag. Zum Beispiel mit einem völligen Zufallstreffer: Ein Mann entdeckt auf einem Acker, der nicht ihm gehört, einen Schatz. Eigentlich verhält er sich ganz übel. Er verschweigt den Fund und kauft dem Besitzer den Acker ab, der nichts ahnend ihn billig hergibt, Pech für ihn, Glück für den betrügerischen Käufer.

 

Was sagt Jesus durch dieses Gleichnis?

 

Das Himmelreich wird manchmal so unerwartet gefunden wie dieser Mann überraschend den Schatz im Acker fand. Manche kommen zum Glauben an Gott fast zufällig, als würden sie über einen Schatz stolpern, den sie gar nicht gesucht haben. Sie sind dann bereit, alles daran zu setzen, um den Glauben zu erwerben. Sie haben das Glück gefunden. Sie wissen auch, dass es seinen Preis hat.

 

Das zweite kleine Gleichnis spricht von einem leidenschaftlich Suchenden. Ein Kaufmann sucht schöne Perlen. Eines Tages findet er eine besonders wertvolle. Er tut etwas Verrücktes: Er verkauft alles, was er hat, um sie kaufen zu können. Wovon wird er jetzt leben? Die Perle ist ein Vermögen wert, sie kann ihm aber nicht den Lebensunterhalt sichern. Was will Jesus sagen? Er hat es deutlich ausgesprochen: „Sucht zuerst das Reich Gottes, und alles andere wird euch dazugegeben werden.“ Wie oft habe ich Menschen sagen gehört: „Ohne Glauben hätte ich das alles nicht durchgestanden!“ Der Schatz im Acker, die kostbare Perle, sie sind das Glück, das Jesus uns zugedacht hat.

 

Mit dem dritten Gleichnis habe ich meine Not. Es spricht vom Ende der Welt, vom großen Gericht Gottes, vom Feuerofen, in den die Bösen geworfen werden. Jesus hat oft die Fischer beobachtet. In ihren Netzen sind nicht nur gute Fische, sondern auch schlechte. Die können sie nicht verkaufen. Also werfen sie sie weg. Gibt es neben dem Glück des Himmelreichs auch das Heulen und Zähneknirschen der „Bösen“, ihr ewiges Unglück? Eines glaube ich fest: Es gibt Gut und Böse. Ich glaube aber auch ganz fest, dass Gutes und Böses in jedem von uns vorhanden sind. Jesus ist nicht gekommen, die Bösen zu vernichten, sondern uns von dem Bösen zu befreien. Niemanden hat das Böse jemals glücklich gemacht. Gott will niemanden unglücklich lassen. Darum beten wir im Vater-unser: „Befreie uns von dem Bösen!“

 

 

 

Matthäus 13,44-56

In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. Wiederum ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde und in dem sich Fische aller Art fingen. Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, sammelten die guten Fische in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. So wird es auch bei dem Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten ihm: Ja. Da sagte er zu ihnen: Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.

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