Jesus bringt uns manchmal schon recht in Verwirrung. Das heutige Gleichnis ist alles eher als ein Musterbeispiel an moralischem Verhalten. Einem Verwalter, der schlecht verwaltet hat, will der Besitzer seine Verwaltungsaufgabe entziehen, verständlicherweise. Was tut dieser? Er denkt an seine Situation danach, er schafft sich Freunde, und das noch einmal auf Kosten seines Herrn, indem er einfach Schuldscheine umschreiben lässt. Ein glatter Betrug.
Wieso lobt Jesus den unehrlichen Verwalter? Er sagt nicht, dass sein Verhalten richtig ist, er sagt nur: “Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.” Er stellt ihn uns als Beispiel hin: Schaut, wie klug es dieser Betrüger angeht, um sich Freunde zu verschaffen. Um wie viel mehr müsst ihr das tun, nicht mit der Verschlagenheit, sondern mit der Klugheit eines geraden Herzens. Und deshalb: “Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon!” Nicht auf ungerechte Weise, sondern geht mit eurem Besitz so um, dass ihr euch Freunde schafft, hier auf Erden und drüben im Himmel. Tut Gutes damit, es lohnt sich.
Und dass Jesus damit nicht den ungerechten Verwalter loben will, sondern nur seine Klugheit, das zeigt Er im weiteren Verlauf des Evangeliums. Eine Urerfahrung menschlichen Zusammenlebens: Wer in den kleinen Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen. Wer den Groschen nicht ehrt, ist den Schilling nicht wert, hat es in unserer Kinderzeit geheißen.
In den kleinen Dingen zuverlässig und aufmerksam sein, auch in den kleinen Dingen der menschlichen Beziehungen. Und schließlich ein Wort, dass ein Sprichwort geworden ist: Niemand kann zwei Herren dienen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Diese Entscheidung muss in unserem Leben fallen. Ist mir Gott oder der Mammon wichtiger? Vor dieser Entscheidung stehen wir, sie wird gefällt in den kleinen Dingen, und diese machen die große Ausrichtung unseres Lebens aus.
Was sagt uns Jesus über den rechten Umgang mit den irdischen Dingen? Nicht, dass wir ihnen dienen, sondern dass sie uns dienen. Nicht dass wir ihre Sklaven werden, sondern dass wir sie gebrauchen, das nicht das Geld, sondern Gott an erster Stelle steht. Das ist Wegweisung für ein Leben, das gelingt: “Frohe Botschaft”.