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Wer wirft den ersten Stein?

Evangelienkommentar von Kardinal Schönborn zum 5. Fastensonntag, 28. März 2004, (Joh 8,1-11)

28.03.2004
© Erwin Wodicka

Das entscheidende Wort Jesu im heutigen Evangelium ist sprichwörtlich geworden: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“, auf die Ehebrecherin, die man auf frischer Tat ertappt hat.

 

Es ist ein tröstliches, aber auch ein anspruchsvolles Evangelium. Es tröstet zu hören, dass Jesus diese Frau nicht verurteilt. Es ist zugleich eine große Herausforderung, selber nicht zu urteilen, keine Steine zu werfen: „Wer von euch ohne Sünde ist ...“

 

Doch folgen wir Jesus in dieser frühen Morgenstunde in den Tempel in Jerusalem. Die Menschen sammeln sich, Jesus lehrt. Da entsteht plötzlich ein Wirbel. Man schleppt eine Frau heran, stellt sie vor Jesus hin, zeigt auf sie, die verschreckt, in Todesangst dasteht. Sie sei beim Ehebruch ertappt worden. Darauf steht die Todesstrafe durch Steinigung. So schreibt es das Gesetz des Mose vor. Was wird Jesus tun? Sagt er: „Steinigt sie“, dann kann ihm vorgehalten werden, dass er doch nicht so barmherzig ist, wie er immer sagt. Sagt er: „Lasst sie in Ruhe, lasst sie gehen“, dann können sie ihm vorwerfen, er halte sich nicht an das Gesetz. Dann hätten sie wieder einen Grund mehr, ihn zu verurteilen. Eine echte „Zwickmühle“!

 

Der „Ausweg“ Jesu ist erschütternd einfach und stellt uns alle bis heute in Frage: Was sagt denn Mose im Gesetz des Alten Bundes? „Ein Mann, der mit der Frau seines Nächsten die Ehe bricht, wird mit dem Tod bestraft, der Ehebrecher samt der Ehebrecherin“ (Levitikus 20,10). Wo ist der Mann geblieben? Haben die Männer ihn übersehen? Haben sie ihn einfach laufen lassen? Hat er weniger getan als sie? Gilt für die Männer das Gesetz weniger als für die Frauen? Ist nur diese Frau eine Sünderin?

 

Alles das sagt Jesus nicht mit diesen Worten. Er sagt gar nichts. Er schreibt schweigend in den Sand. Was hat er geschrieben? Wir wissen es nicht, und es ist längst verweht. Da die Ankläger keine Ruhe geben, richtet er sich wieder auf und sagt dieses Wort, das seither durch die Jahrhunderte nachhallt.

 

Er sagt nicht, dass der Ehebruch harmlos ist, eben nur ein kleiner Seitensprung. Er lässt das alte Gesetz mit seiner ganzen Härte stehen. Und doch verwandelt er es grundlegend. Es ist, als sagte Jesus: Gut, das Gesetz befiehlt die Steinigung der Ehebrecherin. Einer soll anfangen, soll sie mit einem schweren Stein zu zerschmettern beginnen. Es soll der anfangen, der selber ohne Sünde ist. Kein Wunder, dass alle weggehen, einer nach dem anderen, zuerst die Ältesten, denn keiner ist ohne Sünde. Und so steht die Frau alleine da mit Jesus.

 

Mit Jesus alleine! Endlich alleine mit dem, in dessen Herzen keine Verurteilung ist, der mich ohne Vorwurf und ohne Ablehnung ansieht, obwohl ich so armselig vor ihm stehe, mit meinem Versagen, meinen Fehlern. Ich habe es oft schwer, mich nicht selber zu verurteilen, mich zu verachten. Er tut es nicht. Ich kann nicht oft genug dieses wunderbare Wort hören: “Ich verurteile dich nicht“. Es macht mir den Neuanfang möglich. Es gibt mir Hoffnung. Und so kann ich auch für mich selber das Wort annehmen, das Jesus zur Ehebrecherin am Schluss sagt: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“

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