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Fürchtet euch nicht!

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am 12. Sonntag im Jahreskreis, 22. Juni 2008 (Mt 10,26-33)

22.06.2008
© BilderBox

Gleich dreimal heißt es heute: Fürchtet euch nicht! Und einmal heißt es: Fürchtet euch! Was sollen wir fürchten? Und wovor sollen wir uns nicht fürchten? Zuerst:  vor den Menschen! Es gibt viele Gründe, den Mitmenschen zu fürchten. Ich brauche sie nicht aufzuzählen. Wir kennen sie alle. Jeder kann einige Beispiele von persönlicher Menschenfurcht nennen. Meist geht es um die Angst vor Liebesverlust, nicht mehr angenommen zu sein, nicht mehr „dazuzugehören“. Verstärkend kann die Angst um Arbeitsverlust dazukommen. Aus Furcht vor wirtschaftlichen Nachteilen nimmt man so manche Demütigung auf sich, macht mit, wo es eigentlich vom Gewissen her nicht mehr gehen dürfte. In Diktaturen wird die Angst zum alles beherrschenden Mittel, die Menschen in Schach zu halten. Wie das ganz konkret aussah, können die erzählen, die die Nazizeit oder den Kommunismus noch erlebt haben: Die Menschen hatten einfach Angst, lähmende Angst!

 

Manchen gelang es, sie zu überwinden. Zwei Heilige stehen heute im Kalender, die zu ihrer Zeit die Angst überwunden haben. König Heinrich VIII von England hatte sich 1529 von Rom losgesagt und sich selber zum Haupt der Kirche von England gemacht. Wer Widerstand leistete, wer Rom und dem Papst treu blieb, wurde unerbittlich verfolgt. Viele wurden für ihre Treue zur katholischen Kirche gefoltert und getötet. Zwei haben heute ihren Gedenktag: der Bischof von Rochester, John Fisher, und der große Humanist und humorvolle, weise Staatsmann Thomas More (oder Morus), beide 1535 hingerichtet.

 

Auf beide trifft das zweite „Fürchtet euch nicht!“ zu: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können!“ Beide hätten den Eid auf den König schwören und damit ihr Leben retten können, freilich um den Preis, Rom und den katholischen Glauben zu verleugnen. Seiner Tochter Margarita schrieb Thomas More aus dem Tower in London kurz vor seiner Enthauptung: „Gott hat mir bis jetzt durch seine Gnade die Kraft gegeben, eher alles herzlich zu verachten, Besitz, Einkommen, ja das Leben selbst, als dass ich gegen mein Gewissen geschworen hätte.“ Thomas More fürchtete nicht den Tod des Leibes, sondern den (ewigen) Verlust seiner Seele. Ihm war es wichtiger, in der Wahrheit zu bleiben und seinem Gewissen zu folgen, als noch ein paar Lebensjahre auf Erden dazuzugewinnen, dabei aber an seiner Seele Schaden zu erleiden. Er wollte nicht zu einem offensichtlichen Unrecht seine Zustimmung geben. So ist es kein Zufall, dass er als der himmlische Schutzpatron der Juristen verehrt wird. Die Kirche am Dornbacher Schafberg ist ihm geweiht. Jährlich wird dort für die Juristen eine heilige Messe gefeiert.

 

Thomas Morus hat aber auch das dritte „Fürchtet euch nicht!“ in seinem Leben und in seinem Sterben verwirklicht. Jesus spricht von der aufmerksamen, liebevollen Vorsehung unseres Vaters im Himmel. Nichts geschieht ohne seinen Willen, seine Zulassung. Sogar die Spatzen sind in seiner Obsorge, und jedes noch so kleine Geschehen in unserem Leben hat Er in der Hand, selbst das Haar, das mir ausfällt.

 

In dem Trostbrief an seine Tochter bezeugt Thomas More seinen tiefen Glauben an Gottes gütige Vorsehung: „Sei guten Mutes, liebe Tochter, und Sorge dich nicht so sehr um mich, was mir auch immer in dieser Welt zustößt. Es kann mir nichts geschehen, was Gott nicht will. Was immer er aber will, so schlimm es scheinen mag, es ist dennoch wahrhaft das Beste.“

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