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Loslassen lernen

Gedanken von Kardinal Christoph Schönborn zum Evangelium am 19. Sonntag im Jahreskreis, 10. August 2008 (Mt 14,22-33)

10.08.2008
© archiv

Ferien heißen auf französisch vacanes, auf italienisch vacanze. Ursprung ist das lateinische Wort vacare. Es bedeutet frei sein, aber auch loslassen, leer werden. Ferien gelingen, wenn wir uns nicht nur in neuen Stress stürzen, sondern loszulassen verstehen, frei und offen werden, um tiefer zu uns selber, zueinander und zu Gott zu finden.

 

Um das Loslassen geht es auch im heutigen Evangelium, und es tut gut, in der Ruhe der Ferien (sofern uns solche geschenkt sind) dieses Evangelium zu meditieren. Die beiden Hauptgestalten sind Jesus und Petrus. Beide zeigen etwas von Loslassen.

 

Jesus blieb allein am Berg zurück. Vielleicht an der Stelle, die heute noch oberhalb des Ortes der Brotvermehrung gezeigt wird, nahe Tabga am See Genesareth. Von dort sieht man herrlich über den ganzen See. Jesus betet. Alleine, nur mit seinem Gott, seinem Vater im Gespräch. Auf dem See das einsame Boot der Jünger, die mühsam gegen den Wind rudern, der den See aufwühlt. Jesus sieht es. Er sieht, wie sie sich plagen. Wie das Schifflein kaum vorankommt. Und lässt sie rudern. Greift nicht ein. Erst um die vierte Nachtwache, also schon gegen Morgen, schickt er sich an, ihnen beizustehen.

 

Hier sehe ich das erste Loslassen. Es ist oft schwer verständlich: Warum lässt Gott uns so lange rudern? Warum hilft er nicht früher, schneller? Ich stelle mir vor, dass Jesus Mitleid mit seinen Jüngern hatte, als er sah, wie sie sich plagten. Und doch wartet er. Ist das nicht auch die Erfahrung der Eltern, die ihren Kindern nicht jede Mühe abnehmen, auch wenn sie es oft könnten? Aber nur durch eigene Anstrengung werden sie lernen, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Auch die Eltern müssen loslassen. Sonst werden die Kinder nicht erwachsen. Überbehütete Kinder tun sich im Leben schwer.

 

Auch die Apostel müssen lernen, alleine zu rudern, selber Verantwortung zu tragen, für sich und für die ihnen Anvertrauten. Jesus vergisst sie nicht. Er betet für sie. Und er vertraut ihnen. Später wird er ihnen seine Kirche ganz anvertrauen. Er lässt sie in ihren Händen. Aber er verlässt sie nicht. Er kommt zu ihnen, wie damals auf dem See, so auch heute. Manchmal scheint es, das Schiff der Kirche gehe in den stürmischen Wogen der Zeit unter. Der „Kirchenleitung“ scheinen die Ruder zu entgleiten. Doch dann kommt Jesus, ist da, steigt ins Boot – und der Sturm legt sich. Würde Christus nicht selber immer wieder ins Boot seiner Kirche kommen, es wäre längst untergegangen.

 

Ums Loslassen geht es aber auch bei Petrus. Aus dem Boot steigen, aufs stürmische Wasser, ohne anderen Halt als das Vertrauen auf Jesus! Das heißt: Loslassen der eigenen Sicherheit, das sichere Schiff verlassen und sich aufs Wasser hinauswagen. Petrus packt die Panik, als er nicht mehr auf Jesus, sondern auf Sturm und Wogen schaut: „Herr, rette mich!“ Und Jesus hält ihn fest, sodass er nicht untergeht.

 

Zwei Weisen des Loslassens: Gott greift nicht gleich ein, sondern lässt uns selber „rudern“, damit wir dadurch wachsen. Und er lädt uns ein, selber loszulassen, uns auf ihn einzulassen, ihm ganz zu vertrauen, bis zum Hilferuf in letzter Not. In diesem Sinn: Buone vacanze! Gute Ferien! Gutes Loslassen!

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